Kurz notiert 02|2020 - Schrot und Korn

Anzeige

Anzeige

Kurz notiert 02|2020

© picture alliance/Sven Simon
Konzerne wie Bayer und Syngenta wollen, dass Bauern auch nach 2023 Glyphosat ausbringen dürfen.

 

Landwirtschaft

Doch kein Abschied von Glyphosat?

Die Glyphosat-Hersteller zeigen sich unbeirrt: Während Länder wie Deutschland und Österreich ein Verbot des umstrittenen Herbizids vorbereiten und Frankreich das Mittel bereits ab 2021 verbietet, will die „Glyphosate Renewal Group“ an dem Gift festhalten. Zu der Gruppe gehören Konzerne wie Bayer, Syngenta und Nufarm. Eigentlich läuft die Zulassung von Glyphosat in der EU Ende 2022 aus. Es dürfte dann nur noch in einer Übergangszeit bis Ende 2023 eingesetzt werden. Die „Glyphosate Renewal Group“ beantragte jedoch Ende Dezember die erneute Zulassung bei den EU-Institutionen. Den Schritt der Konzerne kommentierte Grünen-Agrarexperte Harald Ebner: „Bayer entlarvt mit dem verbissenen Festhalten am Allround-Pflanzenvernichter Glyphosat, wie wenig hinter ‚Wir haben verstanden‘ und anderen Nachhaltigkeits-Sprüchen des Konzerns steckt.“ In Deutschland sollte Glyphosat auf Drängen des SPD-geführten Umweltministeriums 2021 verschwinden. Doch das konnte das Ministerium in der großen Koalition nicht durchsetzen, dort verständigte man sich auf das Jahr 2023. Von 2020 an soll aber bereits eine „systematische Minderungsstrategie“ bewirken, dass die in Deutschland eingesetzte Menge um etwa drei Viertel sinkt. Dafür ist künftig unter anderem verboten, das Mittel in Haus- und Kleingärten sowie in öffentlichen Parks auszubringen. Unterdessen zeigen Recherchen des Vereins LobbyControl, über die die ARD-Sendung Monitor berichtete, dass der heute zu Bayer gehörende Glyphosat-Hersteller Monsanto bei einem deutschen Wissenschaftler zwei Studien in Auftrag gab. Beide fielen positiv für Glyphosat aus. Ohne den Finanzier zu nennen, wurden die Arbeiten in Fachjournalen veröffentlicht. Bayer gab zu, die Finanzierung durch Monsanto auf den Publikationen nicht gekennzeichnet zu haben. Man habe aber keinen Anlass, an den Ergebnissen der Studien zu zweifeln, so Bayer.

 


Fast Food

TV-Spots verführen Kids

Werbung für Fast Food macht Kinder gierig auf noch mehr Burger & Co. Und die Eltern scheinen machtlos zuzusehen. Das ist das Ergebnis einer US-Studie, auf die das Wissenschaftsbündnis Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) hinweist. Für die Studie wurden 624 Kinder zwischen drei und fünf Jahren und ihre Familien ein Jahr begleitet. Kinder, die Fast-Food-Werbung im TV anschauen, essen laut Studie doppelt so häufig Fast Food wie Kinder, die solche Spots nicht sehen. Der Unterschied zeige sich aber nur, wenn die Eltern kaum Fast Food konsumieren. Essen die Eltern selbst Fast Food, würden Kinder dies ohnehin auch häufig tun. Das Wissenschaftsbündnis fordert, an Kinder gerichtete Werbung für ungesunde Produkte in Deutschland zu untersagen, auch, weil Selbstverpflichtungen der Industrie sich bisher als wirkungslos erwiesen hätten.

© clipdealer


Mitmachen!

Bienen und Bauern retten

Mehr als 100 000 Menschen aus ganz Europa haben bereits binnen weniger Wochen die Europäische Bürgerinitiative (EBI) „Bienen und Bauern retten“ unterstützt. Mit dieser wollen die Initiatoren unter anderem den „Kollaps der Natur“ stoppen und den Pestizid-Einsatz reduzieren. Um erfolgreich zu sein, muss die EBI bis Ende September europaweit eine Million Stimmen sammeln. Mitmachen kann man unter: www.aurelia-bienenundbauern.de 


Zahl des Monats

Milliarden Passagiere reisten 2018 in der
EU mit dem Flugzeug. Das sind 6 % mehr als 2017 und 43 % mehr als 2010
Quelle: Eurostat 2019


Gesundheit

Bundesinstitut warnt vor zu viel Aluminium

Was haben Kaffee, Deo, Lippenstift und Gewürze gemeinsam? Sie alle können Aluminium enthalten. Eine aktuelle Studie des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zeigt nun, dass durch die vielen möglichen Quellen gesundheitlich tolerierbare Aufnahmemengen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen deutlich überschritten werden können. Die duldbare Aufnahmemenge liegt bei einem Milligramm je Kilogramm Körpergewicht. Diese sei bei vielen bereits allein durch Lebensmittel zur Hälfte ausgeschöpft, so das BfR. Eine hohe Aufnahme von Aluminiumverbindungen kann Entwicklungsstörungen des Gehirns und der Motorik sowie Schäden an Nieren, Leber und Knochen verursachen. Deshalb empfiehlt das Institut vermeidbare Quellen zu verringern. Dazu zählt das BfR zum Beispiel unbeschichtete Aluminiumschalen oder Alubackbleche sowie Zahnpasta und Deos, die Aluminium enthalten. Für Lebensmittel empfiehlt das Institut, sich abwechslungsreich zu ernähren sowie Produkte zu wechseln. So könne das Risiko einer dauerhaft hohen Aluminiumaufnahme durch einzelne hochbelastete Produkte reduziert werden. Unverarbeitete Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Kaffee und Kakao enthalten Aluminium übrigens natürlicherweise. Bei verarbeiteten Produkten können noch aluminiumhaltige Zusatzstoffe hinzukommen. Mehr zum Thema auf: www.bfr.bund.de (Stichwort: Alu) 

© clipdealer

Erschienen in Ausgabe 02/2020
Rubrik: News

Add a comment

Kommentar­bild via Gravatar

incl. 'http://'