Podcast S2:F2

Bio to go: Öko-Strom vom Balkon

In der zweiten Staffel des Schrot&Korn-Podcasts „Weltretter Bio?" gibt es eine Neuheit: Zusätzlich zu den Langfolgen gibt´s kurze Fakten-Folgen mit nützlichen Tipps und Infos. Dieses Mal geht es um selbst erzeugten Öko-Strom vom Balkon.

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Neue Podcast-Staffel - neues Format: Ab jetzt könnt ihr „Weltretter Bio? Was Bio dir uns dem Planeten wirklich bringt" doppelt so oft hören. Zusätzlich zur Hauptfolge erscheint einmal im Monat eine Kurzfolge mit spannenden Infos und Tipps für euch rund um die Themen Bio und Nachhaltigkeit. Podcast-Host Johanna Juni holt dafür Kolleginnen und Kollegen aus dem Verlag mit ins Boot. So könnt ihr ganz nebenbei auch die Redaktion besser kennenlernen.

In der ersten Kurzfolge geht es um Balkonkraftwerke. Die haben vor allem in diesem Jahr einen echten Boom erfahren. Passend dazu hat Redakteurin Julia Stockum den Artikel Strom vom Balkon der Autorin Sylvia Meise mitgebracht. Ihr erfahrt in der Folge, ob es sich wirklich lohnt, eigenen Naturstrom auf dem Balkon zu erzeugen. Wie funktioniert die Installation? Welcher ist der ideale Standort? Und wie sieht es mit Förderungen aus? Hier werden alle wichtigen Fragen zur Sonnenenergie aus der Steckdose geklärt.

Transkript zur Folge:

Johanna (00:17)

Herzlich willkommen zum Podcast "Weltretter Bio? – was Bio dir und dem Planeten wirklich bringt." Mein Name ist Johanna Juni und ich begrüße euch heute zu einem brandneuen Format, nämlich bio to go. Und zwar werden wir ab jetzt immer im Wechsel zu den großen Langfolgen euch Kurzfolgen präsentieren. Und das sind Kurzfolgen mit ca. 10 bis 15 Minuten Wissenshäppchen, rund um das Thema Bio für euch. Das heißt, euren Podcast gibt es jetzt nicht mehr nur noch einmal im Monat, sondern jeden zweiten Mittwoch. Also immer Mittwoch ist Weltretter-Bio-Tag. Und ja, das könnt ihr euch, wenn ihr Lust habt, schon mal im Kalender markieren. Wir starten heute mit dem Thema selbst erzeugter Strom vom Balkon. Und eine Besonderheit bei dem Kurzformat ist auch, dass nicht Oskar dabei sein wird. Ich weiß, ihr werdet ihn wahrscheinlich schmerzlich vermissen, aber dafür stelle ich euch in jeder Kurzfolge jemanden aus der Redaktion vor. Und heute ist zu Gast die Julia. Ich freue mich total. Hallo, Julia, stell dich doch mal kurz vor.

 

Julia (01:20)

Ja, hi Johanna, danke für die Einladung. Genau, ich bin Julia Stockum und arbeite im Bio-Verlag zusammen mit dir bei Schrot und Korn und auch für Cosmia, unser Naturkosmetik-Magazin. Und ich darf dich und Oskar ja auch des Öfteren mal beim Podcast hinter den Kulissen unterstützen.

 

Johanna (01:36)

Ja, du hast heute das Thema Ökostrom vom Balkon mitgebracht. Dazu hatten wir einen sehr, sehr schönen Artikel auch in der Schrot und Korn, den verlinken wir euch nochmal in den Show Notes. Und der Artikel hat dich eine Zeit lang begleitet und du hast ihn heute mitgebracht. Ja, genau. Ich würde jetzt mal starten. Vielleicht spielen ja auch einige Hörerinnen und Hörer mit dem Gedanken, sich selbst so ein Modul für den Balkon zu holen, quasi wenn man einen schönen Südwestbalkon hat, die Sonne einzufangen und sich selbst Ökostrom zu erzeugen. Damit kann man ja auch ein bisschen Geld sparen. Deswegen wollen wir uns heute damit beschäftigen. Ich spiele auch so bisschen mit dem Gedanken und frage mich, ob sich das lohnt. Wir fangen jetzt mal an mit der Frage, wie kann man denn überhaupt Ökostrom auf dem Balkon erzeugen? Das ist ja ein Trend, der noch gar nicht mal so alt ist.

 

Julia (02:24)

Ja, das stimmt. Bei meiner Recherche war ich ziemlich überrascht, weil rein prinzipiell kann man auch mit kleinen Windkraftanlagen auf dem Balkon Strom erzeugen.

 

Johanna (02:35)

Ja das finde ich total verrückt. Als du mir das erzählt hast, dachte ich so, what? Wie soll das denn funktionieren?

 

Julia (02:40)

Ging mir ganz ähnlich und es ist eigentlich kaum ernst zu nehmen. Deshalb sieht man das auch so selten. In Wohngebieten kommt da einfach nicht genug Wind an, um wirklich nennenswert Strom zu erzeugen. Und die Anmeldung eines kleinen Windrads ist wohl auch mit sehr viel Bürokratie verbunden.

 

Johanna (02:57)

Okay, also lieber kein Windkraftwerk, sondern ich vermute mal, wir setzen auf die Sonne. Wie funktioniert das denn?

 

Julia (03:05)

Ja genau, die meisten greifen auf die mittlerweile gängigste Variante zurück. Das ist Solarstrom in Form von Photovoltaikmodulen. Und die haben ja einen richtigen Boom erfahren in den vergangenen paar Monaten. Für Balkone gibt es da auch ganz spezielle Module, die sind so bisschen leichter und flexibler.

 

Johanna (03:23)

Okay, das heißt, wenn ich da Interesse habe, dann bestelle ich mir jetzt einfach ein Balkonkraftwerk im Internet oder wie stellt man sich das vor?

 

Julia (03:33)

Ja, genau, man bekommt es geliefert und so ein Balkonkraftwerk besteht in der Regel aus ein bis zwei Modulen. Die richtet man dann natürlich zu Hause am besten Richtung Süden aus und bei den Anlagen sind dann sogenannte Schuko-Stecker dabei, also die passen in jede herkömmliche Steckdose rein. Außerdem gibt es noch einen Wechselrichter dazu, der den Gleichstrom aus der Solaranlage in den für den Haushalt benötigten Wechselstrom umwandelt und dann kann man den Naturstrom eben für unsere elektrischen Geräte zu Hause nutzen.

 

Johanna (04:04)

Okay, das klingt schon mal so, als müsste ich mich selber jetzt nicht unbedingt so gut mit Strom auskennen, sondern da ist einfach ein Stecker, der das für mich macht. Das klingt schon mal sehr gut. Aber wie viel Strom bekommt man denn mit so einer kleinen Solaranlage? Weil ich meine ein Balkon ist jetzt nicht so wahnsinnig groß und ich stelle mir das eher gering vor. Lohnt sich das überhaupt?

 

Julia (04:25)

Ich würde schon sagen, weil so ein Standard-Solar-Modul mit ungefähr 400 Watt Leistung liefert ungefähr 300 Kilowattstunden pro Jahr. Heißt, dass man damit zum Beispiel den jährlichen Verbrauch von einer Waschmaschine oder einem Kühlschrank abdecken kann und dann bis zu 200 Euro sparen kann.

 

Johanna (04:42)

Das klingt ja schon mal nicht schlecht. Und wie ist das? Stimmt dieses Vorurteil, dass man immer so diesen Solarkraftwerken gegenüber hat, dass man nur dann die Waschmaschine laufen lassen kann, wenn dann auch die Sonne scheint? Oder wie funktioniert das?

 

Julia (04:57)

Ja, also wenn man keinen Speicher hat auf jeden Fall, denn der Strom, den man nicht selbst nutzt, der gelangt theoretisch dann ins öffentliche Netz und kann dann von den Nachbarhäusern genutzt werden. Eine Alternative wäre eben so ein Speicher für ein Balkonkraftwerk. Dadurch kann man dann auch den Strom, der beispielsweise mittags erzeugt wird, wenn man nicht zu Hause ist, später nutzen. Und so steigert man dann auch den Verbrauch des selbst erzeugten Balkonstroms und spart eben auch Geld.

 

Johanna (05:23)

Ich fand es jetzt ganz spannend, dass du meintest, Strom, den man selbst nicht braucht, der fließt dann ins öffentliche Netz. Wie ist es denn, wenn ich in einem Mietshaus bin mit mehreren Parteien, kommt dann mein eigener, selber produzierter Ökostrom auch wirklich bei mir in der Wohnung an?

 

Julia (05:38)

Also für Mieterinnen an einer Wohnung ist zunächst mal wichtig, vorher Vermieterinnen oder Vermieter zu fragen, ob das überhaupt möglich ist, ein Balkonkraftwerk auf dem eigenen Balkon da zu platzieren. Ganz einfach aus Sicherheitsgründen auch. Wenn das der Fall ist, dann sieht es bei einem Miethaus so aus, hat die Wohnung einen eigenen Stromzähler mit der Steckdose, in die das Balkonkraftwerk eingesteckt ist sozusagen. Dann wird der Strom auch wirklich da genutzt, wo er erzeugt wird.

 

Johanna (06:07)

Okay, das heißt also auf jeden Fall erst mal abklären mit dem Vermieter oder der Vermieterin und wenn man dann so einen eigenen Stromzelle hat, dann sollte das eigentlich kein Problem sein.

 

Julia (06:19)

Genau, in eine anderen Mietswohnung wandert das quasi nicht, sondern geht dann auch, wenn du deinen Strom nicht nutzt, direkt wieder ins öffentliche Netz.

 

Johanna (06:27)

Das heißt, man tut dann was Gutes für die Allgemeinheit. Aber jetzt frage ich mich, du hast gesagt, das boomt in den letzten Monaten. Hast du dazu Zahlen mitgebracht? Also wie viele Menschen nutzen das tatsächlich in Deutschland?

 

Julia (06:39)

Genau. Ja, also es nutzen wahnsinnig viele. Ich stelle mal einen Vergleich an. Im Juli 2023 waren rund 230.000 Anlagen bei der Bundesnetzagentur gemeldet. Dann kam ja das Solarpaket der Bundesregierung und da wurden ja viele bürokratische Hürden genommen. Deswegen hat es dann noch mal dieses Jahr einen richtigen Boom erfahren und aktuell sind so rund 400.000 Balkonkraftwerke erfasst. Man nimmt an, dass da die Dunkelziffer wirklich viel höher ist.

 

Johanna (07:12)

Aber das sind ja schon mal doppelt so viele als noch vor einem Jahr. Das klingt ja schon mal nach einer sehr guten Entwicklung. Was ich mich jetzt noch frage, wahrscheinlich ist es auch nicht so ganz billig, sich so ein kleines Balkon-Kraftwerk zuzulegen. Kann man denn dafür Fördergelder bekommen? Damit hast du dich ja auch so bisschen im Vorfeld in dem Artikel beschäftigt und lohnt sich dann letztlich auch die Investition. Das würde mich noch interessieren.

 

Julia (07:37)

Ja genau, also bei der Recherche kam auf jeden Fall raus, dass sich die Investition lohnt, vor allen Dingen auch im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Selbstversorgung. Und die Anschaffungskosten für so ein Balkonkraftwerk sind eigentlich relativ überschaubar. Man sagt, dass das zwischen fünf und acht Jahren dann amortisiert ist. Was Fördergelder angeht, ja, wie immer in Deutschland ein bisschen schwierig, weil es halt nicht bundesweit da eine einheitliche Regelung gibt, sondern es hängt dann von der Region ab, in der man wohnt.

Was allerdings bundesweit einheitlich ist und auch ganz nett, die Mehrwertsteuer, die wurde für die Solaranlagen und auch bei Grünkraftwerke abgeschafft.

 

Johanna (08:16)

Okay, das klingt ja eigentlich schon mal sehr, sinnvoll. Hast du denn, oder anders gefragt hast du schon mit dem Gedanken gespielt, hast du überhaupt einen kleinen Balkon?

 

Julia (08:24)

Ja, genau, da sind wir beim Problem. Also ich habe gar keinen Balkon. Deswegen nein.

 

Johanna (08:32)

Schade... Okay, ja, ich überleg mir das auf jeden Fall mal. Ich finde, das klingt sehr gut und vor allem, wenn man viel im Homeoffice arbeitet, was man bei so Medienjobs ja ganz gut machen kann, kann man ja auch mal mittags die Waschmaschine laufen lassen oder die Spülmaschine, während die Sonne auf den Balkon brettert.

 

Julia (08:51)

Sehr gute Idee, Johanna!

 

Johanna (08:54)

Was ich noch sehr, sehr schön fand in dem Artikel, das würde ich gerne noch mal so zum Schluss der Folge mit aufnehmen. Wer jetzt keinen Balkon hat oder wem die Anschaffung vielleicht gerade noch zu groß ist, für den haben wir noch so ein paar kleine Mini-Gadgets mitgebracht. Magst du dazu noch was erzählen?

 

Julia (09:11)

Ja genau, das finde ich auch ganz spannend. Das sind dann tatsächlich auch Sachen, die ich ohne Balkon nutzen kann. Viele haben ja schon so Solarleuchten im Garten oder auf dem Balkon. Die sind natürlich super praktisch, weil sie sich selbst aufladen und wenn die Sonne dann untergegangen ist, anspringen.

 

Johanna (09:26)

Ja, so einen habe ich auch. Finde ich total cool.

 

Julia (09:29)

Ja, ist total praktisch und es gibt halt eben auch so faltbare Modelle, die du mitnehmen kannst. Außerdem fand ich spannend, dass es Solar Power Banks gibt für Handys und Navis. Da ist allerdings so bisschen der Knackpunkt, die zu vergleichen, weil die nicht alle gleich effizient sind. Das kann man zum Beispiel machen auf dem Blog OutdoorBrüder.de

 

Johanna (09:50)

Können wir euch auch noch in den Shownotes verlinken auf jeden Fall, dann könnt ihr euch das selber noch mal in Ruhe angucken.

 

Julia (09:56)

Für uns im Homeoffice auch praktisch. Es gibt Tastaturen mittlerweile mit Solar. Die sollen auch eine lange Akkulaufzeit haben und müssen auch quasi nicht die ganze Zeit in der Sonne platziert sein. Da reicht auch ein helles Büro. Allerdings sind da qualitativ hochwertige Modelle ziemlich teuer. Und ich bin ja auch ein kleiner Campingfan. Es gibt Solarkocher in Form von Kochkisten oder Reflektorkocher. Die sind super schnell aufgebaut und natürlich auch nachhaltig. Da ist nur so ein bisschen der schwierige Aspekt, dass sie eben nur bei Sonneneinstrahlung funktionieren und auch dementsprechend so bisschen längere Garzeiten haben.

 

Johanna (10:36)

Ja, aber da kann man ja auch mal bisschen geduldig sein. Wenn man beim Campen ist, hat man ja eigentlich Zeit, oder? Außer man hat großen Hunger. 

 

Julia (10:41)

Das stimmt, da hat man... Dann wird's schwierig.

 

Johanna (10:43)

Ja, vielen lieben Dank, Julia. Ich fand das super informativ und definitiv ist es für mich nochmal ein Impuls, mich mit dem Thema mehr zu beschäftigen und mir vielleicht auch ein kleines Balkonkraftwerk zuzulegen.

 

Julia (10:53)

Ja, sehr, sehr gerne. Danke, dass ich hier sein durfte. Ja, und genau, überleg's dir doch mal.

 

Johanna (11:03)

Ich werde dich dann noch mal als Expertin zu Rate ziehen.

 

Julia (11:08)

Aufjedenfall, ich kann dir alles darüber erklären.

 

Johanna (11:10)

Sehr gut. Ja, vielen Dank auch an euch liebe Hörerinnen und Hörer fürs Zuhören. Wir hoffen natürlich, dass euch unser neues Format gefällt, dass ihr da ein bisschen was mitnehmen könnt, ein bisschen Bio-Wissen to go mitnehmen könnt und mich würde jetzt total interessieren, ob jemand von euch vielleicht auch schon ein kleines Balkonkraftwerk hat oder irgendeine andere Form, selbst Ökostrom zu erzeugen. Wenn ihr das habt, dann schreibt uns doch mal eine Nachricht, entweder per E-Mail an podcast@bioverlag.de oder auf unseren Instagram-Kanal, @schrotundkorn könnt ihr uns auch eine Nachricht schicken oder unter den Post zu der jeweiligen Folge einen Kommentar. Wir freuen uns da auf jeden Fall total, wenn wir ein bisschen mit euch in den Austausch gehen können. Und ansonsten freuen wir uns natürlich auch, wenn ihr unseren Podcast abonniert, bei eurem Lieblingspodcast-Anbieter oder uns eine Bewertung hinterlasst.

Das war's für heute und ich würde sagen, ich wünsche euch eine wundervolle Sommerzeit und wir hören uns in zwei Wochen wieder. Über nächsten Mittwoch ist wieder Podcastzeit. Bis dahin.

Über Julia Stockum

Portrait von Schrot&Korn-Redakteurin Julia Stockum

Julia Stockum arbeitet als Redakteurin für Schrot&Korn und cosmia im bio verlag. Wenn sie nicht am Schreibtisch sitzt, verbringt sie ihre Zeit gerne in der Kletterhalle, spielt Gitarre oder entspannt in der Natur.

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