Editorial - Schrot und Korn

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Editorial

Gesundheit – Privatsache?

Stichwort Gesundheitsreform: Gesundheit scheint mehr zu kosten, als wir uns leisten können. Sicher rätseln auch Sie, aus welcher Ecke die Mehrkosten auf Sie zukommen werden. Das Peinliche daran: Für all das Geld bekommen wir noch nicht einmal Qualität. Zwei Ursachen für die Kostenexplosion:

  • Die Lobbyinteressen von Berufsständen und Wirtschaftszweigen.
  • Unser Gesundheitssystem betreibt Reparaturmedizin statt Vorsorgemedizin.

Nun soll ein Teil der Gesundheitskosten aus dem öffentlichen in den privaten Bereich verlagert werden. Soziale Ungerechtigkeiten sind vorprogrammiert und eine Verlagerung ist noch lange keine Einsparung. Kein Politiker leugnet, dass es sich um ein Flickwerk mit kurzer Haltbarkeit handelt.

Und doch ist ein Gedanke in der Diskussion richtig: Wir alle müssen wieder mehr Verantwortung für unsere eigene Gesundheit übernehmen. Nur sollte das nicht heißen, dass wir mehr privat bezahlen, schon gar nicht, dass Gesundheit von der finanziellen Lage des Einzelnen abhängt. Vielmehr sollten wir gesünder leben statt die Schäden jahrelanger Sünden ab 30, 40 oder 50 teuer reparieren lassen zu müssen. Wer nicht zum Arzt muss, entlastet das System – und tut sich selbst einen Gefallen. Das klingt überhaupt nicht attraktiv. Aber: Wer sich nicht gesund fühlt, kann das Leben nicht richtig genießen – so platt das ist, so richtig ist es auch.

Beispiel: Verdauung. Liegt sie darnieder, leidet der Lebensgenuss und das Risiko chronischer Krankheiten steigt. Nicht umsonst sehen viele naturheilkundliche Gesundheitslehren in der Verdauung den zentralen Gesundheitsfaktor. In diesem Heft einige Tipps dazu (Lust statt Last, S. 38). Das ist Vorsorge. Mit einem fantasievollen Speiseplan ganz einfach und durchaus genussvoll zu realisieren.

"An apple a day keeps the doctor away!" Auch das ist Gesundheitsvorsorge und hat viel mit Genuss zu tun: Was man aus Äpfeln alles machen kann, dazu zeigt unser Genießen-Teil ab S. 6 einige Beispiele.

Viel Spaß beim Lesen!

Martin Fütterer