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Streit um ausgeweiteten Dioxin-Skandal

Der Skandal um mit Dioxin vergiftetes Viehfutter hat zu einem handfesten Streit zwischen dem Land Niedersachsen und der Bundesregierung geführt. Gestern – am Samstag – war bekannt geworden, dass ein Mischfutterhersteller in Damme (Landkreis Osnabrück), der unter Dioxin-Verdacht steht, seine Lieferbeziehungen nicht mitgeteilt haben soll
19.01.2011
Der Skandal um mit Dioxin vergiftetes Viehfutter hat zu einem handfesten Streit zwischen dem Land Niedersachsen und der Bundesregierung geführt. Gestern – am Samstag – war bekannt geworden, dass ein Mischfutterhersteller in Damme (Landkreis Osnabrück), der unter Dioxin-Verdacht steht, seine Lieferbeziehungen nicht mitgeteilt haben soll

Der Skandal um mit Dioxin vergiftetes Viehfutter hat zu einem handfesten Streit zwischen dem Land Niedersachsen und der Bundesregierung geführt. Gestern – am Samstag – war bekannt geworden, dass ein Mischfutterhersteller in Damme (Landkreis Osnabrück), der unter Dioxin-Verdacht steht, seine Lieferbeziehungen nicht mitgeteilt haben soll. Deshalb sind mehr als 900 neue Höfe gesperrt worden (110 Legehennenbetriebe, 403 Schweinemastbetriebe und 248 Ferkelmastbetriebe). Aus diesen Betrieben sind womöglich bereits Eier und Fleisch in den Handel gelangt. Nun muss festgestellt werden, inwieweit diese belastet sind.Bundesagrarministerin Aigner hatte nach der neusten Ausweitung des Dioxin-Skandals beklagt, dass das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Oldenburg ihr die neue Entwicklung des Falles bei ihrem Besuch am Freitag verschwiegen habe. Aigner forderte personelle Konsequenzen. Das Land Niedersachsen wehrte sich: Dem Land seien keine Fehler unterlaufen, man verwahre sich gegen Rücktrittsforderungen aus Berlin, hieß es.Im aktuellen Fall keine Bio-Höfe betroffenBio-Höfe sind übrigens weiter nicht betroffen im aktuellen Dioxin-Skandal. Das bestätigen auch die Verbraucherzentralen. Wenn Foodwatch-Chef Thilo Bode im Interview beim Bayerischen Rundfunk behauptet, Bio schütze nicht vor Dioxin, dann ist das grundsätzlich nicht falsch, aber es lenkt doch von der aktuellen Dioxin-Diskussion ab. Fakt ist, dass der momentane Skandal nur konventionelles Futter betrifft. Im Öko-Landbau sind isolierte Fettsäuren, die im aktuellen Fall Quelle für die Kontamination von Futter mit Dioxin waren, nicht erlaubt! Bode hat insofern Recht, als das in der Umwelt Dioxine zu finden sind. In der Nähe von (alten) Industrieanlagen und Verbrennungsöfen können Dioxine auf den Wiesen und Weiden vorkommen. Da Bio-Tiere Auslauf im Freien haben, können sie diese Dioxine mit dem Futter aufnehmen. Von daher kann Dioxin auch in tierischen Bio-Produkten vorkommen. Wie in allen anderen Produkten auch. Das ist kein Bio-Problem. Solch dein Dioxin-Eintrag ist aber ein großer Unterschied zu den großen Mengen, die im aktuellen Fall in konventionelles Tierfutter hinein gemischt wurden. (Quelle u.a.: http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/dioxin413.html)Unterdessen haben Bio-Läden viel zu tun. Viele Menschen kaufen zur Zeit lieber Bio-Produkte als Waren aus konventioneller Landwirtschaft. Es besteht aber die Gefahr, dass in wenigen Wochen - wenn kaum mehr jemand an den Dioxin-Skandal denkt - wieder zu den billigen Lebensmitteln gegriffen wird. Aber nur ein lang währender Wechsel von konventionellen und Bio-Lebenmitteln könnte wirklich die Art der erzeugung von Lebensmitteln verändern. Nur dann käme man weg von der Agrarindustrie und hin zu boden-, wasser-, tier- und menschenschonender Landwirtschaft.Mehr zum Thema

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