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Umwelt

Ein CO2-Label für Produkte?

Wer klimaschonend einkaufen will, braucht Produktinfos. Doch wie sinnvoll ist es, neben den Nährstoffen auch die Treibhausgase auf der Verpackung anzugeben?
30.04.2009

Wer klimaschonend einkaufen will, braucht Produktinfos. Doch wie sinnvoll ist es, neben den Nährstoffen auch die Treibhausgase auf der Verpackung anzugeben?

Bis sie im Regal auf den Kunden wartet, hat eine Sechser-Packung Bioeier rund 900 Gramm CO2 erzeugt. Das haben das Ökoinstitut und die Tengelmann-Gruppe im Rahmen des Projekts „Carbon Footprint“ ermittelt.

Doch das ist ein Mittelwert, der um einige Hundert Gramm schwanken kann, je nachdem, welches Futter die Legehennen bekommen haben, ob der Hühnerhof eine Biogasanlage hat oder die Kühltheke im Laden mit Ökostrom läuft. Würde dem Kunden der Aufdruck 900 g CO2 auf dem Eierkarton weiterhelfen? In Supermärkten in Großbritannien laufen erste Versuche mit CO2-Zahlen auf der Verpackung.

Dort ist es auch üblich, eingeflogene Lebensmittel eigens zu kennzeichnen. „Damit die Verbraucher Lebensmittel an der Ladentheke einem Klimacheck unterziehen können, braucht es glaubwürdige Kennzeichnungssysteme für klimafreundliche Produkte.“ Davon ist Gerd Billen, Vorstand des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, überzeugt.

Logo nicht aussagekräftig

Lebensmittelwirtschaft und Lebensmittelhandel müssten ihre Kunden mit den relevanten Informationen bei den Produktbeschreibungen versorgen. „Ein CO2- Labelling würde entweder einen viel zu hohen Ermittlungs- und Kontrollaufwand erfordern oder nicht aussagekräftig sein“, argumentiert dagegen die Verbraucherorganisation Foodwatch.

Eine mögliche Lösung bietet etwa das Zertifizierungssystem Stop-Climate-Change, dessen Logo bereits auf einigen Bioprodukten sowie auf Schrot&Korn prangt. Es arbeitet nicht mit Gramm-Zahlen, sondern signalisiert dem Kunden, dass sich das Unternehmen im Klimaschutz engagiert. Das Logo besagt nicht nur, dass das Unternehmen den Treibhausgas-Ausstoß, der mit diesem Produkt verbunden ist, genau erfasst hat.

Es hat auch die Pflicht, den Ausstoß systematisch zu verringern. Die unvermeidlichen Emissionen müssen durch die finanzielle Beteiligung an einem Klimaschutzprojekt ausgeglichen werden. Klimaneutrales Obst bietet auch der niederländische Bio-Obstimporteur Eosta an - mit TÜV-Zertifikat.

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