Tips rund um den Drahtesel - Schrot und Korn

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Tips rund um den Drahtesel

Tips rund um den Drahtesel

Tips rund um den Drahtesel

Wenn die zarten Strahlen der Frühlingssonne locken, ist es höchste Zeit, das Fahrrad auf Vordermann zu bringen und fit für die ersten kleinen und großen Touren des Jahres zu machen. Für den Spaß auf Rädern ist nicht nur der richtige Rahmen entscheidend, sondern auch Schaltung, Bremsen und die geeignete Kleidung.

Wer sich ein neues Fahrrad zulegen möchte, ist am besten beim Fachhändler aufgehoben. Die Wahl eines bestimmten Geschäfts ist eine langfristige Entscheidung: Händler reparieren oft nur die Räder, die auch bei ihnen gekauft wurden. Das ist kein böser Wille, sondern Teil der "Meisterbestimmung", deren Mißachtung mit einer Abmahnung geahndet werden kann.

Vor dem Kauf sollte sich der Radler gut überlegen, wofür er das Fahrrad braucht: Ist es in erster Linie für Radtouren gedacht oder eher für die Stadt? Wird es zum Einkaufen und Transportieren benötigt? Will man Kleinkinder mitnehmen oder sich sportlich betätigen?

Beim Radkauf sollte nicht an der falschen Stelle gespart werden. Ein Schnäppchen für 300 Mark im Einkaufs-Center kann sich schnell als hinausgeworfenes Geld erweisen. Wird ein Fahrrad pfleglich behandelt und regelmäßig gewartet, hat man damit auf Jahre hinaus seine Freude. Für echte Radfreaks beginnt "richtiges Radfahren" erst ab 2.000 Mark - eine Investition, die sich für diejenigen allemal lohnt, die ihr Fahrrad intensiv und bei Wind und Wetter nutzen wollen. Für Otto-Normal-Radler darf es ruhig etwas weniger sein: Für rund 1.000 Mark sind gute Räder zu haben.

Ehe die Entscheidung für eine Marke oder ein bestimmtes Modell fällt, klären Verkäufer und Kunde, welcher Fahrradtyp generell in Frage kommt. Dabei muß man sich im klaren sein, daß es das ideale Rad für alle Gelegenheiten nicht gibt. Ein solides Stadtrad ist eher für Kurzstrecken, Transport und kleine Ausflüge geeignet, ein Trekking- oder Reiserad mit hoher Stabilität, geringem Gewicht und großen Übersetzungen dagegen für längere Touren; ein Rennrad ist als Sportgerät ausgelegt, ein Mountainbike fürs Gelände.

Ob gefedert oder nicht - der Rahmen muß passen wie ein Maßanzug

Beim Fahrradrahmen werden zwei Hauptformen unterschieden: der Diamant- oder Trapezrahmen (auch "Herrenrahmen") und der Rahmen mit tiefem oder halbhohem Durchstieg ("Damenrahmen"). Die erste Form kann sich weniger seitlich verwinden als die Damenrahmen, bei denen schon bei geringeren Geschwindigkeiten Flattereffekte auftreten können. Dafür ist das Auf- und Absteigen bei tiefem Durchstieg bequemer - ein Vorteil vor allem für ältere Menschen. Zunehmend verbreitet sind Gebrauchsräder mit gefederten Rahmen, die sich - richtig eingestellt - durch eine gute Bodenhaftung auszeichnen. Auf jeden Fall muß der Rahmen angepaßt werden wie ein Maßanzug. Für die richtige Größe und ideale Stellung der einzelnen Rahmenteile zueinander sind die Körpermaße des Pedaltreters ausschlaggebend.

Als Rahmenmaterial sind hochfeste Legierungen wie Chrom-Molybdän-Stähle besonders gut geeignet. Aluminiumlegierungen brauchen dickere Rohre und höhere Wandstärken, um die Materialfestigkeit von Stahl zu erreichen.

Die beste Sitzposition und damit der geeignete Lenker hängen von persönlichem Empfinden und Vorlieben ab. Eine Daumenregel besagt, daß der Lenker schulterbreit sein sollte. Um den Abstand zum Sattel und die Neigung des Lenkers anpassen zu können, sind Lenkervorbauten mit verstellbarem Winkel praktisch. Auf alle Fälle sollte der Lenker nicht zu tief eingestellt sein: Das mag zwar sportlich aussehen, belastet aber die Wirbelsäule außerordentlich.

Bei der Schaltung kommt es darauf an, wie groß der Übersetzungsbereich und die Sprünge zwischen den Gängen sind: "Je feiner nämlich der Unterschied zwischen den verschiedenen Gängen und je größer der Übersetzungsbereich ist, um so effektiver arbeitet die Schaltung", erklärt Traudl Schröder vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). Das bedeutet, daß es durchaus 14, 16 oder sogar 24 Gänge sein dürfen.

Wartungsärmer, aber auch schwerer als die weit verbreiteten Kettenschaltungen sind Nabenschaltungen Sie sind oft als 7-Gang-Modell zu haben. Das hilft beim Alltagsgebrauch in hügeligen Regionen Deutschlands oder bei Touren, wenn es mal steiler wird. Die Firma Rohloff hat mittlerweile sogar eine 14-Gang-Nabe auf den Markt gebracht.

Kettenschaltungen sollten bei regelmäßigem Gebrauch einmal im Monat gereinigt und gefettet werden. Da Schaltungsketten dünner sind als Ketten bei Nabenschaltungen, verschleißen sie schneller. Nach 1.000 bis 3.000 Kilometern empfiehlt es sich, die Kette auszuwechseln - damit läßt sich der Austausch der anderen Schaltungskomponenten noch etwas hinauszögern.

Zwei voneinander unabhängige Bremsen sind extrem wichtig für die Sicherheit. Es gibt die beiden Haupttypen Nabenbremsen und Felgenbremsen. Die Nabenbremsen sind zwar unempfindlich gegen Regen und Schmutz, aber wenig geeignet für längere Abfahrten. Die Bremskraft greift außerdem weit entfernt vom effektivsten Punkt an, was für die Konstruktion und Wirkung dieses Bremstyps ein Problem darstellt. Zu den Nabenbremsen zählt neben der klassischen Rücktrittbremse auch die Scheibenbremse. Sie ist noch wenig verbreitet, aber sehr wirksam.

Daneben gibt es Bremsen, die direkt auf die Felge wirken wie die Cantilever- und die Hydraulikbremsen. Räder mit Kettenschaltung haben meist vorne und hinten eine solche Felgenbremse. Seit dem Siegeszug der Mountainbikes gehören die Cantileverbremsen zu den meist montierten Bremstypen. Allen Felgenbremsen ist gemeinsam, daß sie bei Nässe schlechter greifen als bei trockener Witterung; hochwertige Modelle sorgen aber selbst dann für einen ausreichend kurzen Bremsweg. Entscheidend ist, daß das Material der Bremsklötze auf das der Felge abgestimmt ist.

Wer mit dem Fahrrad seinen Einkauf nach Hause transportieren möchte, sollte darauf achten, wie der Gepäckträger ausgelegt ist: Die Tragkraft sollte bei mindestens 20 Kilogramm liegen, an der Seite braucht er mindestens zwei Verstrebungen und zumindest an drei oder vier Punkten sollte der Gepäckträger am Rahmen befestigt sein. Als Alternative und für größere Transporte kann man sich einen Lastenanhänger zulegen. praktisch sind Modelle, die separat auch als Handkarren dienen.


Radfahren - aber sicher!

Neben guten Bremsen ist eine hochwertige Lichtanlage besonders wichtig. Standlichter zusätzlich zu dem für nahezu alle Radtypen vorgeschriebenen Dynamo stellen sicher, daß der Verkehrsteilnehmer in allen Situationen gut zu erkennen ist.

Reflektoren und leuchtende Diagonalgurte tun ein übriges dafür, daß der Radfahrer rechtzeitig gesehen wird. Uwe Lütge vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) rät zusätzlich zu Reflexbinden, "aber nicht nur fürs rechte Hosenbein. Als Armbändchen rechts und links bringen sie mehr Sicherheit beim Abbiegen." Fürs Kinderrad gehört ein Sicherheitswimpel mit dazu.

Helme sollen dicht anliegen. "Der Helm muß waagrecht sitzen und zwei Finger breit über den Augenbrauen beginnen", lautet die Faustregel von Lütge. Gerade für Kids sollte ein Helm zur Standardausrüstung gehören. Aber die besten Helme nützen nichts, wenn die Kinder sie nicht aufsetzen. Daher sollten Eltern darauf achten, daß der Helm dem Junior auch gefällt. Und: mit gutem Beispiel vorangehen.

Lütge empfiehlt, Abstandhalter rechts und links am Gepäckträger zu befestigen: "Damit können die Autofahrer besser sehen, wie breit das Fahrrad mit seinem Fahrer tatsächlich ist. Der bloße Eindruck vom Hinterreifen täuscht nämlich und kann dazu führen, daß Autofahrer den schwächeren Verkehrsteilnehmer schneiden und in brenzlige Situationen bringen."


Radeln mit Kids

Das Radfahren erlernen Kinder am leichtesten, wenn sie vorher mit einem Roller Balance, Lenken und Bremsen geübt haben. Von Stützrädern raten viele Fachleute ab, denn sie vermitteln ein trügerisches Sicherheitsgefühl. Die Kinder fahren schneller und können nachher - wenn die Stützen abgeschraubt werden - ihr Gefährt nicht mehr kontrollieren.

Die Kleinsten können in einem Kindersitz auf dem Erwachsenenrad mitfahren. Am sichersten ist die Anbringung auf dem Gepäckträger. Wer bereit ist, mehr auszugeben, kann sein Kind auch ins Schlepptau nehmen und im Anhänger durch die Straßen kutschieren (circa ab 500 Mark). Informationen für den Kauf von Kinderrädern hat der ADFC in einem "Info-Clip" zusammengestellt.

Spaß macht älteren Kindern das Mitfahren auf sogenannten Trailerbikes, einer Schleppvorrichtung, die an das große Rad anmontiert wird. Ab etwa acht Jahren ist das Mitradeln auf einem Erwachsenen-Tandem möglich. Dafür muß ein spezielles Tretlager - ein Kiddy-Crank - montiert werden, damit das Kind an die Pedale kommt.


Dem Dieb ein Schnippchen schlagen

Wer sein Fahrrad vor Diebstahl schützen möchte, sollte es codieren lassen und auf ein Sicherheitsbügelschloß oder ein gepanzertes Stahlseilschloß setzen. Bei den Versicherungen sind Hausratpolicen am günstigsten. Bei Neuabschlüssen ist dafür ein Aufpreis fällig (etwa ab 35 Mark pro Jahr für maximal 1.000 Mark Entschädigung). Bei alten Policen sollte man sich nach den jeweils geltenden Bedingungen erkundigen.

Unter den Spezialangeboten hat die Stiftung Warentest im Aprilheft 1998 für Räder bis 1.000 Mark die ARAG-Rafadi in München als günstigste Versicherung ausgewiesen; bei höherem Neuwert lag die Kravag Bike-Assekuranz aus Hamburg vorne (Jahresprämie ab 115 Mark). Ein Vergleich des Versicherungsschutzes und der Leistungen lohnt sich. Verbände wie der ADFC und der VCD bieten ihren Mitgliedern eine breite Palette an Versicherungen (siehe Adressenliste).


Was tun, wenn eine Schraube locker ist?

Die richtige Wartung fängt mit einem offenen Ohr für ungewöhnliche Fahrgeräusche und dem regelmäßigen Putzen an. So werden kleine Defekte rechtzeitig erkannt. Entscheidend dafür, wie oft ein Fahrrad gewartet werden muß, ist nicht die Zahl der gefahrenen Kilometer. Viele Schönwetter-Fahrten belasten das Material weniger als eine mehrstündige Tour durch Regen und Matsch.

Über Grundkenntnisse sollte jeder Radler verfügen, um unterwegs kleine Pannen selbst beheben zu können. Wer noch unerfahren ist, wird mit Reparatur-Handbüchern (siehe Bücherliste) allerdings seine Schwierigkeiten haben. Zum Teil bieten Fahrradhändler und die Stadtgruppen des ADFC Lehrgänge an, in denen das nötige Basiswissen vermittelt wird.

Christiane Schmitt

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