Verzicht auf veraltete Waschmittel - Schrot und Korn

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Verzicht auf veraltete Waschmittel

Standpunkt

Verzicht auf veraltete Waschmittel

Ulrike Eberle, Wissenschaftlerin am Öko-Institut e.V. in Freiburg, kritisiert die Selbstverpflichtung des Verbandes der europäischen Waschmittelhersteller. Ihrer Meinung nach könnte wesentlich mehr für die Umwelt erreicht werden - ohne besondere Anstrengungen von Seiten der Industrie.

Im Sommer letzten Jahres stellte der europäische Verband der Waschmittelhersteller (A.I.S.E.) seinen "Code of good environmental practice" vor. Mit dieser Initiative verpflichtet sich der Verband dazu, europaweit zehn Prozent der Gesamtwaschmittelmenge einzusparen, zehn Prozent an Verpackungsmaterialien, fünf Prozent Energie pro Waschgang und zehn Prozent des Gehaltes von schwer abbaubaren organischen Inhaltsstoffen zu reduzieren. Erreicht werden sollen die Ziele bis 2002. Ein Novum dieser freiwilligen Selbstverpflichtung ist, daß ein "unabhängiger Revisor" alle zwei Jahre die Einhaltung des Codes auf Firmenebene kontrolliert. Die Waschmittelbranche bekennt sich damit nicht nur zu ihrer Verantwortung für die Produktion der Waschmittel, sondern auch für das Waschen an sich, so der O-Ton der Branche. Eine durchaus begrüßenswerte Initiative.

Doch wie gut ist die "environmental practice" der Waschmittelindustrie wirklich? Eine Studie des Öko-Instituts von 1997 zeigt, daß sich allein in der Bundesrepublik 160.000 Tonnen der jährlich verbrauchten 560.000 Tonnen Waschmittel problemlos einsparen ließen, wenn nur endlich die veralteten Vollwaschmittel aus den Verkaufsregalen verschwinden würden. Diese meist im Jumbo-Pack angebotenen Waschmittel erfordern gegenüber den modernen Superkompaktwaschmitteln und Baukastenwaschmitteln ungefähr die doppelte Dosierung an Waschmittel. Das heißt, es könnte ohne Probleme eine Reduktion des Waschmittelverbrauchs um 30 Prozent erreicht werden - und zwar von heute auf morgen, denn alle Hersteller haben auch die modernen Superkompakten im Programm. Doch hier blockiert die Branche massiv, denn mit den veralteten Umweltverschmutzern lassen sich gute Gewinne erzielen. Und auch der Handel hat da keine weiße Weste: er hätte die Jumbos schon längst auslisten können.

Fazit: Obwohl nach dem Wasch- und Reinigungsmittelgesetz jede vermeidbare Beeinträchtigung der Gewässer verboten ist, werden in Deutschland die Gewässer jährlich mit rund 30 Prozent Waschmittel mehr belastet als notwendig. Und die Branche versucht uns eine Reduktion um gerade einmal zehn Prozent bis 2002 als große Wohltat für die Umwelt zu verkaufen.

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