Kino-Tipp: „The Whale and the Raven“ - Schrot und Korn

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Kino-Tipp: „The Whale and the Raven“

Foto:© busse & halberschmidt

Der Film „The Whale and the Raven“ begleitet zwei Forscher, die ihr Leben den Walen verschrieben haben – und nun mit ansehen müssen, wie direkt vor ihrer Forschungsstation der Lebensraum dieser gutmütigen und sozialen Tiere zerstört wird.

Es gab eine Zeit, da erzählte man sich an der Westküste Kanadas von einem Unterwasserkönigreich. Und in dieser Gegend, in der man Wale auch häufig von Land aus sehen kann, war völlig klar, wer über dieses Königreich herrschte: der Orca. Man sagte, er wache über die Meeresbewohner.

Dass Wale friedliebend und sozial sind, kann Forscher Hermann Meuter nur bestätigen: „Es gibt keinerlei Aggression. Das haben uns die Wale voraus.“ Seit 15 Jahren erforscht Meuter gemeinsam mit seiner Kollegin Janie Wray an der Westküste Kanadas Orcas, aber auch Buckel- und Finnwale. Dabei sind die beiden bemüht, die Tiere so wenig wie möglich zu stören. Sie haben Mikrophone unter Wasser angebracht und beobachten die Riesen von Land aus. So gebe es keinen Lärm, sagt Wray. „Die Wale können selbst entscheiden, ob sie zu einem kommen.“

Bis hierher könnte der Film „The Whale and the Raven“ eine nette Naturdoku sein mit beeindruckenden Aufnahmen und einer schönen Animation von Bildern des Künstlers Roy Henry Vickers. Ein Film, den man genießen könnte, aber der einen nicht weiter beschäftigen müsste. 

Doch leider sind nicht alle Menschen so umsichtig wie die Walforscher Janie Wray und Hermann Meuter. 

Denn in der kleinen Küstenstadt Kitimat soll eine gigantische Exportanlage für Flüssiggas gebaut werden. Riesige Tanker werden wohl in naher Zukunft von hier aus Gas nach Asien exportieren. Auch der Kampf der Gitga’at First Nation, die zuerst an dieser Küste lebten, fand nach zehn Jahren nun ein Ende: Sie beugten sich dem Druck von Industrie und Regierung. Wie sehr die Tankerroute, die durch die Fjorde an der Küste führt, die Wale beeinträchtigen wird, ist nicht absehbar.

Diese Geschichte nahm Regisseurin Mirjam Leuze zum Anlass für einen Film, dessen Stimmung es schafft, einen mit zwei großen Gefühlen zurückzulassen: Liebe für die Natur, und ja, auch Liebe für den Menschen, aber gleichzeitig Trübsinn. Denn womöglich gibt es eine andere Spezies auf diesem Planeten, die denken kann und Mitgefühl zeigt – und wir sind drauf und dran ihren Lebensraum zu zerstören. 

In Deutschland kommt der Film am 5. September ins Kino. 

Veröffentlicht:
Rubrik: Leben&Umwelt

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