Transkript zur Folge:
Oskar (00:12)
„Weltretter Bio?“ Ein Podcast von Schrot und Korn.
Hallo und herzlich willkommen zur letzten Folge der zweiten Staffel von „Weltretter Bio?“. Gleichzeitig die letzte Folge in diesem Jahr. Und wir haben uns etwas ganz Besonderes ausgedacht. Jetzt nach den Festtagsschlemmereien eine Folge über Ernährung. Und wie beeinflusst das, was wir essen, unsere Psyche? Wir stellen uns die Frage, welche Nahrungsmittel können beim Winterblues unterstützen? Was für Lebensmittel sind gut? Welche Lebensmittel sollte man eher meiden und ja was für Vitamine gibt es und so weiter und so fort. Dafür haben wir uns einen Experten eingeladen und zwar Doktor Matthias Riedl. Matthias ist Diabetologe und Arzt für Innere Medizin und leitet eins der größten Ernährungsmedizinischen Zentren Europas in Hamburg. Aber das wird er euch gleich auch noch selber erzählen. Also viel Spaß mit der Folge.
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Also, herzlich willkommen, Dr. Matthias Riedl. Du bist Diabetologe, Ernährungswissenschaftler, Ernährungsarzt, aber stell dich doch in eigenen Worten noch einmal kurz vor für unsere Hörerinnen und Hörer.
Matthias (01:57)
Ja, gute Frage. Ich versuche es ganz kurz zu machen, weil ich tatsächlich eine ganze Menge mache. Ich bin Gründer und ärztlicher Direktor vom Medikum Hamburg. Wir sind Europas größtes Zentrum für Ernährungsmedizin und Diabetologie. Und aus meinem Anspruch, die Ernährungsmedizin weiter voranzubringen, sind dann ganz viele andere Aktivitäten entstanden. Unter anderem bin ich Vorstandsmitglied des Bundes Deutscher Ernährungsmediziner. Da setzen wir uns ein für mehr ernährungsmedizinische Betreuung. Und dann haben wir auch die MyFoodDoctor App entwickelt. Da bin ich auch Mitgründer. Das ist die erste deutsche ernährungstherapeutische Volldigitale App. Die wird Anfang des Jahres, wird sie, des Jahres 25, sag ich mal so, wird in den nächsten Monaten von den Krankenkassen zertifiziert, sodass die dann kostenerstattungsmäßig die User nichts kostet. Und dann bin ich noch Chefredakteur der Zeitschrift Iss Dich Gesund? Und natürlich, da kennen mich die meisten her, in der Ernährungs-Doc und in vielen Fernsehformaten zu sehen und natürlich noch Podcaster, Buchautor. Also man rutscht dann, wenn man sich dafür einsetzt, die Ernährungsmedizin voranzubringen, rutscht man in so Bereich, was ich eigentlich gar nicht wollte. Man ist so bisschen Influencer auch, wobei ich damit kein Geld verdiene, weil ich mache keine Werbung für Firmen.
Oskar (03:24)
Ich habe aber auch schon etliche Bücher gesehen, die du als Autor zu verantworten hast, wo es um Ernährung geht. Und deswegen würde ich jetzt erstmal die ganz, das ist eine sehr weite Frage, aber zum Einstieg erstmal die grundsätzliche Frage stellen, kann ich mich glücklich essen?
Matthias (03:42)
Die Antwort ist in Kurzversion ja unbedingt! Aber damit gibst du dich jetzt wahrscheinlich auch nicht zufrieden. Willst du die längere Version haben?
Oskar (03:52)
Bisschen länger ist also ja also ich gerne ja!
Matthias (03:56)
Also das ist mir ein wichtiges Thema, weil wir sind ja sowieso, gerade Deutschland ist ja ein Land der Kranken und Lebenserwartung, letztes Viertel in den westlichen Industrienationen, da sind sie fast alle besser und wir sind ein Land der psychisch kranken. Also gerade jetzt im deutschen Ärzteblatt stand, 45 Prozent der Deutschen haben direkt und indirekt mit Depressionen zu allein mit Depressionen zu tun. Also jeder zweite entweder durch Freunde, Verwandte oder selber Betroffen. Im Schnitt liegt die Depression bei so 14, 13, 15 Prozent in Deutschland regional noch mal unterschiedlich. Und dazu kommen dann noch, was wir auch noch haben, viel Angststörungen. Also rund ein Drittel der Deutschen ist psychisch manifest krank. Also, und da muss man sagen, jeder Dritte, können wir durchzählen.
Oskar (04:49)
Wir sind jetzt nur zu zweit, aber...
Matthias (04:52)
Genau, ich sehe du lachst, also wahrscheinlich wirkst relativ ausgeglichen und gesund. Ich bin auch zum Glück nicht betroffen. Aber es hat stark zugenommen und es hat auch zugenommen in Amerika. Da liegen wir schon bei 40 Prozent psychischen Erkrankungen. Jetzt ziehen wir mal die, was hat sich verändert in den letzten Jahren? Die Kassenvertreter sagen dann schnell und manche Ärzte sagen ja, Krieg, Krise, Klima, es ist alles mies, aber Krieg gab es auch vor 70 Jahren. Was hat sich aber verändert? Und wenn die Amerikaner noch ein bisschen schlechter sind als wir? Dann deutet das ganz stark auch auf die Ernährungsgewohnheiten hin. Die Amerikaner sind in allem, was mit Essen zu tun hat, immer ein bisschen schlechter. Das ist ein Klischee und das stimmt, das lässt sich statistisch untermauern. Und da sind sie immer ein bisschen weiter. Und wenn wir wissen wollen, wie es Deutschland in ein paar Jahren geht, dann kann man sagen, guckt nach Amerika, dann haben wir 40 Prozent psychisch Erkrankte. Und jetzt, wo kommt das her?
Oskar (05:48)
Stimmt.
Matthias (06:06)
Also in Kurzform, wir essen zu viel hochverarbeitete Produkte. Diese machen uns psychisch krank. Dafür gibt es gute Studien. Diese hochverarbeiteten Produkte machen diverse Krankheiten. Sie machen vermehrt auch Entzündungen im Körper. Sie machen Krebs. Sie machen Herz-Kreislauf-Erkrankungen vermehrt. das ist das eine erstmal. Warum das so ist, das weiß man nicht so genau. Das sind die Chemikalien da drin. Das sind aber auch die Tatsache, dass die hochverarbeiteten Produkte inhaltsleer sind. Da fehlen bestimmte Dinge, da fehlen Vitamine, da fehlt Magnesium beispielsweise. Magnesium ist für unsere Psyche sehr wichtig. Was da gar nicht drin ist, sind Omega-3-Fettsäuren beispielsweise. Fast gar nicht, ja. Und wir wissen eben auch, dass Omega-3-Fettsäuren, Magnesium, auch Eisen, Vitamin D und die ganzen Nervenvitamine, die B-Vitamine, dass die total wichtig sind für ein funktionsfähiges Gehirn.
Nicht umsonst wird zum Beispiel in den kanadischen Leitlinien auch Omega-3-Öle empfohlen für die Behandlung der Depression. Um das jetzt noch mal weiter runterzubrechen, diese Argumentationsfolge, das nutzen wir seit vielen Jahren bei uns im Medikum Hamburg eben auch, um Depressionen zu behandeln. Wir können Depressionen um gut 30 Prozent verbessern, mit der richtigen Ernährung. Und auch mit Omega-3-Fettsäuren beispielsweise. Zum Beispiel eine Wochenbettdepression, also nach der Geburt, die schmilzt weg unter Omega-3-Gabe. Die Schwangeren haben eben einfach ganz wenig Omega-3, weil das Kind hat das alles weggesaugt.
Oskar (07:53)
Das ist ja, also genau jetzt hatten wir schon im Grunde auch die Frage, welches Essen sorgt für schlechte Laune, wenn man so will. Also schlechte Laune ist vielleicht ein bisschen euphemistisch ausgedrückt für Depression. Das ist ja weitaus mehr als einfach nur schlechte Laune. Was ja dann auch absurd ist, weil man kennt es ja aus, also ich glaube jede Person, die schon in irgendeiner Form stationär war im Krankenhaus, weiß, dass das Essen da nicht überragend ist. Und dass ja eigentlich gegen diese Erkenntnisse steht, dass man sagt, eigentlich um gesund zu werden, muss man gut essen. Wir befinden uns jetzt in der dunklen Jahreszeit. Wir haben, wenn diese Folge erscheint, gerade den kürzesten Tag des Jahres hinter uns. Und vielen Menschen fällt es gerade im Winter schwer, nicht in eine depressive Stimmung zu verfallen. Die bekannte saisonale Depression. Gibt es denn konkret Lebensmittel, die jetzt helfen, gegen den Winterblues anzuessen?
Matthias (08:50)
Also ja, unbedingt. Omega 3 habe ich schon genannt, Eisen, Magnesium ausreichend. Magnesium fördert auch bei uns die Empathie Fähigkeit, übrigens auch Omega 3. Wir können sogar feststellen, dass im Gehirn das Zentrum, wo die Empathie sitzt, der Hippocampus, dass der größer wird. Den kann man damit beeinflussen. Und wenn man jetzt mal sagt, warum, was, wie wir sind doch jetzt hier bei psychischen Erkrankungen, Empathielosigkeit in der Gesellschaft macht die Gesellschaft kalt. Und eine kalte Gesellschaft macht uns unglücklich. Also die Empathie ist sozusagen das, was uns gut zusammenleben lässt. Also das dem Nachbarn guten Morgen wünschen, sich kurz nach der Gesundheit erkundigen, Empathie zeigen. Sagen ach, das tut mir aber leid, dass es dir nicht gut geht.
Solche Dinge fallen bei uns in der Gesellschaft immer mehr weg. Und man hat auch festgestellt, dass die Empathie Fähigkeit in der Gesellschaft seit den 90er Jahren stetig abgenommen hat. Theorie ist ja, die Leute bekommen zu wenig Omega 3, zu wenig Magnesium, zu wenig pflanzliche Nahrung. Damit nimmt die Empathie ab. Und das hat dann auch eine kältere Gesellschaft zur Folge. Kältere Gesellschaften fördern geradezu auch seelische Erkrankungen. Das ist das eine. Aber was können wir noch machen? Also wir können, sollten uns Pflanzenreich ernähren. Also wir brauchen halt diese 500 Gramm Gemüse, die brauchen wir. Warum? Weil die Ballaststoffe da drin, die wirken direkt antientzündlich. So und wir begreifen heute zum Beispiel die Depression auch als eine Erkrankung des Gehirns, die auch mit kleinen Entzündungen im Gehirn einhergeht. Und deshalb haben jetzt blöd, hört sich das an, aber Ballaststoffe haben eine antidepressive Wirkung darüber.
Und dann haben wir noch was anderes. Jeder kennt den Glücksbotenstoff Serotonin. Der wird vom Körper hergestellt aus Tryptophan. Und diese Aminosäure Tryptophan, aus dem der Körper dann das Glückshormon Serotonin macht, das ist zum Beispiel drin in Hartkäse, auch in Hülsenfrüchten, in Fischfleisch, Eiern. Das sind wesentliche Lieferanten. So und wer jetzt mal überlegt, okay, esse ich jetzt Hülsenfrüchte? Die meisten sagen nein oder selten. Ich esse jetzt Fisch, Fleisch, Eier. Da sind die Veganer schon raus. Gut, aber Veganer essen eben viel Hülsenfrüchte, das tun die. Das sind tatsächlich Lebensmittel, die sehr tryptophanreich sind. Und dann gibt es noch Lebensmittel, die direkte positive psychische Wirkung haben, wie z.B. Chili und Ingwer, durch die Schadstoffe im Mund werden Rezeptoren gereizt und dadurch werden im Gehirn Endorphine frei. Das kennt man vom Joggen oder nach dem Sport, fühlt man sich richtig gut.
Und dann gibt es auch noch Lebensmittel, die sehr viele Nervenvitamine enthalten. Ich sage mal die B-Gruppe, Vitamin B6, Bananen. Bananen sind doppelt mit dabei, die enthalten auch Tryptophan. Und dann haben wir eben auch viele Vitamine und auch Mineralien, die wir brauchen, um ein gesundes Gehirn zu haben. Spargel, Süßkartoffeln, da ist auch Eisen noch drin, Vitamin B6. Dann würde man sagen, aber Deutschland ist doch kein Vitaminmangelland. Was kommt der Riedl da her jetzt mit? Wir erleben immer mehr, wenn es den Leuten nicht gut geht, dann messen wir die B-Vitamin und dann sehen wir hier doch ein Mangel. Das muss man machen, auch bei alten Leuten, wenn die eine Depression haben. war einfach mal gucken, sind die mangelernährt? Bei alten Menschen im Altersheim ist die Wahrscheinlichkeit zu 70 Prozent, dass die mangelernährt sind. Dann sind die depressiv. Vielleicht haben sie auch noch zu wenig getrunken, dann sind sie auch noch schlapp.
Das betrifft übrigens auch uns, wenn wir ein Prozent Flüssigkeitsdefizit haben. Jetzt fällt mir gerade ein, ich muss mir mal einen Tee wieder machen. Ein Prozent... du hast einen Tee.
Oskar (12:49)
Darauf trinke ich erstmal einen Schluck.
Matthias (12:51)
Ja, ich habe einen Fehler gemacht… So, also ein Prozent Flüssigkeitsmangel macht eine Leistungsminderung um zehn Prozent. Und wenn man schlapp irgendwie auf dem Sofa hängt. Das spielt halt alles in die Richtung schlapp, müde, abgeschlagen. das sind so Beispiele, wo wir sagen können, da können wir uns gesund essen. Nüsse übrigens habe ich vergessen bei den Tryptophan Lieferanten. Superfood. Und wenn man jetzt das zusammenbricht, dann sagt man Hülsenfrüchte, Nüsse, jetzt beispielsweise Mandeln, meine Lieblingsnuss, da gibt es ja so viele tolle Möglichkeiten, die zu uns zu nehmen. Also als Mandelmus oder als Mandel selbst.
Oskar (13:37)
Das heißt aber auch an der Stelle, ich höre das da gerade raus, weil der erste Gedanke, wenn man sagt, man braucht Vitamine, wir kennen alle diese Multivitamine, im Bioladen auch Vitaminpräparate. Was ich jetzt aber raushöre ist, es gibt kein Vitaminpräparat, wo drauf steht einfach Serotonin oder Endorphin. Und wie ich das jetzt raushöre, muss man gucken, dass man, oder ist es vielleicht sogar besser, eben Lebensmittel zu essen, die diese Stoffe, in diesem Fall das Tryptophan enthalten.
Matthias (13:56)
Ja, ganz genau. es ist so, dass wir für Vitamine, es gibt ein einziges Vitamin, das ist eine Ausnahme, wenn ich es im Mangel habe, das ist die Folsäure, das ist auch ein B-Vitamin. Folsäure hat eine direkte antidepressive Wirkung, besonders wenn man es im Mangel hat. Jetzt würde ich jetzt aber nicht dazu auffordern, Folsäure zu essen als Tablette, sondern im Lebensmittel, weil wir haben dann eine Vielzahl von anderen Substanzen eben noch dabei. Aber ansonsten hast du völlig recht, ja, Multivitaminpräparate oder Vitaminpräparate sind nur dann angezeigt, wenn ich es mit normaler Ernährung nicht hinkriege. Weil die normale Ernährung, also die gesunde Ernährung, auch die Pflanzen betont ist, sollte sie immer sein, pflanzenbasiert, die liefert ja dann nicht nur diese Vitamine, sondern auch noch sekundäre Pflanzenstoffe.
Und diese sekundären Pflanzenstoffe, da gibt es 100.000, 10.000 sind für uns gesundheitlich relevant. Und davon ist erst ein Bruchteil richtig untersucht. Das heißt, wir kriegen einen Blumenstrauß noch von sekundären Pflanzenstoffen, die übrigens auch zusammen mit dem Magnesium und den Omega-3-Fettsäuren Empathie fördern. Die sekundären Pflanzenstoffe sind wichtig. Also wir haben sozusagen, wenn man so will, sagen wir jetzt mal ein Fremdwort, so eine pluri-potente Wirkung, eine vielgestaltige Wirkung von einer Pflanzen, Gemüse basierten Ernährung. Und das ist halt, wenn ich jetzt so ein Vitaminpräparat nehme, nicht so. Wenn ich einen Mangel...
Oskar (15:41)
Und auch keine Ballaststoffe.
Matthias (15:42)
Genau, die habe ich ja auch nicht dabei. Und wenn ich jetzt die Vitaminpräparate nehme, gut, wenn ich einen Mangel habe, dann sind einzelne Vitamine indiziert. Aber ich würde niemals Multivitaminpräparate nehmen und Vitamine nur, wenn man das abgesprochen hat und nachgewiesen hat im Blut. Da ist ein Mangel und die kriegen wir nicht anders weg.
Oskar (16:04)
Du hast es gerade schon angesprochen, also zwei Sachen. Einerseits die Sonderform der veganen Ernährung, wo man sagt, hier fallen diese tierischen Produkte, die du genannt hast, Hartkäse, Fleisch, Fisch, fallen da weg. Wie können bestimmte Ernährungsweisen unsere Stimmung beeinflussen?
Matthias (16:20)
Ja, also da gibt es Studien, die zeigen, die Ernährungsstudien laufen ja immer so ein bisschen, was essen die Leute und wie sind die gesundheitlich drauf. Und da gibt es Studien, die zeigen ganz klar, je höher der Gemüse- und Obstanteil, desto geringer das Depressionsrisiko. Das gibt es. Aber wir haben auch Studien, die ganz klar zeigen, Angststörungen, eine positive Wirkung durch Omega 3, auch positive Wirkung für ADHS oder auch sogar für Psychosen. Also das Gehirn profitiert enorm von Omega-3-Fettsäuren und das ist besonders deshalb relevant, weil 70-80 Prozent der Bevölkerung da einen Mangel hat. Und die Frage ist, wo kommt der Mangel her? Ja, der kommt auch daher, weil wir zu viel hochverarbeitetes Essen. Ja, tu ich ja nicht, sagen manche. Nein, doch. 50 Prozent unserer Ernährung ist hochverarbeitet, bei der Jugend ist es 60 und bei den bei der Ami-Jugend ist es 75.
Oskar (17:21)
Das ist unglaublich. Das ist ja dreiviertel. Das heißt, vielleicht um das mal kurz noch darzustellen, was ist ein unverarbeitetes Lebensmittel, was ist ein verarbeitetes oder hochverarbeitetes Lebensmittel?
Matthias (17:35)
Genau, vielen ist nicht klar, was hochverarbeitete Lebensmittel sind. Und die Lebensmittelindustrie stänkert da auch immer gleich dagegen. Ja, ist ja nicht ganz klar. Es gibt diese Nova-Klasse 1, 2, 3, 4. Eigentlich hochverarbeitet ist nur die Nova-Klasse 4, also höchstverarbeitet. Wir nennen das auch ultra-hochverarbeitet. Und diese Lebensmittel sind gekennzeichnet dafür, dass sie Chemie enthalten, dass es sehr denaturierte Bestandteile sind. Man nimmt dann zum Beispiel nicht Erbsen und macht da was draus, sondern das Erbsenprotein. Aber wenn ich jetzt das Erbsenprotein zusammen mansche mit ein bisschen Farbstoff, ein bisschen Aroma, dann muss das aber auch halten, muss eine Form kriegen. Und dann kommt da noch ein Emulgator rein und dann ein Feuchthaltemittel. Das sind dann die Phosphate. So und diese Mischung, da fällt jedem jetzt gleich so ein Burger ein. Die sind tatsächlich hochverarbeitet. Das ist was anderes, wenn ich jetzt Erbsen nehme, Champignons, Bohnen, Zwiebeln, mach die fein und bapp die zusammen, dann ist das verarbeitet, aber alles gar kein Thema. Auch Joghurt ist ja verarbeitet, aber super Lebensmittel. Aber nur, dass sobald da Chemie reinkommt, Sucralose, geringer Einsatz. Also ich kauf mir auf dem Weltmarkt ein bisschen Erbsenprotein. Die ganze Chemie kostet nichts. Dann habe ich ein super Marketing.
Das schadet dem Konsumer und das nützt auch der Natur am Ende wenig. Und das ist unser Problem. Ich habe dazu auch, weil das ist mir eine Herzensangelegenheit, weil ich habe dazu auch das Buch Unser Essen, Killer und Heiler verfasst, was dieses Dilemma beschreibt, dass wir einerseits uns, so wie ich es beschrieben habe, richtig glücklich und gesund essen können. Und auf der anderen Seite gibt es Produkte, die machen ganz genau das Gegenteil. Und von diesen Produkten, da haben wir die Daten, dass wir sagen, ja, ultrahoch verarbeitete Produkte fördern Schuppenflechte, fördern Depressionen, fördern Krebs. Was müssen wir noch, auf was warten wir noch? Gut, der Gesetzgeber ist da so ein bisschen zurückhaltend, klar, weil gibt mir Beweise. Deshalb ist es bei jedem einzelnen von uns einfach zu sagen, ich entscheide jetzt für mich. Ich esse das oder ich esse es nicht.
Oskar (19:54)
Das ist ein bisschen so, dass die Verantwortung da wieder ans Individuum abgegeben wird. Was man auch sagen könnte, klar, wir sind selbst verantwortlich dafür. Was könnte man denn machen an Bildungsangeboten oder so, also dass man sagt, wir haben jetzt gesagt, das sind die hochverarbeiteten Lebensmittel und auf der anderen Seite nicht verarbeitetes Lebensmittel ist dann wahrscheinlich wirklich ein Lebensmittel, was man noch erkennt. Also ein Salat, dann weiß man, das ist ein Salat, da ist ein Salat drin dran.
Matthias (20:26)
Also ich nehme mal ein Beispiel. Ich weiß, das ist ein Dilemma, weil viele haben Schwierigkeiten mit der Abgrenzung. Also das hier, alles, was in der Gemüsetheke liegt, unverarbeitet ist, ist klar. Wenn wir es kochen auch, dann ist es Grad eins, super, klasse, alles gut. Das hat Vorteile, weil dann können wir es besser aufnehmen. Aber nur mal als Beispiel. Ich kaufe mir eine handelsübliche Eiscreme, Vanille-Eiscreme und stelle daneben eine Bio-Eiscreme. Dann habe ich auf der einen Seite habe ich hier die Eiscreme, die konventionelle, da ist Vanille-Aroma drin. Das ist Chemie. Ich habe dort vielleicht sogar auch Farbstoff drin und einen Emulgator, damit das Ganze ist, dass selbst wenn es schmilzt, ist das immer noch schön, schön hat Form. So, jetzt gucke ich mir die Bio-Produkte haben, da gibt es so einen Bann für Chemie. Also es kann nur ganz wenig Chemie eingesetzt werden bei Bio-Produkten, bei Wurst zum Beispiel auch Phosphate, aber in geringer Menge und das macht auch kaum einer. Aber man muss auch daran denken, dass es auch da erlaubt ist. Aber guck ich mir jetzt das Bio-Eis an, da habe ich echte Vanille. Da sind sogar die Stückchen noch zu sehen. Dann habe ich keinen Emulgator. Das einzig Ungesunde dabei ist vielleicht der Zucker. Aber klar, Eis soll ja auch ein bisschen süß schmecken. So und das ist, beides ist Eis. Aber das eine, das Konventionelle ist, hochverarbeitet, das Bio-Eis aus dem Bioladen ist es nicht. Und danach muss man gehen, einfach gucken und vielleicht noch einen Hinweis. Aroma ist immer Kunst, auch wenn da steht natürliches Aroma, weil beim natürlichen Aroma darf man 10 Prozent Chemiearoma beifügen. Das ist das eine. Und das natürliche Aroma heißt deshalb natürliches Aroma, weil der Grundstoff, aus dem es hergestellt wurde, aus der Natur kommt. Wenn ich jetzt aus Holz ein Aroma herstelle, dann ist das ein natürliches Aroma. Und das ist Verbraucher Irreführung.
Oskar (22:30)
Ja, das stimmt. Vielleicht jetzt ein kleiner, also es passt zur Jahreszeit, aber es ist ein kleiner thematischer Sprung, weil ich jetzt eine Frage habe zum gar nicht essen oder wenig essen, weil bei mir ist es so nach Weihnachten, wenn ich gut und viel gegessen habe, habe ich manchmal so das Bedürfnis, uff, jetzt esse ich erst mal ein paar Tage dann nichts mehr. Und dazu kommt dann natürlich noch das im neuen Jahr bei vielen Menschen mit den Neujahrsvorsätzen sich viel um Ernährung und Körperoptimierung dreht, dass man dann sagt, man verzichtet auf Zucker oder auf Süßigkeiten. Und jetzt zum Thema Fasten. Was bringt denn in Bezug auf die psychische Gesundheit oder auf unsere Gesundheit der komplette Verzicht auf gewisse Lebensmittel für einen begrenzten Zeitraum? Es gibt unterschiedliche Fastenansätze. Ja, was ist da aus deiner Sicht gut oder weniger gut?
Matthias (23:23)
Also das ist ein großes Thema. Ich versuch's trotzdem, kurz zu machen. Aber also erstens, dass zum Jahresanfang vier Wochen ohne, super Sache, weil man, ob's jetzt ohne Handy ist oder, na das wird man kaum aushalten, also allein schon die Banküberweisung, was man mit Handy machen heutzutage. Also vier Wochen ohne Alkohol, vier Wochen ohne Zucker oder zumindest mit wenig Zucker. Das zeigt einem einmal das vorher nachher, wie geht es mir ohne Alkohol, wie geht es mir ohne Süßigkeiten. Und viele werden feststellen, wenn sie in sich hineinhören, es geht mir besser. Und das ist ein wichtiger Aspekt. Und der zweite wichtige Aspekt ist, ich kann es. Und viele übernehmen dann diese andere Verhaltensweise in ihr Dauerleben. Und das wäre natürlich das Super. Das wäre super. Du sprichst eben auch an, wenn du das viel gegessen hast, dann hast du den natürlichen Reflex. Der ist übrigens super gut. Ich muss jetzt irgendwie weniger essen. Und bei vielen ist dieser Reflex nicht mehr da. Die essen dann weiter so. Spiegelt sich auch in der Leber wider. Die schlägt uns übrigens aufs Gemüt. Fettleber macht starke Abgeschlagenheit, Antriebslosigkeit, so Couchpotato-mäßig. Und wenn man bedenkt, wie häufig ist das denn? Jeder Dritte Deutsche hat eine Fettleber. Dein Reflex ist, okay, ich habe da jetzt ein bisschen Reserve aufgebaut. Das tut der Leber nicht weh, wenn sie ein bisschen Fett einlagert. Wenn du danach besser lebst, dann baut die das ab und alles ist gut. Das schadet der Leber nicht. Der Leber schadet eben dieser ständige Aufbau immer mehr. Und dieser Break einmal zu machen, so ich esse jetzt weniger, ich mache vielleicht Intervallfasten, weil genau diese Essenspausen braucht unser Körper. Das ist normal.
Und deshalb ist die Frage, ist das Fasten oder Intervallfasten oder mal was reduzieren? Ist das gut für uns? Es ist Bestandteil der artgerechten Ernährung. Das, was der Mensch als Primat braucht, weil er das in den Jahrmillionen der Entwicklung immer hatte. Er hatte immer diese Hungerphasen und wir können gut speichern. Das können wir super gut. Und manche bleiben im Speichermodus und werden damit krank. Und ein großes Problem in Amerika noch größer als bei uns ist das Snacking.
Und das Snacking bedeutet für den Körper immer Beschäftigung des Darms, des Immunsystems und ist ein Entzündungsförderer. Und damit sind wir dann auch gleich schon wieder bei der Psyche, waren wir ja bei der Fettleber eben auch. Aber diese verstärkten Entzündungsreize durch das ständige Snacking und auch noch vielleicht von Süßigkeiten, das führt dazu, dass die Stimmung leidet und manchmal fördert es sogar auch Depressionen. Also auch das ist für uns ein therapeutisches Element zu sagen, stopp Snacking. Iss dich dreimal am Tag satt oder zweimal richtig satt und dann brauchst du Pause, dann muss der Insulinspiegel runter, dann kannst du Fett abbauen, dann ist das Entzündungsniveau geringer und das tut auch der Psyche gut. Also das ist so ein ganz kurzer, also kann ich nur jedem raten, irgendwas davon zu machen, Fasten, Heilfasten oder Intervallfasten, was immer ins Leben passt oder vier Wochen ohne.
Oskar (26:27)
Ja, das ist ja gut, das ist auch ein gutes Stichwort, gucken, was passt ins Leben. Sich dann vielleicht, aber es ist ja immer in gewissem Grad eine Überwindung, eine Umstellung zu machen. Aber es kann sich danach eben auch integrieren, wie du ja gesagt hast, weil es dann zur Gewohnheit wird. Es geht ja eigentlich im Grunde darum, Gewohnheiten zu brechen oder sich neue Gewohnheiten anzueignen. Ein zweites Stichwort, was du gerade gesagt hast, Verdauung, dass der Körper Zeit braucht zu verdauen, dass da entzündliche Prozesse mit beteiligt sind, wo es Zeit braucht, dass die wieder sich reduzieren. Und ich habe gelesen, dass der Darm das zweite Gehirn ist. Es gibt auch Bücher, die sich damit befassen, einfach weil im Darm so viele Nervenenden zusammenlaufen. Aber was bedeutet das genau, wenn man sagt, der Darm ist unser zweites Gehirn? Was bedeutet das für unsere Ernährung?
Matthias (27:19)
Also du sprichst eigentlich damit nochmal einen Kern an. Wir haben ja vorhin so besprochen, ja, mit solchen Lebensmitteln, kann man die Psyche beeinflussen mit diesen Lebensmitteln, aber tatsächlich mit der Darmflora eben auch ganz stark. Wenn man das kurz zusammenfasst, muss man sagen, erstens die Entwicklung oder die Studienlage über die Darmflora ist in den letzten Jahren explodiert. Wir wissen vielleicht 10, 20 Prozent von dem, was da passiert. Wir können das aber noch nicht richtig so ganz klar sagen, aber wir wissen unheimlich viel. Es ist enorm wichtig. Wir haben eine Darmflora, mit der leben wir in echter Symbiose. Das heißt, wir geben denen eine Heimstadt und ernähren sie. Und die produzieren für uns, wie Apotheker, Substanzen. Die können sogar Oxytocin produzieren, diese Bakterien, wenn die Darmflora dort gesund ist und Oxytocin, Kuschelhormon.
Genau, das wird beim Kuscheln freigesetzt, bei Berührungen und da fühlen wir uns wohler. Diese Bakterien sorgen dafür, dass wir uns wohler fühlen, sie beeinflussen unsere Stimmung, sie beeinflussen sogar die Lust auf Sport, das hat man neu jetzt festgestellt. die können dich auch zum Couchpotato machen, wenn du sie nicht richtig fütterst, wenn das Gleichgewicht der nützlichen und weniger nützlichen Bakterien außer Rand- und Bandgeräte, und das ist schon bei 25 Prozent der Bevölkerung so, die haben sich ihre Darmflora kaputt gegessen. Was brauchen die? Die brauchen Ballaststoffe. Da schließt sich der Kreis jetzt wieder zur Psyche, zur Antientzündlichkeit. Und wenn die mit Ballaststoffen ausgehungert werden, also wenn sie zu wenig bekommen, dann vermindern sich die Zahl der Nützlinge und diese positiven Impulse fallen weg. Du wirst zunehmend mehr zum Couch-Potato, wenn man das jetzt ganz flach vereinfacht. Ja, wir haben bei 80 Prozent der Bevölkerung einen Ballaststoffmangel. Und das führt auch zu allerersten Frage, warum haben wir denn so viele psychisch krank und so viele Depressive auch? Das spielt dabei mit Sicherheit auch eine Rolle. Wenn man mal bedenkt, dass wir 30 Gramm Ballaststoffe am Tag brauchen, Naturvölker essen 40, 50 Gramm am Tag, Amis essen 11 Gramm am Tag, wir 20. Sie sind immer ein bisschen schlechter als wir. Dann kannst du dir deine Darmflora richtig ruinieren. Das Problem ist dabei, wenn du dir deine Darmflora ruinierst, du gibst sie an dein Kind weiter. Denn das Kind bekommt die Darmflora der Mutter. Wenn das Kind jetzt in der zweiten Generation den gleichen Kram ist, was sehr wahrscheinlich ist, wie die Mutter, weil sie bringt ihm ja bei, wie man isst, gibt dieses Kind wieder seine reduzierte Darmflora ans nächste Kind weiter. Hier findet sozusagen eine generationsübergreifende Weitergabe nicht nur der Ernährungsgewohnheiten, sondern auch der ruinierten Darmflora statt. Und die Wissenschaft ist schon dabei zu sagen, okay, können wir diese Darmflora wieder herstellen? Ja, klar, durch gesunde Ernährung, durch gemüsebasierte pflanzliche Ernährung mit vielen Baulaststoffen.
Ich rate aber noch von Bakterienpräparaten ab, die man überall kaufen kann. Ich sage, mein Appell, liebe Leute, esst Ballaststoffe, füttert sie wieder auf, eure guten Darmbakterien, damit sie wieder Oxytocin produzieren können. Und auch hier wieder mein Appell, warten wir nicht, bis die Politik was tut. Sie tut nichts.
Oskar (30:46)
Das wäre meine nächste Frage gewesen, weil ich frage mich, wo setzt man an? Ist es ein Problem der Bildung? Ist es ein Problem der Politik? Die Leute schreien heutzutage oft, dass sie nicht bevormundet werden wollen. Aber manchmal frage ich mich, an welcher Stelle setzt man an? Ist es der Appell an die Eigenverantwortung oder bedarf es doch einer Regulation oder einem Fokus auf eine bessere Ernährungsbildung?
Matthias (31:16)
Ja, eigentlich brauchen wir schon einen kleinen Ernährungskurs für Paare, die schwanger werden wollen. Und dann ist es so, wir brauchen es natürlich im Kindergarten, in der Schule. Das sind alles Forderungen, die die Ärzteverbände auch schon seit Langem haben. Das Problem, das wir haben, ist die Beweislage macht dieses hochverarbeitete Lebensmittel, Schuppenflechte oder eine andere Autoimmunerkrankung? Die haben wir nicht. Wir haben nur diese Häufung und diese dramatische Zunahme, auch Typ 1 Diabetes nimmt zu als Autoimmunerkrankung. Wir haben überall Steigerungsraten bei diesen Erkrankungen und Hashimoto zum Beispiel, das ist auch eine Autoimmunerkrankung.
Oskar (31:56)
Das ist eine Schilddrüsenerkrankung, wenn mich nicht alles täuscht.
Matthias (32:00)
Genau, das ist eine autoimmune Schilddrüsenerkrankung und das ruiniert die Schilddrüse. So und wie kommen wir dem bei? Der Gesetzgeber hält sich so ein bisschen zurück und wir haben in Deutschland leider eine Zweiteilung. Ernährung ist beim Landwirtschaftsministerium aus Tradition noch, weil nach dem Krieg haben die Deutschen gehungert.
Und der Gesundheitsminister, der wäscht seine Hände immer im Reinen, der sagt, ich habe damit nichts zu tun, Ernährung ist Landwirtschaft. Und da kommt nichts zustande. Mittlerweile ist die Ernährung so schlecht in Deutschland, dass es ein Gesundheitsproblem ist. Und das muss eigentlich zum Gesundheitsministerium ist das eine. Aber Fakt ist, die Politik tut gar nichts. Und die Lebensmittelindustrie befindet sich in einem Wildwest-Status, kann alles machen.
Die haben freie Hand für alles. Sie können ins Essen mischen, 3500 Substanzen. Sie können mit dem Essen machen, was sie wollen und können bewerben, was sie wollen. Sie dürfen alles. Es ist eine Freizügigkeit ohne Ende. Wir brauchen eine Reglementierung der Lebensmittelindustrie. Wir müssen nicht die Leute gängeln, die Kunden, sondern wir müssen hier einmal sagen. Wenn du da Chemie reintust oder wenn du es denaturierst, dann muss das vorne draufstehen. Vorne, gut lesbar und nicht verklausuliert ganz hinten und nicht als Lebensmittelampel. Wir brauchen tatsächlich, wir müssen nicht den Leuten in die Töpfe gucken, sondern wir müssen der Industrie in die Töpfe gucken. Und ich beobachte, die Situation ist derzeit bei der Lebensmittelindustrie analog wie bei der Zigarettenindustrie in den 50er-, 60er-, 70er-Jahren. Die haben auch gemacht, was sie wollten. Die haben der Politik die ganzen Gesetzesvorlagen ins Buch diktiert. Und so ist es jetzt auch. Wir haben eine unheimlich starke Lobby und die Lebensmittelindustrie, die macht, was sie will. Deshalb bin ich auch so engagiert dabei, Leute aufzuklären. Ich glaube, dass wenn die Menschen diese hochverarbeiteten Lebensmittel meiden würden und pflanzenbasiert und weniger verarbeitete Lebensmittel essen, dann haben sie viel gewonnen für die Gesundheit und es ist da schon der Unterschied, ob ich konventionelle Sahne nehme oder Bio-Sahne, die klumpt noch. Das Karagen ist ja nur damit es nicht klumpt, meine Güte. Nur für die Optik. Dafür nehmen wir Risiken in Kauf. Ich fasse es nicht.
Oskar (34:20)
Aber eigentlich finde ich das einen ganz guten Schlussappell für unser Gespräch heute, weil es eben zeigt, dass was passieren muss, dass es Möglichkeiten aber schon gibt, wie jede und jeder von uns was verändern kann. Ja, ich glaube, ich hoffe einfach, dass unsere Hörerinnen und Hörer hier einiges mitnehmen können und das vielleicht jetzt gerade, wenn es in das neue Jahr geht, sich zu Herzen nehmen und sagen, okay, was... Wo gucke ich vielleicht bei mir selber nochmal genauer hin? Wo sind die Stellschräubchen, die ich selber noch habe, um meiner Darmflora etwas Gutes zu tun und mir dadurch etwas Gutes zu tun?
Matthias (34:59)
Ja, danke Oskar auch für die Gelegenheit da mitzuhelfen und vielleicht kann ich in diesem Zusammenhang auch an mein neues Buch erinnern, "Iss Deine Psyche gesund". Also wer Lust hat auf seine Psyche und Psyche ist Lebensqualität. Also wer depressiv ist, der weiß, was ich meine mit der Ernährung, die Psyche zu verbessern, denn wir alle können gute Laune wirklich gut gebrauchen. Eine Gesellschaft, die gute Laune hat, die ist nett zueinander. Und da klappt es mit der Partnerschaft besser, mit allen, mit der Nachbarin, mit dem Nachbarn. Und man kann, um die Klammer noch mal zu haben zu deinem Anfang, man kann die Psyche gesund und gesünder essen. Wir erleben das immer wieder. Und deshalb lege ich euch noch mal ans Herz, "Iss deine Psyche gesund", vielleicht noch mal als Auftakt fürs nächste Jahr anzugehen. Und dafür wäre auch gut, einmal seine Ernährung in die MyFoodDoctor App einzugeben.
Und die App analysiert das Ernährungsverhalten, die misst die ganzen Ballaststoffe, zeigt dir, wie viele Ballaststoffe du am Tag gegessen hast, wie viel Zucker und wo es mangelt, macht eine Mängelliste und empfiehlt dann, was willst du jetzt ändern? Willst du an den Zucker ran? Willst du an den geringen Gemüsekonsum ran? Willst du die Ballaststoffe? Was ist dein Ziel? Was ist dein Goal? Und coacht das.
Oskar (36:20)
Was auch super ist, weil wenn man unsicher ist, ist es ja immer gut, da eine ExpertInnenmeinung zu haben. Und du hast es eben schon erwähnt, ihr könnt dann einfach bei euren Krankenkassen fragen Anfang des nächsten Jahres, dass es dann auch übernommen werden kann, sogar.
Matthias (36:35)
Du merkst schon, das ist mir ein Anliegen. Wir müssen Deutschland wieder gesünder kriegen. Wir müssen die Lebenserwartungen in Deutschland steigern. Wir müssen die Psyche verbessern und die Krankheiten wieder zurücktreiben. Super.
Oskar (36:45)
Vielen Dank Matthias, dass du heute dabei warst und dann wünsche ich dir einen guten Rutsch und ich werde selbst auch gucken, was ich noch umstellen kann bei mir.
Matthias (36:56)
Vielen Dank, Oskar, für das Gespräch. Hat mir Spaß gemacht.
Oskar (36:59)
Super, dankeschön! So, das war's auch schon wieder mit unserer heutigen Folge. Der letzten Folge aus der zweiten Staffel von Weltretter Bio. Ich hoffe, ihr konntet etwas mitnehmen und habt über die Weihnachtstage eine ruhige Zeit gehabt und konntet ein bisschen zur Ruhe kommen. Jetzt startet das neue Jahr und wie wir vorhin gehört haben, lohnt es sich ja, vielleicht so die ein oder andere Gewohnheit noch mal zu hinterfragen. Ich persönlich werde doch etwas genauer hingucken, welche Vitamine ich zu mir nehme. Ich ernähre mich ja vegan, das haben vielleicht die ein oder anderen schon mitbekommen. Und werde einfach gucken, dass ich da auch alles rein kriegen kann.
Ich bedanke mich fürs Zuhören, auch im Namen von Johanna, die heute leider nicht dabei sein konnte. Und ich hoffe, dass wir uns wieder hören, wieder sehen und wünsche euch einen guten Rutsch ins neue Jahr. Tschüss!
Welche Lebensmittel können uns unterstützen, um dem Winterblues entgegenzuwirken? Und welche wirken sich dagegen eher schädlich auf unsere psychische Verfassung aus? In unserer aktuellen Podcast-Folge haben wir über diese und weitere Zusammenhänge von Ernährung und Psyche mit Ernährungsmediziner Dr. Matthias Riedl gesprochen. Er verrät auch, was es bringt, auf bestimmte Lebensmittel, wie etwa Süßigkeiten, komplett zu verzichten. Und warum unser Darm auch als zweites Gehirn bezeichnet wird. Wir freuen uns, wenn ihr auch dieses Mal wieder reinhört.
Über Dr. Matthias Riedl
Dr. Matthias Riedl ist Ernährungsmediziner, Internist, Diabetologe und ärztlicher Leiter des Medizinischen Versorgungszentrums medicus Hamburg. Als Teil der NDR-Sendung „Die Ernährungs-Docs“ klärt er über ganzheitliche Ernährungsstrategien auf.
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