Podcast S2:F4

Bio to go: Q&A mit Blick hinter die Podcast-Kulissen

Dieses Mal dreht sich bei "Bio to go" alles um euch. Ihr habt Fragen gestellt und unsere Podcast-Hosts Johanna Juni und Oskar Smolly haben sie euch beantwortet.

In dieser Folge unseres neuen Schrot&Korn-Podcast-Formats geht es um eure Fragen rund um „Weltretter Bio?“. Johanna und Oskar verraten euch, wie die Themen für den Podcast ausgewählt werden und wie der Podcast ihr Leben in punkto Nachhaltigkeit beeinflusst. Außerdem geht es darum, ob auch bei Bio Greenwashing betrieben wird und warum der Podcast eigentlich „Weltretter Bio?“ heißt. Und: Johanna und Oskar verraten euch, welche Themenwünsche aus der Community bald umgesetzt werden.

Wir freuen uns, wenn ihr auch dieses Mal wieder mit dabei seid.

Transkript zur Folge:

Johanna (00:17)

Herzlich willkommen beim Podcast „Weltretter Bio? – was Bio dir und dem Planeten wirklich bringt.“ Ich bin Johanna Juni und heute habe ich im Kurzfolgenformat Bio-to-go den lieben Oskar Smollny wieder mal bei mir vor den Mikros sitzen.

 

Oskar (00:33)

Ich freue mich sehr, dass ich heute auch mal hier dabei sein darf und dieses neue Format auch mit ausprobieren darf.

 

Johanna (00:38)

Ja, wir haben nämlich heute eine besondere Podcast-Folge geplant und zwar ein Q&A. Das bedeutet, wir beantworten eure Fragen rund um den Podcast und deswegen habe ich mir heute keine Kollegin aus der Redaktion eingeladen, sondern Oskar, der ja auch bei den Langfolgen immer mit dabei ist und mit dem ich heute gemeinsam eure Fragen beantworten möchte. Wir haben einen kleinen Aufruf gestartet bei Instagram vor ein paar Wochen und auch in unserem Broadcast-Channel bei Instagram, falls ihr den noch nicht kennt und haben einige Fragen von euch bekommen, auf die wir heute eingehen wollen.

 

Oskar (01:12)

Uns haben einige Fragen erreicht und wir haben eine kleine Vorauswahl für euch getroffen, weil das ja ein Bio-to-go ist, das soll ja schnell gehen. Und ich würde sagen, wir fangen direkt mal an. Die erste Frage, die ist direkt eine sehr persönliche Frage an uns und zwar gibt es etwas in puncto Nachhaltigkeit, was wir jetzt dadurch, dass wir den Podcast machen, anders machen? Johanna.

 

Johanna (01:36)

Ja, ich fand die Frage gar nicht so einfach zu beantworten, weil das ja so ein Prozess ist. Wie lange machen wir den Podcast jetzt schon? Seit einem Dreivierteljahr. Wahnsinn, jetzt auch schon wieder seit einem Dreivierteljahr. Und das ist ja so ein Prozess, wo man irgendwie sich durchbewegt und nach und nach Dinge auch anpasst und ändert und sich Gedanken, ja, Einstellungen, Haltungen verändern. Deswegen musste ich wirklich ein bisschen über die Frage nachdenken. Aber was mir auf jeden Fall in den Kopf direkt geschossen ist, dass ich tatsächlich nach der Balkonfolge mit dem Gartenfräulein, mit Silvia, darauf achte, dass ich wirklich meinen Balkon mit Blümchen dekoriere, die nicht nur schön aussehen, sondern die auch die Bienen mögen. Und ich achte jetzt darauf wirklich nur Bio-Erde zu kaufen und wenn ich Dünger kaufe, dann eben auch Biodünger.

 

Oskar (02:25)

Tatsächlich ist das auch eine Sache, die ich auch mache. Ich habe darauf geachtet, dieses Jahr mein Balkönchen, ist es ja bei mir, auch komplett in Bio zu begrünen, was natürlich leicht ist, wenn der Balkon nur einen halben Quadratmeter groß ist. Aber genau, ich habe dann recherchiert und gesehen, es gibt bei mir in Nähe eine Biolandgärtnerei und da habe ich dann auch die Blümchen gekauft.

 

Johanna (02:47)

Und was ich auch mache, ist, dass ich seit der Folge zum Thema Landwirtschaft, das war ja unsere allererste Folge, in der wir darüber gesprochen haben, was unterscheidet im Endeffekt Biolandwirtschaft von konventioneller Landwirtschaft und was macht man überhaupt als Landwirtin, Landwirt den ganzen Tag? Steht man da wirklich den ganzen Tag auf dem Acker? Ist das so eine Mischung aus draußen und aber auch drinnen im Büro arbeiten? Was passiert da genau? Jedenfalls, seitdem mache ich mir tatsächlich mehr Gedanken darüber, wenn ich im Supermarkt stehe oder im Bioladen. Wer dafür auf dem Acker stand, wie viel Arbeitszeit da reingeflossen ist und warum dann eben auch Bioprodukte oftmals ein bisschen mehr kosten, weil eben mehr Arbeit reinfließt.

 

Oskar (03:28)

Bei mir war es ähnlich, dass ich seit der ersten Folge angefangen habe, viel bewusster durch diese Bio-Welt zu gehen oder noch bewusster. Ich glaube, für mich ist es wirklich so, dass ich aus jeder Folge, die wir machen, was mitnehme, vor allem auch durch die Gäste und Gästinnen, die wir haben, weil das einfach so inspirierende Menschen sind und mich das so beeindruckt, mit wie viel Elan und wie viel Überzeugung, die ihrer Arbeit nachgehen und dass mich eigentlich dazu anspornt, auch selbst kleine Dinge in meinem Alltag zu verändern. Es sind wirklich die Begegnungen mit den Gästen, die wir haben, die ich inspirierend finden.

 

Johanna (04:06)

Ich möchte gleich auf eine weitere Frage zu sprechen kommen, die schließt sich da eigentlich ganz schön an und zwar, wie läuft die Themenfindung hinter den Kulissen ab? Und zwar ist es so, dass Oskar und ich als Hosts, aber auch eben als Redakteurinnen unterstützt werden von Ele und von Julia, zwei Redakteurinnen bei Schrot und Korn. Julia habt ihr schon kennengelernt in der letzten Kurzfolge, Ökostrom vom Balkon.

Und wir setzen uns dann eben oft zu viert zusammen und brainstormen tatsächlich ganz klassisch überlegen, was euch interessieren könnte und schauen dabei natürlich auch, was gerade aktuell ist. Also zum Beispiel in der Osterfolge die Schokolade, die da teurer geworden ist, die Schokohasen, die teurer geworden sind. Oder eben in der Folge Bio- und Umweltschutz, das war noch letztes Jahr im Winter, haben wir die aktuelle Diskussion Glyphosat aufgegriffen.

Wir schauen, was gerade Saison hat. Also zum Beispiel eben der Balkon. Da haben wir dann zwei Folgen zum Thema Balkon gemacht. Und dann gucken wir eben abgesehen von diesen aktuellen Aufhängern, welche Bio-Basics wir euch auf jeden Fall ans Herz legen wollen. Zum Beispiel eben den Zusammenhang zwischen Bio- und Umweltschutz. ja, unser Ziel ist dabei wirklich, die Bio-Themen möglichst leicht und einfach und so in Häppchenform rüberzubringen, ohne jetzt da groß Fremdwörter oder schwierige Begriffe oder großes Brimborium, sondern wirklich einfach kurz auf den Punkt zu bringen. Ich hoffe, dass uns das gelingt und auch immer besser gelingt. Das ist ja auch ein Prozess, durch den wir gehen. Und genau, wenn wir dann so Thema haben, dann fragen wir einen Gast oder eine Gästin an.

 

Oskar (05:47)

Eine weitere Frage, die uns erreicht hat, wo wir jetzt darauf kommen, dass es auch wichtig ist, dass wir diese Bio-Basics auch behandeln, war, die Hörerin hätte gehört, dass Bio oft Greenwashing sei. Und ob das denn stimme. Und das finde ich eine super spannende Frage und eine super wichtige Frage, weil wir uns alle ja irgendwie durch den Alltag bewegen und von Siegeln überschüttet werden. Es gibt für jedes Produkt ein eigenes Siegelgefühl. Genau, was bedeutet Greenwashing eigentlich?

Und ich glaube, man kann es darauf runterbrechen. Greenwashing bedeutet, dass Unternehmen sich oder halt ihre Produkte VerbraucherInnen gegenüber nachhaltiger darstellen, als sie eigentlich sind. Sie versuchen also zum Beispiel mit hauseigenen Labels oder durch schöne Formulierungen oder tatsächlich einfach durch eine grüne Verpackung sich grün zu waschen. 

 

Johanna (06:37)

Oder grün im Namen auch.

Oskar (06:39)

Genau, das ist auch immer gut. Und was ich aber sagen kann oder was wir sagen können, wo Bio draufsteht, ist auch Bio drin. Also Bio ist ein geschützter Begriff, der ist gesetzlich geschützt für Lebensmittel und die Erzeugerbetriebe werden regelmäßig kontrolliert. Dazu gab es jetzt aber in Bezug auf Greenwashing auch noch eine Richtlinie von der EU, die im März 2024 in Kraft getreten ist. Die soll tatsächlich VerbraucherInnen noch mehr schützen. Also zum Beispiel irreführende Aussagen über die Nachhaltigkeit von Produkten sind dann einfach nicht mehr zulässig.

Und zum Schluss noch ein ganz kleiner nutzwertiger Tipp für euch. Wir haben auf der Schrot und Korn Homepage eine Übersicht mit allen Siegeln für euch erstellt, wo ihr vergleichen könnt, was welches Siegel bedeutet, unter anderem auch für Non-Food-Produkte. Und der NABU hat eine App, mit der ihr im Supermarkt direkt die Siegel scannen könnt. Wir verlinken euch aber beides nochmal in den Shownotes.

 

Johanna (07:41)

Kommen wir zur nächsten Frage, beziehungsweise eigentlich ist es keine Frage, sondern wir haben euch gefragt, welche Themen würdet ihr euch wünschen? Und da kamen sehr schöne Vorschläge, wie ich finde. Und zwar kam da beispielsweise der Bau von Insektenhotels, das Thema Bio-Olivenöl, das Thema Fairtrade-Café und auch der Wunsch nach mehr aktuellen Diskussionen und Politik.

Da würde ich gerne euch nochmal eine Folge ans Herz legen und zwar gerade die Themen Bio-Olivenöl und Fair Trade Kaffee gehen sehr stark auch in die Richtung unserer Kakao-Folge. Also hört doch mal in die Podcast-Folge Frohe Ostern rein, da erklärt uns Markus Wolter von Misereor ganz genau, warum der Kakaoanbau durch die Klimakrise teurer geworden ist. Und wir erklären auch da nochmal anhand des Beispiels Kakao den Unterschied zwischen bio- und konventionellem Anbau und auch was Fair Trade bedeutet. Also vielleicht kann man sich da dann auch ein paar Sachen ableiten, hin zum Thema Bio-Olivenöl und eben auch Fair Trade Café. 

Und was die aktuellen Diskussionen angeht, freuen wir uns, sehr, sehr, sehr euch sagen zu dürfen, dass wir in der nächsten Folge ein brandaktuelles Thema aufgreifen, also wirklich auch euren Wunsch aufgreifen, und zwar geht es da um das brisante Thema Pestizide. Da erklären wir, welche Auswirkungen Pestizide auf die Umwelt haben und aber auch auf die menschliche Gesundheit. Wenn ihr jetzt schon Lust habt, noch mehr in politische und aktuelle Themen reinzuhören, dann hört euch doch mal die Folge zum Thema Umweltschutz an. Da geht es auch um die aktuelle Debatte zum Thema Glyphosat. Und was ich zum Bau von Insektenhotels noch sagen kann. Wir geben das mal an die Redaktion weiter. Vielleicht lässt sich daraus ja was machen. 

Und in der Zwischenzeit könnt ihr euch auf jeden Fall auf der Schrot und Korn Website einen Artikel durchlesen, wie man den Garten insektenfreundlich gestalten kann und wie man eine Wurmkiste selber bauen kann. Wir verlinken euch da auch auf jeden Fall beide Artikel in den Show Notes.

 

Oskar (09:46)

Auch für alle Würmer, die uns zuhören, vielleicht interessant. 

Eine Frage, die, finde ich, ein guter Abschluss ist für heute, ist, warum heißt der Podcast eigentlich Weltretter bio? Und warum mit Fragezeichen? Sind wir selber nicht überzeugt davon, dass bio Weltretter ist? Tja.

Eine gute Frage. Wir haben uns lange Gedanken gemacht, wie wir diesen Podcast nennen im Voraus, also ganz lange schon vor der ersten Folge. Und im Grunde ist es so eine Kombination aus mehreren Sachen. Also einerseits wollen wir natürlich dieses Gutmenschen-Tum ein bisschen aufs Korn nehmen. also wir sind, wir verstehen uns nicht komplett als Weltretter, nur weil wir hinter Bio stehen. Wir wissen, dass wir gegebenenfalls voreingenommen sind, was das anbelangt.

Aber ich persönlich sehe das auch immer als eine kleine Erinnerung, dass wir kritisch bleiben und die Dinge einfach realistisch bewerten. Also, das Weltretter Bio, ja, ist Bio tatsächlich der Weltretter und da uns auch selbst immer ein bisschen hinterfragen. Ich persönlich bin überzeugt, dass ein Weg hin zu nachhaltiger ökologischer Erzeugung von Lebensmitteln unabdingbar ist, um der Menschheit eine gute Zukunft zu ermöglichen. Insofern ja, Weltretter Bio gehört dazu. Und ja, Weltretter ist vielleicht ein bisschen viel Pathos, aber dadurch nehmen wir das auch ein bisschen mit Humor, glaube ich, und machen es für euch ein bisschen unterhaltsamer. Und genau, es wird nicht so super ernst.

 

Johanna (11:15)

Sehr schön gesagt. Ja, hast du sehr schön gesagt. Dem kann ich eigentlich mich nur anschließen, dass ich auch denke, dass der Weg hin zu einer nachhaltigen ökologischen Erzeugung von Lebensmitteln wirklich wichtig ist. Und zwar zum einen für unsere eigene Gesundheit und aber auch für die Gesundheit des Planeten. Und dass wir da aber eben nicht nur die Konsumentinnen und Konsumenten in der Verantwortung sehen, sondern eben auch in der Politik Handlungsbedarf sehen, sodass Bio irgendwann auch zugänglich wird wirklich für alle Menschen, die sich mit Bio ernähren wollen und Bio konsumieren wollen. Absolut. Ja, vielen Dank, Oskar, dass du heute in der Kurzfolge dabei warst.

 

Oskar (11:56)

Sehr gerne.

 

Johanna (11:57)

Ich bin gespannt, ob wir dieses Format vielleicht nochmal machen. Schreibt uns doch mal eine Nachricht oder unter den Post zur Folge einen Kommentar bei Instagram, wie euch das Format gefällt, Q&A.

Und wenn ihr Lust habt, wenn euch das gut gefällt, dann können wir das ja einfach regelmäßigen Abständen immer mal wieder machen, dass wir eure Fragen beantworten. Wir freuen uns auf jeden Fall sehr, sehr, wenn ihr mit uns in den Austausch geht, weil das uns auch bei unserer Arbeit weiterbringt. Wir wissen dann, was interessiert euch, ja, wovon wollt ihr mehr wissen, was findet ihr vielleicht nicht so gut. Also das hilft uns total, auch den Podcast weiterzuentwickeln. Deswegen zögert nicht, uns zu schreiben, Kontakt aufzunehmen und natürlich freuen wir uns auch über eine 5-Sterne-Bewertung bei iTunes, bei Spotify. Auch das hilft uns bei unserer Arbeit, dass immer mehr Menschen den Podcast sehen und dann eben auch hören können. ja, jetzt genug für heute. Wir freuen uns, dass ihr dabei wart und geben vielleicht noch mal den kleinen Ausblick in zwei Wochen. Also, Mittwoch in zwei Wochen kommt die Folge zum Thema Pestizide, denn euren Podcast gibt's jetzt immer zweimal im Monat. Genau, bis dahin. Tschüss.

 

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