Editorial - Schrot und Korn

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Erst wählen, dann backen

Stephanie Silber

Verantwortliche Redakteurin Schrot & Korn

Liebe Leserin, lieber Leser,

es gibt Samstage, an denen läuft direkt vor der Tagesschau – bestimmt einer der teuersten Werbeplätze überhaupt – Werbung für Bio aus dem Discounter. Wäre Bio eine Partei, würde die Vorsitzende sicherlich sagen: „Wir sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen.“ Doch genauso wie manche Partei zunehmend um eine klare Positionierung ringt, kann man sich auch fragen, wofür die drei Buchstaben B, i und o eigentlich stehen. Klar, es gibt die gesetzliche Definition: Seit 1991 beschreibt die EU-Öko-Verordnung, wann ein Produkt bio heißen darf. Daneben gibt es allerdings inzwischen mehr als 100 Zeichen, die auch irgendwie deutlich machen wollen, dass es sich um ein besonders nachhaltiges Lebensmittel handelt.

Es gibt aber Dinge, die sich nicht durch Logos abbilden lassen. Ich denke dabei an den Ort, an dem man Bio-Waren kaufen kann. Viele der Bio-Läden engagieren sich seit Jahrzehnten für eine bessere Welt. Umwelt- und Klimaschutz sind ihnen eine Herzensangelegenheit, sie legen Wert auf faire Produktionsbedingungen. Viele Bio-Ladner verkaufen öko-faire Lebensmittel aus Überzeugung – und nicht weil diese gerade die Kasse klingeln lassen. Und das auch schon zu Zeiten, als sie dafür noch als „Spinner“ oder „Latzhosenträger“ belächelt wurden. Deswegen kaufe ich mein Essen in den Bio-Läden meines Viertels: symphatische, idealistische Weltverbesserer, mit denen ich gemeinsam Dinge verändern möchte.

Ihre

Stephanie Silber

Es ist so weit

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