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Hallo Wald, wie geht es dir ?

Umwelt © Tim Reismann/EyeEm/gettyimages
Natur pur: In diesem Wald möchte man gerne auf Erkundungstour gehen. © Tim Reismann/EyeEm/gettyimages

UMWELT Naturschützer machen sich große Sorgen um den Wald in Deutschland. Ein Problem, mit dem er zu kämpfen hat, kennen wir aus der Landwirtschaft. Michael Billig

Der deutsche Wald hat viel zu bieten. Er ist Erholungsgebiet, Rohstoffquelle, Klimaschützer und Lebensraum für unzählige Pflanzen und Tiere. Eines aber ist er nicht: unberührte Natur. Die meisten Wälder in Deutschland sind aufgeforstete Wirtschaftswälder, die vor allem einem Zweck dienen: der Gewinnung von Holz.

Rund ein Drittel der Fläche Deutschlands ist mit Wald bedeckt. Gut die Hälfte davon mit nur zwei Baumarten: Fichte und Kiefer. Selbst im flachen Norden bestimmen diese beiden Nadelhölzer, die eigentlich in Gebirgslagen zuhause sind, vielerorts das Landschaftsbild. „Wenn ich auf der B4 nach Niedersachsen fahre, fahre ich durch Kiefernforste. Von Natur aus müssten hier aber Eichen- und Buchenmischwälder stehen“, erzählt Dr. Torsten Welle, wissenschaftlicher Leiter der Lübecker „Naturwald Akademie“. Das gemeinnützige Forschungsinstitut möchte ein Umdenken im Umgang mit Wald anstoßen und hat 2018 erstmals einen „Alternativen Waldzustandsbericht“ veröffentlicht.

Der Bericht, an dem auch der Naturwissenschaftler Welle mitgearbeitet hat, stellt dem deutschen Wald ein miserables Zeugnis aus. „90 Prozent der Waldfläche sind in einem naturschutzfachlich schlechten Zustand“, warnen die Autoren. Viele Wälder seien zu jung (siehe auch Grafik Seite 34) und es dominierten Bäume, die dort natürlicherweise nicht vorkommen würden. Heimische Waldtypen wie der sogenannte Hainsimsen-Buchenwald und der Eichenmischwald seien sogar vom Aussterben bedroht – und mit ihnen Flora und Fauna, die von diesen Waldgesellschaften abhängig sind.

Torsten Welle fordert deshalb: „Bund und Länder müssen die besonders bedrohten und seltenen naturnahen Reste der Eichenwälder sofort unter Schutz stellen.“ Andernfalls seien diese wertvollen Wälder für Generationen verloren. Alarmierende Worte.

Im Vergleich dazu klingen die offiziellen Verlautbarungen geradezu harmlos: „Die ökologische Wertigkeit der deutschen Wälder hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert.“ So steht es etwa im Waldbericht 2017 der Bundesregierung. Aus den Bundesländern kommen ähnliche Töne. „Der Gesundheitszustand der Wälder Mecklenburg-Vorpommerns ist insgesamt gut und im Trend der letzten Jahre stabil“, sagte Till Backhaus, Umweltminister in Schwerin, als er Ende Mai die Ergebnisse der Waldzustandserhebung seines Landes vorstellte.

Fakt ist: Das große Waldsterben, das in den 1980er-Jahren von Umweltschützern befürchtet und bekämpft wurde, blieb glücklicherweise aus. In den vergangenen zehn Jahren hat die Waldfläche in Deutschland insgesamt sogar leicht zugelegt. Viel Wald ist aber noch kein guter Wald.

Dass Experten seinen Zustand so unterschiedlich bewerten, hängt auch mit den verschiedenen Blickwinkeln auf das Thema zusammen. Im Waldbericht der Bundesregierung etwa wird die biologische Vielfalt von heute mit der Situation in den 1970er-Jahren verglichen. Durch naturnahe Waldbewirtschaftungskonzepte und andere Aktivitäten, die vor über drei Jahrzehnten begonnen wurden, habe sich der ökologische Zustand unserer Wälder „in vielen Aspekten positiv entwickelt“. Die Bundesländer bestimmen den Zustand ihrer Wälder anhand der Baumkronen. Seit 1992 untersuchen sie Jahr für Jahr, wie stark der Blattverlust, die sogenannte Kronenverlichtung, ausfällt. Die jüngste Untersuchung in Mecklenburg-Vorpommern hat ergeben, dass sich der Anteil der Bäume mit „deutlichen Schäden“ geringfügig von 15 auf 14 Prozent verringert hat.

Die Autoren des alternativen Waldberichts gehen anders vor. Sie werten zwar auch offizielle Daten aus. Doch Vergleiche mit der jüngeren Vergangenheit sparen sie sich. Ihre Referenz ist der Wald, wie ihn die Natur schaffen würde. So wie er noch vor ein paar Jahrhunderten in Deutschland ausgesehen haben muss – bevor Forst- und Holzwirtschaft begannen, im großen Stil Äxte und Sägen zu schwingen. Als Ergebnis ihrer Methodik stellten die Forscher „eine besorgniserregende
Verarmung der Ökosysteme“ fest. Ihrer Untersuchung zufolge wachsen auf den meisten Waldflächen – anders als früher – nur noch wenige unterschiedliche Baumarten.

Infografik

Lediglich auf 4,5 Prozent naturnaher Waldflächen wachsen Bäume, die älter als 140 Jahre sind.

Ein Baum gleicht dem anderen

Monokulturen gibt es also nicht nur auf dem Acker, sondern auch im Forst. 76 Baumarten bevölkern offiziell den deutschen Wald. Doch mitunter gibt es Flächen, da steht nur eine Art. Meistens eben Fichte oder Kiefer. Angeordnet in Reih und Glied. Und alle irgendwie gleich. Gleiches Alter, gleich groß, gleicher Stammumfang. Wälder gemacht fürs Sägewerk.

Wald, wie ihn die „Naturwald Akademie“ fördern will und wie ihn seltene und bedrohte Tier-, Pilz- und Pflanzenarten als Lebensgrundlage benötigen, sieht anders aus. Zum Beispiel so wie auf der Ostseeinsel Rügen im Nationalpark Jasmund, wo Rotbuchen, große neben kleinen und dicke neben dünnen wachsen. Wo ein Baum nicht nur 77 Jahre wie im deutschen Durchschnitt, sondern auch 200 Jahre und älter werden darf. Wo die Baumriesen erhaben zum Himmel streben oder kreuz und quer im Wald liegen. Wo klar ist: Hier waltet die Natur, nicht ein Forstbetrieb.

Ausgehöhlte Bäume bieten Fledermäusen und Spechten ein Quartier. Bestimmte Moose, Flechten und Pilze breiten sich nur auf absterbenden Stämmen, Ästen und Zweigen aus. Von den 6500 Käferarten, die hierzulande vorkommen, benötigen 1500
Totholz zum Leben. Alte und alternde Bäume sind biologische Schatzkammern. „Mit ihren unterschiedlichen Zerfallsphasen stellen sie wichtige Habitate für viele spezialisierte Arten zur Verfügung“, sagt Torsten Welle.

Die klassische Forstwirtschaft überlässt einen Baum aber nur ungern der Natur. Sie macht ihn lieber zu Geld. Wie die Branche tickt, zeigt ein Satz aus dem Beststeller „Das geheime Leben der Bäume“ von Deutschlands wohl berühmtesten Förster, dem Buchautor Peter Wohlleben: „Da ich täglich Hunderte von Fichten, Buchen, Eichen oder Kiefern im Hinblick darauf taxieren muss, wozu sie im Sägewerk taugen und wie hoch ihr Vermarktungswert ist, wurde meine Wahrnehmung auf dieses Sichtfeld eingeengt.“

Die Einnahmen aus dem Holzverkauf fließen in die Taschen der Waldbesitzer. Das sind vor allem die Länder, Städte und Gemeinden. 52 Prozent der insgesamt 11,4 Millionen Quadratmeter Wald in Deutschland gehören der öffentlichen Hand. Der Rest ist Privateigentum. Um private Waldbesitzer zum Umlenken hin zu mehr Naturnähe zu bewegen, seien finanzielle Anreize nötig, glaubt Welle. „Der Staat könnte sie für jeden Quadratmeter Wald, den sie nicht bewirtschaften, sondern einer natürlichen Entwicklung überlassen, entschädigen“, schlägt er vor.

Zur Dominanz von Fichte und Kiefer in unseren Wäldern tragen aber auch die Bürger mit ihrem Konsumverhalten bei. Ob Küchenrollen, Taschentücher, Zeitschriften oder Druckpapier – jeder Deutsche verbraucht im Jahr rund
235 Kilogramm Papier. Weil Nadelhölzer über längere Fasern verfügen, eignen sie sich besser als Laubhölzer für die Herstellung.

Das Geschäft mit Bäumen

Kiefern werden zudem in der Möbelherstellung massenhaft verarbeitet. Die Fichte mit ihrem schnurgeraden Stamm findet als Bauholz für Dachstühle und andere Konstruktionen reißenden Absatz. Laubholz gilt für diese Einsatzgebiete als ungeeignet.

Dass sich aber auch Buchen und Eichen vermarkten lassen, zeigt der Stadtwald Lübeck. Hersteller von Fußböden, Möbeln und Furnieren zählt er zu seinen Kunden, wie Oberförster Knut Sturm erzählt. Ein Teil des Stadtwaldes ist komplett von der Nutzung ausgenommen. Der Rest, rund 4 500 Hektar, wird nach den ökologischen Richtlinien des Bio-Verbandes Naturland bewirtschaftet. „Wir versuchen mit möglichst wenigen Eingriffen, hohe Erträge zu erzielen. Der Wald wächst auch ohne uns Förster“, sagt Sturm. Bundesweit sind insgesamt 19 Forstbetriebe mit zusammen 50 000 Hektar Wald von Naturland zertifiziert.

Mehr Wildnis wagen will eigentlich auch die Bundesregierung. Jedenfalls hat sie in ihrer Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt vor rund zehn Jahren festgelegt, dass fünf Prozent der Waldfläche Deutschlands sich selbst überlassen werden sollen.
Ihrem Waldbericht zufolge weiß sie auch, dass auf der Roten Liste der bedrohten Arten viele Tiere und Pflanzen stehen, die „auf alte Waldbestände, eine ungestörte Waldentwicklung und Totholz angewiesen sind“. Dennoch ist sie von ihrem Fünf-Prozent-Ziel noch ein gutes Stück entfernt. Nicht mal die Hälfte ist bislang erreicht.

Die größte Gefahr für den Wald sehen viele Politiker, Wissenschaftler und Förster ohnehin nicht im Artenschwund, sondern im Klimawandel, besonders in Witterungsextremen wie langanhaltender Dürre, Überflutungen und orkanartiger Stürme. Tatsächlich kommt ausgerechnet die Fichte, der Brotbaum der deutschen Wirtschaft, mit den veränderten klimatischen Bedingungen nicht gut zurecht. Tatsache ist auch, dass Forstbetriebe sie allmählich durch einen anderen, vermeintlich robusteren Nadelbaum ersetzen: die Douglasie aus Nordamerika.   

Mit dem Klimawandel rückt noch ein anderes Problem vor: Blatt- und holzliebende Schädlinge, die von Hitze und Trockenheit profitieren. Wie ein Sturm können auch sie ganze Wälder vernichten. Doch wie bereitet man Wälder auf diese Gefahren vor? Indem man sie einfach wachsen lässt, plädiert Torsten Welle auch angesichts dieser Entwicklungen für mehr Wildnis: „Die Natur kann sich am besten an die neuen Gegebenheiten anpassen.“ 

Prognose

Wald und Klimaschutz

Wälder sind für den Klimaschutz unverzichtbar. Bäume nutzen bei der Photosynthese Kohlendioxid (CO2) aus der Luft zum Aufbau von Pflanzenmasse. Den Kohlenstoff lagern sie in Stämmen, Ästen, Blättern und Wurzeln ein und geben dafür Sauerstoff frei.

Rund 50 Millionen Tonnen CO2 nimmt der deutsche Wald jedes Jahr auf. Doch wenn er weiter so genutzt wird wie bisher, wird dieser Wert sinken, prognostizieren Forscher des Freiburger Öko-Instituts in einer Anfang dieses Jahres veröffentlichten Greenpeace-Studie (www.waldvision.de). Anhand von Computermodellen haben sie errechnet, dass der Wald zu Beginn des nächsten Jahrhunderts nur noch ca. ein Drittel der Menge schlucken kann. Um das Aufnahmevolumen von heute auch künftig zu erreichen, brauche es mehr Schutzgebiete, eine ökologische Bewirtschaftung vom Rest des Waldes sowie „eine moderate Verringerung“ des Holzeinschlags.

Übrigens: Nicht nur junge Bäume binden CO2, auch alte Bäume können bis zum Ende ihres Lebenszykluses viel CO2 aufnehmen. Das hat eine Studie der Universität Hamburg gezeigt.

 

INTERVIEW

„Kahlschläge und Douglasien sind verboten“

Was zeichnet eine ökologische Nutzung des Waldes aus?

Ziel ist die Herstellung und der Erhalt einer natürlichen Waldgesellschaft, weg von Monokulturen und standortsfremden Baumarten. Waldbesitzer, die ihren Wald nach Naturland-Richtlinien zertifizieren, müssen mit heimischen Arten wirtschaften. Sie dürfen nur kleinflächig eingreifen, Kahlschläge sind verboten. Außerdem muss der Waldboden ungestört bleiben, damit sich kontinuierlich Humus aufbauen und klimaschädlicher Kohlenstoff gespeichert werden kann.

Naturland zertifiziert vor allem landwirtschaftliche Betriebe. Warum Richtlinien für den Wald?

Weil wir möglichst die ganze Bandbreite von Landnutzung mit ökologischen Richtlinien abdecken wollen. Das betrifft klassischerweise die Landwirtschaft und den Gartenbau, aber eben auch die Forstwirtschaft.

Welche Fortschritte wurden seither erzielt?

Vieles, was wir gemeinsam mit anderen angestoßen haben, ist heute in der Forstwirtschaft Konsens. Zum Beispiel werden Konzepte für Biotopholz erstellt und überprüft. Da aber Forstbetriebe unter einem hohen ökonomischen Druck stehen und Rationalisierungen bei Waldarbeitern und Maschinen stattgefunden haben, ist eine wirklich naturnahe Waldbewirtschaftung in der Praxis noch immer eher die Ausnahme.

1,1 Millionen Hektar Wald in Deutschland sind nach FSC zertifiziert. Was unterscheidet die Naturland-Kriterien von FSC?

FSC ist ein internationales Zertifikat, das neben ökologischen auch wirtschaftliche und soziale Aspekte bewertet. Bei Naturland liegt der Schwerpunkt auf der Ökologie. Unsere Kriterien sind zum Teil strenger. Beispielsweise ist bei uns im Gegensatz zu FSC der Einsatz gebietsfremder Baumarten wie Douglasie nicht gestattet.

Markus Niedermeier
ist beim Bio-Verband Naturland mitverantwortlich für den Bereich ökologische Waldnutzung

 

Mehr zum Thema

www.iplantatree.org
Wer keine eigene Fläche zur Verfügung hat, aber dennoch einen Baum pflanzen möchte, kann das über die Internetseite von „I plant a tree“ tun. Dahinter steckt eine Firma, die bundesweit freie Flächen zu naturnahen Mischwäldern aufforstet.

www.naturwald-akademie.org
Hier gibt es den Alternativen Waldzustandsbericht.

www.bmel.de
Unter „Publikationen“ kann man den Waldbericht der Bundesregierung 2017 herunterladen.

 

Bosch, Meike: Bäume – am Blatt erkennen.
Kosmos Verlag, 2017, 112 Seiten,
9,99 Euro

 

 

 

Buch

 

Wohlleben, Peter, Das geheime Leben der Bäume. Ludwig Verlag,
2015, 224 Seiten,
19,99 Euro

Erschienen in Ausgabe 08/2018
Rubrik: Leben&Umwelt

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Knoppik, Karl Josef

Die Einbringung fremdländischer Baumarten in unsere Waldökosysteme ist mit Sicherheit die falsche Antwort auf die Herausforderungen durch den Klimawandel. Sie haben darüber hinaus einen schädlichen Einfluß auf Biodiversität bzw. Artenvielfalt! Interessant ist, was vor einigen Jahren sogar der "Hessen-Forst" in einer Untersuchung über die nordamerikanische Douglasie herausgefunden hat: Diese besitzt nämlich für viele unserer heimischen Vogelarten, etwa unsere größte heimische Spechtart, den Schwarzspecht, keinen Wert. Für ihn ist diese exotische Nadelbaumart offenbar eine zur Höhlenanlage völlig unattraktive Baumart. Weitere ökologische Risiken, die der Anbau der Douglasie nachgewiesenermaßen mit sich bringt, sind Pilzkrankheiten, wie z. B, die "Douglasienschütte" und das in letzter Zeit gehäufte Auftreten von rindenbrütenden Schadinsekten. Das sind Probleme, die wir von der Fichte zur Genüge kennen! Auch wird die stets so sehr betonte Klimatoleranz exotischer Baumarten deutlich überschätzt. M. E. geht es der Forst- und Holzlobby in Wirklichkeit darum, mehr Kasse zu machen! Lt. Experten sind aber unsere autochthonen Laubhölzer selbst bei steigenden Temperaturen in der Lage, intakte Wälder zu bilden. Sie lassen sich auch wirtschaftlich nutzen. Roteiche, Japanische Lärche, Küstentanne oder Schwarzkiefer, um noch ein paar Exoten zu nennen, bieten dagegen unserer Tierwelt keinen Lebensraum, sie ist in ihrer Anpassungsfähigkeit schlicht überfordert... Als Alternative zum Auslaufmodell Fichte und zur Douglasie könnte die heimische Weißtanne mit ihren hervorragenden ökonomischen und ökologischen Eigenschaften eine entscheidende Rolle im Wald von morgen spielen. Sie verjüngt sich auf den unterschiedlichsten Humusformen, verträgt in ihrer Jugend anhaltende Beschattung, mehr als alle anderen Wirtschaftsbaumarten und ist deshalb geradezu prädestiniert für den Aufbau ungleichaltriger, stufiger Dauerwaldstrukturen. Zudem verjüngen sich Weißtannen nach Ausfall von Einzelbäumen oder Trupps. Das bedeutet: Keine flächigen Katastrophen durch Sturm, Insektengradation oder Feuer. Aufgrund ihres sehr tiefreichenden Wurzelsystems ist sie gegen Stürme weitaus besser gefeit als die Fichte und kann auch längere Trockenperioden überstehen. Da die Weißtanne beim Schalenwild (Rehe und Hirsche) wegen ihrer nährstoffreichen Nadeln allerdings äußerst begehrt ist, müssen deren Bestandszahlen als Voraussetzung für die Begründung stabiler und artenreicher Wälder drastisch reduziert werden, so daß der Tannennachwuchs verbißfrei aufwachsen kann. Fazit: Nur mit dem vorhandenen Spektrum an standortheimischen Baumarten bzw. mit dynamisch reagierenden Dauerwäldern wird es nach derzeitigen Erkenntnissen möglich sein, die pflanzliche, tierische und genetische Vielfalt unserer "grünen Lunge" dauerhaft zu sichern!