Editorial - Schrot und Korn

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Trecker fahr᾽n

Stephanie Silber

Verantwortliche Redakteurin Schrot & Korn

Liebe Leserin, lieber Leser,

wir schlürften gerade entspannt unseren Frühstücks-Kaffee, als es laut wurde: Draußen vor unserem Hotel donnerten unzählige Traktoren vorbei. Es war am Morgen der großen Demo „Wir haben Agrarindustrie satt“ (siehe Seite 22) und die Trecker waren auf dem Weg zum Startpunkt. Mir gefielen die pink und rosa dekorierten Exemplare ganz besonders: Frauen aus der Landwirtschaft, Bäuerinnen, saßen am Steuer.

Laut Welternährungsorganisation FAO liegen 80 Prozent der globalen Nahrungsmittelproduktion in der Hand von Frauen. Die große Rolle von Frauen in der Landwirtschaft ist aber weder weltweit noch hier in Deutschland sichtbar. Wenn ich beispielsweise Veranstaltungen besuche, ist das Podium oft durch graue Männer geprägt. Wobei sich grau in erster Linie auf die uniformen Anzüge bezieht. Auch das Abschlussfoto zur Welt­agrarministerkonferenz in Berlin zeigte ein ähnliches Bild: Ich zählte darauf elf Frauen von insgesamt gut 90 Menschen.

In Deutschland sind etwa zehn Prozent der landwirtschaftlichen Betriebsleiter Frauen. Die meisten Frauen in der Landwirtschaft „arbeiten mit“, in der Regel als Allrounder im Büro, im Stall und sie schmeißen fast die gesamte Familienarbeit. Da ist es definitiv nicht zu viel, dass es neben dem Weltfrauentag am 8. März auch den Weltlandfrauentag am 15. Oktober gibt. Doch es braucht noch mehr als nur Symbole für Frauenpauer. Trotzdem: Vielleicht leihe ich mir für die nächste Demo einen Traktor und dekoriere ihn pink. Mal sehen, wer mitfährt.

Ihre

Stephanie Silber

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