Fleisch, ein heißes Eisen - Schrot und Korn

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Fleisch, ein heißes Eisen

Ohne Reduzierung des Fleischkonsums ist das Zwei-Grad-Klimaziel nicht zu schaffen. Doch die Politik packt das Thema nicht an.

Ausgerechnet Chatham House, die konservative und wirtschaftsnahe Denkfabrik, verlangt eine deutliche Verhaltensänderung: Es sei unwahrscheinlich, dass die internationalen Klimaziele erreicht werden, wenn die Menschheit weiter so viel Fleisch isst wie heute, heißt es in einer Studie. Doch Regierungen und sogar Umweltverbände seien zurückhaltend, aus dieser Erkenntnis auch Taten folgen zu lassen. Schlicht aus der Angst heraus, es sich mit Wählern und Spendern zu verderben. Die Politik wolle nicht in Verdacht geraten, den Menschen vorzuschreiben, was sie essen sollen. Bemühungen zur Senkung des Fleischkonsums seien deshalb kein Bestandteil internationaler Strategien zur Abschwächung des Klimawandels.

Rob Bailey, der Hauptautor der Studie, sagt, die Regierungen seien zwar bemüht, im Bereich des Verkehrs oder dem Schutz der Wälder auf Klimaschutz zu drängen. Doch in der „Tierhaltung besteht eine große Kluft, und es gibt Widerwillen zu handeln“.

Umfragen, die Chatham House bei Verbrauchern in zwölf Ländern anstellte, bestätigen zudem die Unkenntnis der Verbraucher. 64 Prozent der Befragten meinten, der Verkehr sei Hauptklimasünder, nur 29 Prozent sahen in der Landwirtschaft einen relevanten Faktor. Dabei verursacht die Viehwirtschaft mehr Emissionen als der Verkehr.
Laut Studie ist die Bereitschaft, für das Klima die Ernährung zu ändern, in den USA, Japan und der EU gering. Anders in den Schwellenländern und damit in Regionen, denen hohe Steigerungsraten beim Verzehr von Fleisch und Milchprodukten vorhergesagt werden: In Brasilien, China und Indien sei die Mehrheit der Befragten empfänglich für die Idee, das Essverhalten für den Klimaschutz zu ändern. Es sei „ziemlich enttäuschend“, sagte Bailey der britischen Zeitung The Guardian, dass dieser Wille in den Industriestaaten sehr klein sei. // sb

Erschienen in Ausgabe 02/2015
Rubrik: News

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Otto

Für mich ist es unverständlich, warum der gesundheitliche Aspekt in der Öffentlichen Diskussion immer noch keine grosse Rolle spielt.
Fast alle unsere modernen Zivilisationskrankheiten sind auf den übermässigen Konsum von tierischem Eiweiss zurückzuführen.
Eine Basische-Ernährung könnte der Volksgesundheit Milliarden an Ausgaben sparen. (vgl. Dr, Jacobs Weg)

Des Weiteren ist es ökologisch eine reine Verschwendung das pflanzliche Eiweiss noch durch ein Tier zu jagen. Für die gleiche Menge Eiweiss braucht man 5-Mal soviel Pflanzen, geschweige denn von den Wassermengen, die dazu notwendig sind.