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Kurz notiert 08|2018

Kurz notiert © dpa
Nicht nur Natur- und Tierschutzorganisationen fordern ein Umsteuern in der Agrarpolitik. © dpa

Landwirtschaft

Subventionen nur für Umweltschutz?

Zu Beginn der Gespräche über die künftige EU-Agrarpolitik platzen Berichte der wissenschaftlichen Beiräte für Agrarpolitik und Biodiversität. Sie fordern einen Stopp der bisherigen Subventionspolitik. Das Brisante daran: Die Beiräte werden von der Bundesregierung eingesetzt und sollen dieser als Berater zur Seite stehen.
Zur Zeit erhalten Bauern pauschal rund 300 Euro je Hektar und Jahr. Die Wissenschaftler fordern konkret, diese Zahlungen innerhalb von zehn Jahren an Gemeinwohlleistungen zu binden. Dazu zählen zum Beispiel der Schutz von Gewässern, der Erhalt der Artenvielfalt sowie der Schutz von Klima und Umwelt. Zunächst sollten 40 Prozent der Agrarsubventionen an ökologische Leistungen geknüpft werden, später dann alle Überweisungen, so die Wissenschaftler. Damit würden die bisherigen, weitgehend ohne Gegenleistung gezahlten „Agrarhilfen“ abgeschafft.
So, wie die Gelder heute fließen, „sind sie weder an der Aufrechterhaltung der gesellschaftlichen Funktionen der Landwirtschaft noch an der betrieblichen oder personellen Bedürftigkeit der Landwirte ausgerichtet“, sagen die Experten. Als Hauptgründe für ihre Forderung nennen die Beiräte Klima-, Wasser-, Tier- und Biodiversitätsschutz. 
Das scheint bitter nötig zu sein: Von den 20 Biotoptypen, die zu „Äcker und Ackerbrachen“ zählen, gelten 55 Prozent als stark gefährdet, schreibt der Beirat für Biodiversität in seinem Bericht. Noch dramatischer sehe es beim „Grünland“
aus. Hier seien 88 Prozent der 24 Biotoptypen vollständig vernichtet oder stark gefährdet. Als weitere Gründe für ihre Forderung nennen die Wissenschaftler den dramatischen Rückgang bei Insekten und Vogelarten wie Braunkehlchen und Rebhühner. sb


Bio in Deutschland

Umgestellt

Wie viel Bio-Landbau gibt es in Rosenheim, Wittenberg oder Limburg? Auskunft geben Karten des Kompetenzzentrums Öko-Landbau Niedersachsen unter www.schrotundkorn.de/bio-karten. Schon mal vorab: Den höchsten Öko-Anteil
(über 20 Prozent) an der landwirtschaftlichen Fläche haben einige Landkreise in Bayern und in der Nähe von Berlin. sb


Palmöl im Sprit

Verlängert

In der EU darf Sprit noch bis 2030 Palmöl enthalten. Offenbar auf Druck des größten Palmöl-Erzeugers Indonesien beschloss die EU einen Aufschub des vom EU-Parlament verlangten Endes der Beimischung zum Jahr 2020. Indonesien hatte angekündigt, eine größere Anzahl von Airbus-Jets zu bestellen. Dies hatte der EU-Abgeordnete Martin Häusling als Erpressung bezeichnet. sb


Zahl des Monats

Zahl des Monats

Bio-Läden und Hofläden gibt es aktuell in Deutschland. Die meisten Bio-Läden gibt es in Bayern, knapp dahinter folgen Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.


Baumwolle in Pakistan

Kontaminiert

In Pakistan ist der Anbau gentech-freier Baumwolle praktisch unmöglich: Alle Sorten seien mit Gentech-Baumwolle kontaminiert, so die pakistanische Zeitung „The News“. Die Pflanzen wurden durch Pollenflug verseucht. Der industrienahen Organisation ISAAA zufolge wird in Pakistan auf 97 Prozent der Baumwollfelder Gentech-Baumwolle angebaut. sb


Klimaschutz

Klimaschutz

© dpa

Deutschland verpasst Ziele

Die Zeiten, in denen Deutschland Vorreiter beim Klimaschutz war, sind vorbei. Denn Deutschland wird wohl das für 2020 gesetzte Ziel, die Emissionen um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken, um mindestens acht Prozentpunkte verpassen.
Es könne „sogar noch schlimmer kommen“, räumte Bundesumweltministerin Svenja Schulze gegenüber der Süddeutschen Zeitung ein. Als Gründe für die schlechte Bilanz gelten die gut laufende Konjunktur, das unerwartet deutliche Bevölkerungswachstum und nicht besonders erfolgreiche Programme zur Verbesserung der Klimabilanz. So senkten 2014 beschlossene Projekte wie „Klimafreundliches Bauen“ oder „ Aktionsplan Energieeffizienz“ den CO2-Ausstoß weniger stark als erhofft. sb


Bio-Land Sikkim

Wenn Gemüse illegal wird

Der indische Bundesstaat Sikkim setzt zu 100 Prozent auf Bio-Landbau (siehe Schrot&Korn 2/2018). Zum Schutz der 65 000 Bio-Farmer verbietet das Land seit 1. April 2018 zudem weitgehend den Import von konventionellem Gemüse – und geht dabei sehr streng vor: Geschmuggeltes konventionelles Gemüse wird konfisziert und vergraben. Auf die Frage, ob es angesichts des Welthungers verantwortbar sei, Lebensmittel zu vernichten, erklärt der zuständige Beamte: „Wir vernichten keine Lebensmittel, sondern wir entsorgen mit Kunstdünger und Pestiziden vergiftetes Gemüse. Das können wir nicht auf unseren Bio-Betrieben kompostieren.“
Sikkim hat damit auch einen Gesetzesrahmen geschaffen, der Bio-Produkte im ungleichen Wettbewerb mit konventioneller Ware schützt. Denn diese verursacht beim Anbau Kosten, die sich nicht im Preis niederschlagen. Zum Beispiel muss mit Nitrat und Pestiziden belastetes Wasser aufwendig gereinigt werden.
Motivation für das Gesetz in Sikkim ist aber auch das Versprechen von Ministerpräsident Sri Pawan Chamling, dass die Bevölkerung nur gesunde Lebensmittel zur Verfügung haben soll. beg


Informieren, schlemmen, Spass

Großes veganes Fest in Berlin

Leckeres Essen ist immer ein Highlight des Sommerfests. © Christin Bild In Grau Photography

Am letzten Augustwochenende findet bereits zum elften Mal das „Vegane Sommerfest Berlin“ statt. Es ist nach Veranstalterangaben das weltweit größte Veggie-Event. Schrot&Korn ist Medienpartner des Festes.
Vom 24. bis 26. August 2018 verwandelt dieses Fest den Alexanderplatz in eine Oase pflanzlicher Leckereien. Mehr als 100 Stände bieten internationale pflanzliche Bio- und Rohkost-Spezialitäten, tierversuchsfreie Kosmetik, Schuhe ohne Leder sowie vegane Accessoires und Bekleidung. In diesem Jahr werden mehr als 65 000 Besucher erwartet. Der Eintritt ist frei. Auf der Sommerfest-Bühne finden Kochshows, Live-Musik und Showeinlagen statt. Es gibt auch eine Modenschau mit nachhaltigen, veganen Modetrends, eine Tombola und ein Kinderprogramm. ml


Weiter gegen Glyphosat

Online-Aktion gegen Agrargift

Am 3. Juli hat das Online-Netzwerk Campact dem Umweltbundesamt knapp eine halbe Million Unterschriften überreicht von Menschen, die das Verbot des Bayer/Monsanto-Gifts Glyphosat auf deutschen Äckern fordern. Die Zeit drängt: Bis Dezember muss die Regierung über Glyphosat entscheiden. Laut Koalitionsvertrag wollen Union und SPD die Anwendung von Glyphosat „so schnell wie möglich grundsätzlich“ beenden ohne einen Zeitpunkt zu nennen. Campact fordert weiter: „Keine Zulassung für Pestizide mit Glyphosat!“ Auf www.campact.de/glyphosat kann man sich dem weiter anschließen.  ml


LogoGrüne Helden wählen

Die „Grünen Helden“ haben wieder den Grüne-Helden-Förderpreis ausgelobt. Der Award fördert junge öko-soziale Unternehmer sowie Non-profit-HerzblutProjekte. Medienpartner der Aktion ist Schrot&Korn.
Sie bestimmen bis 15. August mit, wer gewinnt – ein Herzensprojekt oder eine besondere, nachhaltige Geschäftsidee. 
www.grueneheldenaward.de

Erschienen in Ausgabe 08/2018
Rubrik: News

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