Buchbesprechung - Schrot und Korn

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Buchbesprechung

HausRat

Buchbesprechung

Inspirierende Ideensammlung

Auch im siebten Jahr seines Erscheinens gibt das "Jahrbuch Ökologie" wieder einen Einblick in die Komplexität und Vielschichtigkeit der Umweltthematik. Es geht um "Umweltmoral", die lokale Agenda 21, die Kontroversen um die Windenergie, den Aspekt "Frauen und Umwelt" und vieles mehr.

Die thematische Breite ist das Pfund, mit dem die Herausgeber wuchern können. Fachpublikum und interessierte Laien schätzen die Auswahl und Zusammenstellung der Aufsätze, repräsentieren sie doch den Stand aktueller Diskussionen. Diejenigen aber, die von dem Buch Handlungsanweisungen für angemessenes ökologisches Verhalten oder gar "Ökotips" erwarten, werden hier nicht fündig. Selbst die Abschätzung konkreter Probleme endet notwendigerweise oft mit einem "einerseits - andererseits".

Deutlich wird dies zum Beispiel bei der Erörterung der Frage "Wie schädlich ist das Fliegen für das Klima?" Der griffigen Formel, wonach eine ökologisch handelnde Familie ihre Verdienste für die Umwelt dadurch zunichte macht, daß sie eine Flugreise unternimmt, mag Manfred Storck, stellvertretender Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, am Ende seiner Expertise so kategorisch nicht zustimmen. Für ihn ist "das Kernproblem" vielmehr, wie man erreichen kann, verstärkt zum Nachdenken über den betreffenden Sachverhalt anzuregen.

Die meisten Beiträge des Jahrbuchs sind sehr anspruchsvoll und ihr akademischer Stil wird nicht jedem Leser behagen. Insgesamt aber ist das Buch - auch bezüglich seines hilfreichen Registers mit den in früheren Bänden erschienenen Texten - eine Sammlung inspirierender Gedanken und Fakten, die es verdienen, außerhalb einer eng umrissenen "wissenschaftlichen Gemeinde" wahrgenommen zu werden.

Detlef Ullenboom

Günter Altner, Barbara Mettler-von Meibom, Udo E. Simonis und Ernst U. von Weizsäcker (Hrsg.): Jahrbuch Ökologie 1999, München (Beck) 1998, 287 S., DM 24,00.

Rund ums Haus

Gesunde Fertighäuser

Fertighäuser sind manchmal schlechter als ihr Ruf. Das hat das Kölner Katalyse-Institut festgestellt. Aussagen wie "baubiologisch empfehlenswert" oder "wohngesundes Haus" gelten nach den Erfahrungen der Wissenschaftler als nicht glaubwürdig, da sie von "schwarzen Schafen" im selben Maße benutzt werden wie von seriösen Unternehmen. Somit stehen selbst Hersteller, die auf Gesundheitsverträglichkeit achten, vor dem Problem mangelnder Akzeptanz. Aus diesem Grund haben die Kölner das Qualitätszeichen "Schadstoffüberprüft und empfohlen vom Katalyse Institut" entwickelt. Das Label hat eine Geltungsdauer von zwei Jahren und wird für schlüsselfertige Fertighäuser vergeben. Es soll die gesundheitlich empfehlenswerten Häuser von den "schwarzen Schafen" unterscheidbar machen. Derzeit werden noch Hersteller gesucht, die bereit sind, sich der Prüfung zu unterziehen. Kontakt: Katalyse Institut für angewandte Umweltforschung, Marsiliusstr. 11, 50937 Köln, Tel.: 0221/94 40 48-0, Fax: 0221/94 40 48-9, email: katalyse@umwelt.de.

Dies und Das

    • Müll vermeiden und Wertstoffe sortieren - das kann manchmal recht mühsam sein. Um die Sache zu erleichtern, hat die Verbraucher Initiative einen Abfallplaner herausgebracht. Er enthält neben zahlreichen Tips einen Terminstreifen für Rest-, Sonder- und Sperrmüll, Gelbe Tonne, Bioabfall und Altpapier. Für zwei Mark in Briefmarken (inkl. Versand) erhältlich bei der Verbraucher Initiative, Breite Straße 51, 53111 Bonn
    • Begrünte Dächer sind nicht nur was fürs Auge, sondern wirken sich positiv auf Klima und Wasserhaushalt aus. Eine Broschüre des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) trägt Daten und Fakten zu den Vorteilen, Leistungen und rechtlichen Aspekten zusammen. Das 36seitige Heft ist kostenlos zu beziehen beim BGL, Bad Honnef, Fax: 0 22 24-77 07 77.
    • Good by, Stand-By - an diesem Ziel arbeitet die Gemeinschaft Energielabel Deutschland (GED). Sie legt jährlich neue Grenzwerte fest, so daß jeweils 20 bis 30 Prozent der sparsamsten am Markt befindlichen Elektrogeräte mit dem GED-Label prämiert werden. Die umfangeiche Liste der stromsparenden Informations- und Unterhaltungselektronik ist im Internet abrufbar unter http://www.impulsprogramm.de/ged/index.htm. Wer sie per Post beziehen möchte, kann sie gegen fünf Mark in Briefmarken anfordern beim Bund der Energieverbraucher, Grabenstraße 17, 53619 Rheinbreitbach, Tel.: 02224-900709.
    • Rekord bei der Windkraft: Im vergangenen Jahr gingen bundesweit 1.010 Turbinen mit einer Gesamtleistung von 800 Megawatt (MW) neu ans Netz. Gegenüber 1997 erhöhte sich damit die Gesamtleistung um 38 Prozent. Durch den anhaltenden Aufwind sind mittlerweile rund 15.000 Arbeitsplätze entstanden.

Der Öko-Tip
der Verbraucher-Initiative

Akkus richtig nutzen

Jede eingesparte Batterie entlastet die Umwelt. Für nicht vermeidbare Batterien gelten wiederaufladbare Akkus als umweltfreundlichere Alternative. Das stimmt jedoch nur bei richtiger Behandlung.

Akkus machen nämlich schnell schlapp, wenn sie entweder "völlig ausgelutscht" oder bereits zu früh wieder aufgeladen werden. Der Umweltvorteil ist dann dahin.

Unser Tip: Akkus nur in Verbindung mit elektronischen Ladegeräten nutzen. Die Zellen werden dann vor dem Aufladen bis zum optimalen Punkt entladen. Umweltfreundliche 500 bis 1000 Zyklen sind so möglich. Nach der elektronischen Regelung sollte man den Verkäufer fragen, ein einheitliches Erkennungsmerkmal gibt es bisher nicht.

Erschienen in Ausgabe 04/1999
Rubrik: Leben&Umwelt

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