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Falsche Bio-Produkte über Italien in die EU

Italien ist ein Einfallstor für als 'bio' deklarierte konventionelle Agrarerzeugnisse aus Drittländern in die EU. Die wichtigste Ursache dafür sind mangelhafte Kontrollen und schlecht ausgebildete Beamte beim Zoll
11.03.2014
Italien ist ein Einfallstor für als 'bio' deklarierte konventionelle Agrarerzeugnisse aus Drittländern in die EU. Die wichtigste Ursache dafür sind mangelhafte Kontrollen und schlecht ausgebildete Beamte beim Zoll

Italien ist ein Einfallstor für als "bio" deklarierte konventionelle Agrarerzeugnisse aus Drittländern in die EU. Die wichtigste Ursache dafür sind mangelhafte Kontrollen und schlecht ausgebildete Beamte beim Zoll. Dieses Fazit lässt sich aus einem Audit-Bericht der EU ziehen.Im April 2013 hatten die Inspektoren des Food and Veterinary Office (FVO) der EU das italienische Öko-Kontrollsystem unter die Lupe genommen. Dabei hielten sie zahlreiche Mängel fest. Am schwersten wiegt jedoch die Kritik an den Importkontrollen. Erst wenige Tage vor dem Besuch der EU-Inspekteure war ein groß angelegter Betrug mit via Malta importierten Futtermitteln aus Moldawien und Indien aufgeflogen.Der italienische Bioverband Federbio hat gemeldet, dass im Zuge der Ermittlungen zu diesem Skandal noch einmal mehrere Verdächtige unter Hausarrest gestellt wurden. Der Öko-Kontrollstelle Biozoo entzog die Aufsichtsbehörde die Zulassung. Laut Federbio ist es den Behörden gelungen, eine Bande zu zerschlagen, die jahrelang Gesetze und das Zertifizierungssystem umging und mit Hilfe von gefälschten Zertifikaten eine große Menge konventioneller Ware als Bio-Ware auf den europäischen Markt brachte.In einer detaillierten Darstellung verbindet Federbio die Betrugsskandale der letzten Jahren, angefangen bei Sunny Land und der dazugehörigen Polizeiaktion „Gestiefelter Kater“ über die Aktion „Green war“ im vergangenen Jahr und den aktuellen Ermittlungen einer Behördenarbeitsgruppe namens Vertical Bio. Federbio listet auch die Namen der beteiligten Verdächtigen und ihrer Firmen in Italien, Rumänien, Moldawien, Ukraine und anderen Ländern auf. Deutliche Kritik übt der Verband am italienischen Landwirtschaftsministerium, das lange Zeit alle Hinweise und Warnungen ignoriert habe. Nach Angaben von Federbio kommen via Odessa immer große Mengen an angeblichem Bio-Getreide aus der Ukraine und Kasachstan nach Europa. Allerdings nicht nach Italien, sondern an Importeure in niederländischen Häfen.Mehr zum Thema

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