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Fakten zu EHEC

Ursachenbeweise für die EHEC-Epidemie fehlen nach wie vor. Indes spricht einiges für Bio als EHEC-Hemmer. // Peter Gutting
31.08.2011
Ursachenbeweise für die EHEC-Epidemie fehlen nach wie vor. Indes spricht einiges für Bio als EHEC-Hemmer. // Peter Gutting

Ursachenbeweise für die EHEC-Epidemie fehlen nach wie vor. Indes spricht einiges für Bio als EHEC-Hemmer. // Peter Gutting

Aus Sicht der Behörden sind Bockshornklee-Samen aus Ägypten für die EHEC-Epidemie verantwortlich. Die noch vorhandenen Mengen dieser Chargen aus den Jahren 2009 und 2010 wurden aus dem Handel genommen und vernichtet. Jedoch fielen sämtliche Laborproben negativ aus. Die Behörden berichten, Teile der Charge von 2009 seien über einen deutschen Importeur und dann über Zwischenhändler sowohl an einen Hof in Bienenbüttel als auch an einen Caterer in Bordeaux gegangen.

15 Tonnen unter Verdacht

In beiden Fällen gibt es eine auffällige Häufung von Menschen, die nach dem Verzehr von Sprossen erkrankten, die aus diesen Samen gezogen wurden. Ungeklärt bleibt aber, warum die Krankheit nicht bei anderen Abnehmern dieser großen Menge von Samen – die Charge von 2009 umfasst 15 Tonnen – ausbrach.

Da die aktuelle, besonders gefährliche EHEC-Variante von ihrer genetischen Zusammensetzung darauf schließen lässt, dass sie im Menschen zu ihrer aktuellen Gestalt mutiert sein kann, sagen allein die Verbreitungswege noch wenig über die eigentliche Ursache aus.

Fest steht: Menschen, die sich bei anderen Menschen anstecken, können Lebensmittel infizieren. Das Lebensmittel und die Art seiner Erzeugung ist dann zumindest in diesem Fall nicht der Ausgangspunkt der Epidemie.

Im Laufe der Krise gab es Presseberichte, die die organische Düngung und den Öko-Landbau als Gefahrenquelle für EHEC anprangerten. Forschungsergebnisse, über die das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FibL) berichtet, weisen jedoch in eine andere Richtung. Demnach finden sich in den Ausscheidungen von Rindern drastisch weniger E-Coli- und EHEC-Bakterien (gehören auch zur E-Coli-Gruppe), wenn artgerecht Gras und Heu verfüttert wird.

Der Grund: Gras und Heu sorgt in den Mägen der Tiere für ein basisches Milieu. Das mögen die E-Coli-Bakterien nicht. Wohl fühlen sie sich in einem sauren Milieu, das durch Kraftfutter wie Getreide und Soja in den Rindermägen entsteht.

Amerikanische Forscher schrieben 2003 im "Journal of Dairy Science", dass die E-Coli-Belastung in fünf Tagen um das 1 000-fache zurückging, als man in einem Fütterungsversuch von Kraftfutter auf Gras und Heu umstellte.

Zum Thema Gülle, das in den Medien kursierte: Weder im Bio- noch im konventionellen Landbau wird Gülle direkt auf Gemüse gespritzt. Statt dessen düngt man damit die abgeerntete Erde vor der neuen Aussaat – mit Wartezeiten von bis zu vier Monaten (siehe auch Kasten).

Gülle bei Bio kaum ein Thema

Gülle besteht aus Urin und Kot von Schweinen und Rindern. In Deutschland fallen jährlich 175 bis 200 Millionen Kubikmeter Rinder- und Schweinegülle an. Im Öko-Landbau ist Gülle-Düngung erlaubt. In der Realität fällt jedoch sehr wenig Gülle an, sagt Peter Röhrig vom Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft. Der Grund: In Öko-Ställen stehen die Tiere meist auf Stroh und nicht auf Spaltenböden, sodass Mist anfällt, aber kaum Gülle.

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