Waschmittel: Sauber ohne Öko-Fake - Schrot und Korn

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Waschmittel: Sauber ohne Öko-Fake

Waschmittel © Harald Hufgard/bio verlag
© Harald Hufgard/bio verlag

BIOWISSEN Öko-Waschmittel waschen sauber, ohne der Umwelt zu schaden. Doch einige machen nur Greenwashing. 
Leo Frühschütz

-> Waschmittel in Ihrem Bio-Laden

Früher war das einfacher. Da schwammen Schaumberge auf den Flüssen und allen war klar: Waschmittel sind ein Problem. Inzwischen reinigen die Kläranlagen besser und die Mittel sind umweltverträglicher. Alles gut jetzt?

Die Antwort liefert die Zutatenliste einer bekannten konventionellen Waschmittelmarke: Da finden sich als Enthärter Phosphonate – schwer abbaubar und giftig für Wasserlebewesen. Die Chemikalie PVPP, die das Verfärben verhindern soll: schwer abbaubar. Flecken entfernen gentechnisch veränderte Enzyme. Aus Erdöl sind waschaktive Substanzen. Noch dazu enthält es den allergieauslösenden Konservierungsstoff Methylisothiazolinon.

Wer diese Chemikalien nicht an seine Wäsche lassen will, der greife zu Öko-Waschmitteln. Doch leider gibt es dabei Mogelpackungen. Diese von echten Öko-Waschmitteln zu unterscheiden, ist gar nicht so einfach. Das Problem: Die EU-Öko-Verordnung gilt ausschließlich für Lebensmittel, Waschmittel können per Definition nicht nach Bio-Richtlinien zertifiziert werden. So kommt es, dass jeder Hersteller sein Waschmittel als Öko oder Bio bewerben darf, ohne irgendwelche Standards einhalten zu müssen.

Das ist echt Öko

Echte Öko-Waschmittel waschen mit Seifen, die aus Bio-Ölen hergestellt wurden oder mit Tensiden aus pflanzlichen Rohstoffen, vor allem Palmkern- oder Kokosöl sowie Mais- und Weizenstärke, jeweils aus konventionellem Anbau. Einzelne Hersteller bieten palmölfreie Waschmittel an oder setzen auf natürliche Tenside aus der indischen Waschnuss oder der Rinde des Seifenbaums. 

Neben Seifen und Tensiden enthalten Öko-Waschmittel Soda und Silikate, die das Wasser alkalisch machen und so die Waschkraft unterstützen. Beides sind natürliche und unproblematische Mineralsalze. Hartes, kalkreiches Wasser enthärten in Öko-Waschmitteln meist Citrate, die Salze der Zitronensäure. Natriumpercarbonat setzt beim Waschen bleichenden Sauerstoff frei. Dezenter Duft kommt von ätherischen Ölen. Und für Allergiker und Menschen mit sehr empfindlicher Haut bieten die Hersteller duftfreie Alternativen an.

Für Bio-Läden hat der Bundesverband Naturkost Naturwaren Kriterien für ökologische Wasch- und Reinigungsmittel festgelegt. Sie erlauben nur gentechnikfreie Enzyme, verlangen mehr biologische Abbaubarkeit als der Gesetzgeber und schließen viele problematische Stoffe aus. In manchen Rezepturen noch enthaltene petrochemisch hergestellte Inhaltsstoffe sollen bis Ende 2018 ausgetauscht werden. 

Echte Öko-Waschmittel werden von externen Kontrollstellen wie Ecogarantie zertifiziert und tragen deren Siegel. So können Kunden sicher sein: Das ist Öko – und kein Greenwashing.

Waschmittel © Harald Hufgard/bio verlag
© Harald Hufgard/bio verlag

Dosierung

Die notwendige Menge Waschmittel hängt von der Wasserhärte ab und vom Verschmutzungsgrad der Wäsche. Am besten die Dosierangaben der Hersteller auf der Verpackung beachten.

Waschmittel

Standard sind drei Waschmittel: eines für Weißes, eines für Buntes und ein Feinwaschmittel für Wolle und Seide. Wer schwarze Textilien oder Sportklamotten mit einem Spezialwaschmittel reinigen will, findet auch dafür eine Öko-Alternative. Sportwaschmittel reinigen seifenfrei, um die atmungsaktiven Membranen von Outdoor-Textilien nicht zu verstopfen. Sie enthalten den Wirkstoff Zinkricinoleat, der auch in Naturkosmetik-Deos Gerüche hemmt. Weichspüler ohne petrochemisch hergestellte Tenside gibt es ebenfalls im Bio-Laden – und für Bügelfans sogar Sprühstärke.

Bleiche

Vollwaschpulver enthält meist das Bleichmittel Natriumpercarbonat. Gut für weiße Wäsche, aber Buntes bleicht auf Dauer aus, auch wenn es farbecht ist. Deshalb für Buntwäsche besser ein Colorwaschmittel verwenden und nur bei starken Flecken etwas Bleichmittel extra zugeben. Ganz hartnäckige Fälle am besten mit Gallseife vorbehandeln. Sie enthält natürliche Enzyme – ist aber nicht vegan.

Waschtemperatur

Mit niedrigen Temperaturen waschen spart Energie. Und für wenig verschmutzte Wäsche reichen 30 oder 40 Grad auch aus. Allerdings überleben bei diesen Temperaturen die Keime in der Waschmaschine. Um Verkeimung vorzubeugen, sollte man ab und zu die Maschine mit 60 Grad oder höher laufen lassen.

Hartes Wasser

Hartes Wasser verringert die Reinigungsleistung von Seifen. In solchen Fällen braucht es mehr Enthärter. Einige Hersteller bieten ihn getrennt an, damit die Kunden passend dosieren können. Auskunft zur Wasserhärte gibt der örtliche Wasserversorger.

Erschienen in Ausgabe 02/2018
Rubrik: Leben&Umwelt

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