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Kurz notiert: Verstecktes Salz, Kükenmorden und Bio-Obstkorb

Vergisst der Bäcker das Salz, ist das Brot unverkäuflich. Es schmeckt fad, denn Salz verstärkt den Geschmack. Deshalb ist es auch überall drin. In der Wurst, im Käse, im Fisch, in Fertiggerichten aus der Dose und in der Pizza sowieso. Und natürlich im Brot.
30.04.2016
Vergisst der Bäcker das Salz, ist das Brot unverkäuflich. Es schmeckt fad, denn Salz verstärkt den Geschmack. Deshalb ist es auch überall drin. In der Wurst, im Käse, im Fisch, in Fertiggerichten aus der Dose und in der Pizza sowieso. Und natürlich im Brot.

Ernährung

Salz in Brot & Co.: weniger wäre gesünder

Vergisst der Bäcker das Salz, ist das Brot unverkäuflich. Es schmeckt fad, denn Salz verstärkt den Geschmack. Deshalb ist es auch überall drin. In der Wurst, im Käse, im Fisch, in Fertiggerichten aus der Dose und in der Pizza sowieso. Und natürlich im Brot.

Die Mehrheit der Bevölkerung, so die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), isst zu viel Speisesalz: 70 Prozent der Frauen und 80 Prozent der Männer liegen über dem Orientierungswert. Der liegt bei sechs Gramm pro Tag. Sechs Gramm: Das entspricht einem Teelöffel voll Salz. 15 Prozent der Frauen und 23 Prozent der Männer kommen sogar auf mehr als 15 Gramm am Tag.

Das Problem: Eine hohe Salzaufnahme erhöht das Risiko für Bluthochdruck und der gehört zu den wichtigsten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Krankheiten wie Schlaganfall.

Zu den hohen Salzmengen kommt es unter anderem deshalb, weil die wenigsten wissen, wie viel davon in Wurst, Käse und Pizza enthalten sind. Wenn auf den Lebensmitteln der Natriumgehalt angegeben ist, kann man den Speisesalzgehalt zwar errechnen: Man multipliziert den Natriumgehalt mit 2,54. Doch wer macht das schon? Klarer wird es von Dezember an: Dann muss der Speisesalzgehalt auf der Packung stehen.

Die DGE empfiehlt, den Salzverbrauch in der gesamten Bevölkerung zu reduzieren. Dazu solle die Menge in Brot, Fleisch, Wurst und Käse schrittweise gesenkt werden, damit eine Umgewöhnung stattfinden kann. Den größten Beitrag bei der Einsparung von Speisesalz könne Brot leisten, so die DGE. Darüber hinaus solle sich Deutschland an Initiativen beteiligen, die das Salzproblem bundesweit angehen.

Verbrauchern rät das Ernährungsinstitut weniger verarbeitete und mehr unverarbeitete Lebensmittel wie Gemüse und Obst zu essen und zum Würzen Kräuter und Gewürze zu verwenden. sb



Politik

Kükenmorden geht weiter

Sie legen keine Eier und setzen nicht genug Fleisch an. Deshalb wurden auch 2015 rund 50 Millionen männliche Küken direkt nach dem Schlüpfen getötet. Gegen diese Praxis regt sich schon lange Widerstand. Bisher ohne Erfolg. Und so scheint es weiterzugehen. Jetzt sind auch Grüne und Linke im Bundestag mit einem Gesetzes-Antrag gegen das „Kükenschreddern“ gescheitert. Trotz Kritik am Kükentöten hat die große Koalition gegen ein Verbot votiert. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) setzt stattdessen auf die Entwicklung eines Verfahrens, bei dem das Geschlecht vor dem Ausbrüten erkannt wird. Damit soll die Tötung der Küken 2017 aufhören.

Auch der Versuch der Regierung von Nordrhein-Westfalen, das Töten in NRW per Erlass zu verbieten, ist von den Gerichten abgelehnt worden, mit dem Hinweis, dass entsprechende Bestimmungen im Tierschutzgesetz fehlen. sb


Früchte

Stars im Bio-Obstkorb

Kiwis und Zitronen aus Bio-Anbau sind der Renner: Die Öko-Kunden griffen 2015 bei beiden Früchten 25 Prozent häufiger zu als im Vorjahr. Inzwischen stammt nahezu jede Dritte in Deutschland gekaufte Zitrone aus Bio-Anbau. Auch die Nachfrage nach Bio-Bananen ist hoch: Ihr Absatz stieg 2015 um 14 Prozent. Damit ist jede siebte gekaufte Banane eine aus ökologischem Anbau. sb


Zahl des Monats

Unterschriften braucht die EU-Petition „Stop plastic in the sea“. Sie fordert von der EU-Kommission strikte Regelungen für Plastikmüll zu erarbeiten, damit dieser nicht ins Meer gelangt. Mitmachen:

Reisen

Bahn überholt Flugzeug

Frankfurt – Paris: Wie reist es sich am günstigsten, mit der Bahn oder mit dem Flugzeug? Wer auf den Flug tippt, liegt oft falsch, denn innerhalb Europas ist Bahnfahren die meist preiswertere Alternative. Eine Studie der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) zeigt, dass der Zug in 82 Prozent der mehr als 720 untersuchten Fälle das Preisduell für sich entscheidet. Die Wissenschaftler haben dabei auch unterschiedliche Buchungsfristen berücksichtigt. „Die verschiedenen Buchungsfristen zeigen ein heterogenes Bild, aber insgesamt spart man mit Bahnfahren fast immer Geld“, analysiert Thomas Sauter-Servaes, Leiter des ZHAW-Studiengangs Verkehrssysteme. Je kurzfristiger die Buchung, desto größer sei der Preisvorteil. Am deutlichsten fällt der Vergleich für Frankreich aus. Hier gewinnt die Bahn in 96 Prozent der Fälle den Preisvergleich. In Spanien sind es 83 Prozent, bei der Deutschen Bahn 79 Prozent. sb


Glyphosat

Monsanto gegen Kalifornien

Glyphosat ist nicht nur in der EU umstritten. Auch jenseits des Atlantiks gibt es Zweifel. So hat der US-Bundesstaat Kalifornien das Unkrautvernichtungsmittel auf eine Liste krebserregender Stoffe gesetzt. Der Agrarkonzern Monsanto klagt nun gegen die Umweltbehörde Kaliforniens. Glyphosathaltige Spritzmittel wurden im vergangenen Jahr von der Internationalen Agentur für Krebsforschung der WHO als „wahrscheinlich krebserregend“ für Menschen eingestuft. Monsanto bestreitet die Krebsgefahr. Der Konzern ist der größte Glyphosat-Hersteller. Viele seiner entwickelten Gentech-Pflanzen sind gegen den Wirkstoff resistent. sb


Weizenstudie

Kleine Brötchen durch Klimawandel?

Weizen kommt mit dem Klimawandel nicht klar. Forscher der Universität Hohenheim haben herausgefunden, dass der steigende Kohlendioxid-Gehalt der Atmosphäre das Brotgetreide zwar üppiger wachsen lässt, die Qualität des Weizens aber erheblich abnimmt. Er lässt sich schlechter verbacken und hat weniger Nährstoffe. Für ihre Untersuchung ließen die Forscher um Professor Andreas Fangmeier den Weizen in Klimakammern wachsen: Darin simulierten sie Bedingungen, wie sie in voraussichtlich 30 Jahren auf der Erde herrschen, wenn die Atmosphäre deutlich mehr CO2 enthält als heute. Das Resultat: Das Treibhausgas wirke zwar als Dünger und dürfte die Erträge erhöhen. Das aber gehe auf Kosten der Qualität. „Die Backfähigkeit von Weizen hängt in erster Linie vom Proteingehalt und von der Zusammensetzung der Proteine im Mehl ab“, erläutert Fangmeier. Doch unter einem Zuviel an CO2 sinkt der Anteil der Proteine, und auch ihre Zusammensetzung ändert sich. Darunter leidet das Teigvolumen von Brot und Gebäck. Problematischer noch erscheint, dass der Weizen auch weniger Calcium, Eisen, Magnesium und Zink enthält. Da Weizen in vielen Regionen dieser Erde ein wichtiges Grundnahrungsmittel darstellt, könnte sich das Problem der Fehlernährung in Zukunft noch verstärken, warnt Fangmeier. sb

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