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Wieder Skandal-Bilder aus Bio-Hühnerhof

Erneut hat der Verein Tierfreunde e.V
29.11.2012

Erneut hat der Verein Tierfreunde e.V. nachts einen Bio-Stall inspiziert. Wieder hat das MDR-Magazin Fakt darüber berichtet. Diesmal stammen die Bilder aus einem Stall des Agrarindustriellen und Naturland-Partners Heinrich Tiemann. Er erklärt die Bilder mit der Krankheit Rotlauf.Die Bilder sind grausig: Tote und sterbende Hühner, fast alle Tiere auf den Stangen sind nackt. Viele Verbraucher sind entsetzt. Auch die Bio-Geflügel-Experten Willi Baumann und Carsten Bauck (das positiv ins Bild gerückte Gegenbeispiel) kommentieren die Bilder mit deutlichen Worten. Heinrich Tiemann und das zuständige Veterinäramt verweigerten eine Stellungnahme vor der Kamera. Das Veterinäramt teilte lediglich mit, man habe keine sterbenden oder kranken Tiere gesehen, lediglich schlecht befiederte. Soweit der Film.Gleich nach der Ausstrahlung und am Morgen danach gab es beim Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) und beim Anbauverband Naturland Krisensitzungen. Nach Angaben von Naturland-Geschäftsführer Stephan Reese nahm auch Heinrich Tiemann an der Aussprache teil und zu den Bildern Stellung. In einer von Wiesengold Landei verschickten Stellungnahme heißt es:Wiesengold will kranke Tiere früher schlachten„Wir bedauern, dass Tiere in dieser Verfassung in einem unserer Ställe gehalten wurden.“ Erklärt wurde dies damit, dass eine Wildschweinherde auf der Suche nach Futter nachts den Zaun zum Freigelände der Hühner durchbrochen habe. „Über Wasserkontakt und auch Stroh oder Erde wurden die Hühner mit dem Rotlauf-Erreger infiziert.“ Seit Ende September sei die Herde in Absprache mit dem Kreisveterinäramt in tierärztlicher Behandlung gewesen. Weil sich der Zustand der Tiere nicht gebessert habe, habe man entschieden, die Schlachtung sechs Wochen vorzuziehen. Zwei Tage vor dem bereits angesetzten Schlachttermin hätten die Tierschützer ihre Aufnahmen gemacht. Die Tiere seien ordnungsgemäß geschlachtet und nicht in Verkehr gebracht worden. Ob die Eier der Tiere in den letzten Wochen in den Handel gelangten, teilte das Unternehmen nicht mit. „In Konsequenz aus dieser Erfahrung werden wir künftig bei erkrankten und nicht mehr behandelbaren Tieren dafür Sorge tragen, dass wir noch früher als bisher uns zu einer Schlachtung entscheiden.“Kontrollstelle war informiertNaturland spricht in seiner Stellungnahme von einem inakzeptablen Zustand der gezeigten Tiere. Der Betrieb habe nach der tierärztlichen Rotlauf-Diagnose „die zuständige Kontrollstelle und die Landesbehörde informiert“. „Auch wenn Tierarzt, Kontrollstellen und Behörden informiert waren und die Vorgänge genehmigten, dürfen Tiere in diesem Zustand nicht mehr gehalten werden.“ Naturland weist darauf hin, dass ein Geflügelhalter mehrmals täglich seinen Stall kontrolliere. „Die in dem Film zu sehenden Tiere müssen bei den Kontrollgängen entweder übersehen worden sein oder die Krankheitssymptome traten nach den Kontrollgängen auf.“Naturland verzichtet auf zusätzliche KontrollenAls nächste Schritte will Naturland mit seiner Fachberatung klären, „welche weiteren Ursachen in dem gezeigten Betrieb für den Zustand der Tiere eine Rolle spielen könnten. Mit diesen Ergebnissen werden wir mit Kontrollstelle und Unternehmen eine Strategie für vergleichbare Fälle erarbeiten, um einen ähnlich schlechten Zustand von Herden in Zukunft ausschließen zu können. Eine direkte zusätzliche Kontrolle des Stalls erscheint nicht zielführend, da alle Tiere in der KW 44 geschlachtet wurden.“ Allerdings hat die niedersächsische Landesbehörde bereits eine anlassbezogene Kontrolle des Tiemann-Betriebes durch die Ökokontrollstelle in den nächsten Tagen angeordnet.Das Veterinäramt bestätigte gegenüber dem Fachmagazin BioHandel die Schlachtung des Bestandes am 29. Oktober. Wie schon gegenüber Fakt sagte die Behörde, sie habe bei diesem Termin keine kranken oder sterbenden Tiere gesehen, sondern nur Tiere mit relativ schlechter Befiederung.Reagiert hat die Erzeugergemeinschaft Biohennen mit einer deutlichen Kritik an der Massentierhaltung nach Verbandsrichtlinien.

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