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Elektrisch oder mit Sonnenkraft

Dörrgeräte Elektrisch oder mit Sonnenkraft Wer Sommerfrüchte auch im Winter essen will, muß sie konservieren. Das Dörren ist eine der bewährten Methoden, die dafür heute noch in Frage kommen. Mit einem modernen elektrischen Dörrgerät oder einem Solartrockner kann man seinen Vorrat an Trockenfrüchten selbst herstellen
31.08.1998
Dörrgeräte Elektrisch oder mit Sonnenkraft Wer Sommerfrüchte auch im Winter essen will, muß sie konservieren. Das Dörren ist eine der bewährten Methoden, die dafür heute noch in Frage kommen. Mit einem modernen elektrischen Dörrgerät oder einem Solartrockner kann man seinen Vorrat an Trockenfrüchten selbst herstellen

Dörrgeräte

Elektrisch oder mit Sonnenkraft

Wer Sommerfrüchte auch im Winter essen will, mußsie konservieren. Das Dörren ist eine der bewährten Methoden,die dafür heute noch in Frage kommen. Mit einem modernen elektrischenDörrgerät oder einem Solartrockner kann man seinen Vorrat an Trockenfrüchtenselbst herstellen.

Das Trocknen ist die älteste Methode zur Konservierung von Lebensmitteln.Seit Jahrtausenden bedient sich die Menschheit dafür der Sonne. Wenndas Wetter nicht mitspielte, bewahrte man das Trockengut in durchlüftetenSpeichern oder anderen Räumen auf. Nicht nur die Bauern hängtenKräuter, Früchte und Bohnen in die Nähe des Küchenherdesoder trockneten sie auf dem Kachelofen.

Weil dies langsam vor sich ging, war die Methode nur für Ware mitgeringem Flüssigkeitsgehalt geeignet. Wasserreiches Obst oder Gemüsedrohte zu verderben, bevor es trocken genug war, um es auf Vorrat zu lagern.In sonnenärmeren Gegenden und bei hoher Luftfeuchtigkeit wurde dasTrocknen so zu einem Wettlauf mit der Zeit. Also setzte man zusätzlichFeuer ein, um den Trockenprozeß zu beschleunigen. Die Nähe offenerFeuerstellen, aber auch von der Glut geräumte Öfen oder Backröhrenboten sich dazu an.

Heute kann man auch in Gas- oder Elektroherden dörren, doch vielevon ihnen entwickeln zu große Hitze. Mit einer Temperatureinstellungnahe bei Null und leicht geöffneter Ofentür kommt man zwar überdie Runden. Bequemer ist jedoch die Verwendung spezieller Dörrapparate,die elektrisch betrieben werden und eine gleichmäßige Wärmegarantieren. Ein Solardörrer für den Einsatz im Freien kann zumindestvom Frühjahr bis zum Spätsommer eine energiesparende Alternativesein.

Dörrgeräte für ein paar Exoten? Auswahlist nach wie vor klein

Wer in Haushaltsgeschäften nach Dörrgeräten fragt, trifftnicht gerade auf ein üppiges Angebot. Nur wenige Fachhändler führensie noch, große Versandhäuser wie Quelle haben sie zum Teil ausdem Sortiment verbannt. Der Grund: Die Nachfrage ist mäßig. Werdörrt in Zeiten noch selbst, da es Trockenfrüchte - auch in Bio-Qualität- vielerorts zu kaufen gibt, noch selbst?

Die Auswahl ist daher nicht groß, häufig steht nur der seitüber 50 Jahren bewährte Klassiker "Dörrex" derFirma SIGG im Regal. Bei ihm wird die Wärme durch eine elektrischeHeizspirale erzeugt, für die Luftzufuhr und eine konstante Wärmeverteilungsorgt der eingebaute Propeller an der Unterseite des Gerätes. Geliefertwird in Standardausführung mit zwei Sieben, die beim neueren Modellnicht mehr aus Metall, sondern - wie der gesamte Apparat - aus strapazierfähigemKunststoff (Polypropylen) bestehen.

Bis zu zehn Dörr-Siebe kann man maximal übereinander stapeln.Allerdings muß man die oberen Siebe hin und wieder mit den unterenaustauschen, weil die Wärmeversorgung naturgemäß an derSpitze deutlich nachläßt.

Wie der Dörrex kommt auch das Dörrgerät von Stöckliaus der Schweiz. Es ähnelt dem Dörrex in vielerlei Hinsicht,wird mit drei Basis-Sieben bestückt und ist ebenfalls auf bis zu zehnSiebe aufrüstbar. Nach Aussage des Gerätebauers hat es aber nocheinen entscheidenden Vorteil: Der Wärmetransport wird durch ein Gebläse,das die Wärme unten ansaugt und nach oben durchstößt, aktivunterstützt. Dadurch, so der Stöckli-Designer, werde dasDörrgut regelmäßiger belüftet, das Gerät arbeiteetwas schneller und die Dörrleistung sei optimal.

In Deutschland bietet Hans Ulrich Paret aus Berlin unter dem Namen Arumanisein Gerät an, das mit dem Stöckli-Dörrer identischist.

Solar-Dörrer Marke Eigenbau: Spannender als Surfenim Net

Eine interessante Alternative zu den strombetriebenen Trocknern hat derSchweizer Edi Aschwanden entwickelt: Vor zwölf Jahren baute der sonnenbegeisterteHobby-Bastler einen Solar-Dörrer, der siebenmal mehr Dörrgut aufnehmenkann als ein herkömmliches Elektrogerät. Die detaillierte Bauanleitung(20 A4-Seiten zum Preis von DM 40,-) verkaufte er seitdem an zahlreicheInteressenten in aller Welt. Wer nicht gerade zwei linke Hände habe,so der Erfinder, komme problemlos mit den Plänen klar. Die benötigtenMaterialien seien in Druckereien (Alt-Aluminium) und Tischlereien (Fensterglasabfälle)günstig zu erwerben, die Kosten beziffert Aschwanden auf 200 bis 300Mark. Der Selbstbau erfordere in erster Linie Zeit, sei an langen Winterabendenaber "spannender als Fernsehen oder Surfen im Internet".

Der Solar-Dörrer "Edi" ist etwa zwei Meter hoch und brauchtknapp zwei Quadratmeter Platz auf einem sonnenreichen Standort im Freien.Da er wetterfest ist, muß man ihn auch im Winter nicht unbedingt hereinholen.Daß "Edi" hilft, Energie zu sparen, ist für Aschwandennicht das einzige Plus. Mindestens ebenso wichtig ist ihm, mit dem Gerätein Gefühl für den Rhythmus der Natur zu vermitteln. "Mitder Sonne Leben" heißt das Ziel. "Wer sieht, wie in zweiTagen fünf Kilo Bohnen trocknen, wird begeistert sein."

Hans Krautstein

Hersteller

Produktname

Technik

Anzahl der Siebe

SIGG

Dörrex

elektrische Heizspirale, Propeller für konstante Wärmeverteilung

Standardausführung mit zwei Sieben, maximal zehn

Stöckli

Stöckli-Dörrgerät

Wärmetransport durch ein Gebläse

Grundausstattung mit drei Sieben, aufrüstbar auf bis zu zehn

Edi Aschwanden
Fax: 0041-62775-4518
email: aschis.mailbox@bluewin.ch

Edi

Bauanleitung zum Eigenbau für DM 40,-

kann bis zu zehn Kilo Dörrgut aufnehmen

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