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EU-Staaten lassen Glyphosat für weitere fünf Jahre zu

Eine qualifizierte Mehrheit der EU-Staaten im Berufungsausschuss hat einer Verlängerung der Zulassung für das Herbizid Glyphosat um fünf Jahre zugestimmt. Vertreter von 18 der 28 EU-Länder votierten für die Verlängerung, darunter auch Deutschland. Erst durch den Schwenk der Deutschen, die sich bisher der Stimmer enthalten hatten, wurde die Mehrheit erreicht. Neun Staaten votierten gegen die weitere Zulassung, darunter weiterhin Italien, Frankreich und Österreich, einer enthielt sich.

Die EU-Kommission kündigte an, die Entscheidung rechtzeitig vor dem Auslaufen der aktuellen Glyphosatzulassung am 15. Dezember 2917 umzusetzen. EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis kommentierte: "Das heutige Votum hat gezeigt: Wenn alle dazu bereit sind, können wir gemeinsam Entscheidungen treffen und die Verantwortung dafür teilen.“

Formal hat die EU-Kommission im Berufungsausschuss ihren Vorschlag vorgelegt, der noch am 9. November im zuständigen Ausschuss gescheitert war. Er enthält keinerlei Einschränkungen für die Nutzung von Glyphosat. Die Kommission besteht darauf, dass weiterhin die Mitgliedsstaaten bei der Zulassung der jeweiligen glyphosathaltigen Produkte Einschränkungen erlassen dürften.

Die geschäftsführende Bundesumweltministerin Barbara Hendricks nannte gegenüber dem Tagesspiegel die deutsche Zustimmung einen Vertrauensbruch von Seiten des Bundeslandwirtschaftsministers. Ihr Ministerium ließ sie erklären: „Zwei Stunden vor Beginn der Sitzung des Berufungsausschusses, nämlich heute um 12:30 Uhr, habe ich gegenüber dem Kollegen Schmidt telefonisch eindeutig erklärt, dass ich mit einer Verlängerung der Zulassung von Glyphosat weiterhin nicht einverstanden bin, auch nicht unter bestimmten Konditionen.“. Um 13:07 Uhr habe Schmidt ihr per SMS bestätigt, dass der Dissens bestehen bleibe. „Offenbar ist zur gleichen Zeit an den Vertreter des Bundeslandwirtschaftsministeriums in Brüssel eine andere Weisung ergangen als sie zwischen uns abgestimmt war. Jeder, der an Vertrauensbildung zwischen Gesprächspartnern interessiert ist, kann sich so nicht verhalten“, ieß Hendricks erklären.

Der grüne Europaabgeordnete Martin Häusling kritisierte das Verhalten von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt als „instinktlos und skandalös.“ Er und die Bundeskanzlerin hätten sich „willfährig dem Lobbydruck ergeben, statt sich des in Europa an sich geltenden Vorsorgeprinzips zu erinnern und den Verbraucherschutz an die erste Stelle politischen Handels zu stellen.“

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Rubrik: News

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Weber Bernard

Der Minister Christian Schmidt MUSS WEG VOM FENSTER !!!
Ist er ein Angestellter von BAYER&MONSANTO???
Das ist ja "Skandalös"!!!

Weber Bernard

Der Minister Christian Schmidt MUSS WEG VOM FENSTER !!!
Ist er ein Angestellter von BAYER&MONSANTO???
Das ist ja "Skandalös"!!!

Gené Käthe

Ich finde es empörend und enttaüschend, dass dieses Mittel trotz aller schädlichen Nebenwirkungen weiterhin zugelassen wird. Die Meinung der Wähler wird überhaupt nicht berücksichtigt

Peter Brehm

Offensichtlich hat die CSU noch nicht mitbekommen, dass es nicht mehr soviel Landwirte gibt, die bedingungslos die CSU wählen. Ich hoffe, dass die Entscheidung für die Zulassung von Glyphosat, die der Bundeslandwirtschaftsminister, zusammen mit Frau Merkel entschieden hat, auch wenn sie öffentlich "schwach" protestiert hat, dazu führt, dass die beiden Pro-Lobbyparteien bei den nächsten Wahlen noch mehr zu spüren bekommen, dass wir Verbraucher nicht mehr gewillt sind diese Politik zu tolerieren.

mfg

Monya

ES ist einfach unfassbar, mir fehlen die Worte, mit welcher Arroganz und Zynismus die Wünsche der Mehrheit der Menschen einfach ignoriert werden.

Christine K.

Ist der Mann denn von allen guten Geistern verlassen?! Reicht es nicht, dass bereits vielerorts 75%!!!! derInsekten verschwunden sind? Dass Glyphosat in Muttermilch und Urin überall nachweisbar ist? Wir sind dabei, unsere Lebensgrundlage wissentlich und willentlich zu zerstören. Sage keiner, er habe es nicht gewusst....