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Neues zu QAV-Funden in Lebensmitteln

Desinfektions- und Reinigungsmittel, die in der Landwirtschaft und der Lebensmittelverarbeitung verwendet werden, scheinen die Hauptursache für Kontaminationen mit Substanzen aus der Gruppe der Quartären Ammoniumverbindungen (QAV) zu sein. Das haben Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), Forschungseinrichtungen und Wirtschaftsverbände wie der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) festgestellt
26.07.2012
Desinfektions- und Reinigungsmittel, die in der Landwirtschaft und der Lebensmittelverarbeitung verwendet werden, scheinen die Hauptursache für Kontaminationen mit Substanzen aus der Gruppe der Quartären Ammoniumverbindungen (QAV) zu sein. Das haben Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), Forschungseinrichtungen und Wirtschaftsverbände wie der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) festgestellt

Desinfektions- und Reinigungsmittel, die in der Landwirtschaft und der Lebensmittelverarbeitung verwendet werden, scheinen die Hauptursache für Kontaminationen mit Substanzen aus der Gruppe der Quartären Ammoniumverbindungen (QAV) zu sein. Das haben Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), Forschungseinrichtungen und Wirtschaftsverbände wie der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) festgestellt.Zu den QAV gehören Benzalkoniumchloride (BAC) und Didecyldimethylammoniumchloride (DDAC), die sich in Zellmembranen lebender Organismen anreichern und so die Funktion der Zellmembran beeinträchtigen können. Die Molkerei Schrozberg hat daraufhin die Reinigungs- und Euterdippmittel ihrer Demeter-Milchlieferanten überprüft und verdächtige Mittel gegen QAV-freie Reiniger ausgetauscht. Um alle Betriebe direkt informieren zu können, hatte die Molkerei zu einer außerordentlichen Erzeugerversammlung mit Anwesenheitskontrolle geladen.DDAC- Funde hatte es bereits bei Kräutern und Gewächshausgemüse gegeben (wir haben darüber berichtet). Bei den Recherchen der Ämter und Verbände hatte sich herausgestellt, dass das inzwischen verbotene Pflanzenstärkungsmittel Vi-Care offenbar mit DDAC verunreinigt war. Inzwischen werde intensiv geforscht, wie das DDAC in das Pflanzenstärkungsmittel gelangte, berichtet der BÖLW.Eine unmittelbare Gesundheitsgefährdung durch mit DDAC- oder BAC-Rückständen belastete Lebensmittel sei laut Bundesamt für Risikoforschung (BfR) weder akut noch chronisch gegeben. Wie der BÖLW weiter mitteilt, untersucht die Lebensmittelüberwachung derzeit Lebensmittel gezielt auf Rückstände bzw. Kontaminationen von DDAC und BAC. Nach europäischem Recht gelte für alle Rückstände von Wirkstoffen, die zur Anwendung in Lebensmitteln nicht zugelassen sind, ein Minimal-Grenzwert von 0,01 mg/kg. Dieser Grenzwert gelte auch, wenn die Rückstände aus Desinfektions- oder Reinigungsmitteln oder Pflanzenstärkungsmitteln herrühren.Vorläufige Erhöhung des Grenzwertes für DDAC-RückständeDas bedeutet laut BÖLW, dass Landwirte und Gärtner, die QAV-haltige Mittel zur Reinigung und Desinfektion nutzen oder das inzwischen verbotene Pflanzenstärkungsmittel Vi-Care im besten Glauben auf die natürlichen Inhaltsstoffe rechtmäßig eingesetzt haben, bei Überschreitung des Wertes von 0,01 mg/kg in ihren Produkten diese nicht mehr vermarkten können. Der zuständige Ständige Ausschuss der EU-Kommission habe jedoch am 13.07.2012 die Mitgliedsstaaten gebeten dafür Sorge zu tragen, dass keine Lebensmittel mit DDAC-Rückständen über 0,5 mg/kg in den Handel gelangen. Damit empfehle er, erst Produkte mit einem Rückstandswert zu beanstanden, die höhere Belastungen aufweisen. Diese neue Leitlinie gelte als vorläufige Empfehlung, bis der Ständige Ausschuss eine neue Grenzwert-Regelung verabschiedet hat. Allerdings liege es im Ermessen der zuständigen Behörden in den Bundesländern, ob sie dieser Empfehlung folgen oder sich weiter am gesetzlichen Grenzwert orientieren. Bestandteil der Leitlinie sei ein Monitoring, um die Problematik näher eingrenzen zu können, bevor weitere Beschlüsse gefasst werden. Eine analoge Regelung für BAC sei in Vorbereitung.Mehr zum Thema

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