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Bestrahlung von Gewürzen

Leserbriefe

Bestrahlung von Gewürzen

S&K 12/98 Zur Behandlung von Gewürzen mit ionisierenden Strahlen möchte ich folgendes ergänzen: In der Europäischen Union ist die Lebensmittelbestrahlung inzwischen praktisch grundsätzlich zugelassen, vorerst aber nur für Gewürze und getrocknete Kräuter. Bis zum Jahr 2003 soll die Liste mit weiteren Lebensmitteln ergänzt werden. Das Bestrahlungsverbot in Deutschland besteht weiterhin. Die Einfuhr von in anderen EU-Ländern rechtmäßig bestrahlten Gewürzen darf jedoch nicht mehr behindert werden. Im März 1997 wurde erstmals auf Antrag die Erlaubnis erteilt, bestimmte in Frankreich bestrahlte Gewürze zum Zwecke der gewerblichen Weiterverarbeitung in Deutschland in den Verkehr zu bringen. Art und Dosis der verwendeten Strahlung, sowie das Verpackungsmaterial sind genau vorgeschrieben. Werden diese Gewürze als Zutat zu anderen Lebensmitteln verwendet, muß dies gekennzeichnet sein (in der Zutatenliste, auf einem Schild neben der Ware oder in der Speisekarte). Allerdings ist eine Verordnung in Bearbeitung, nach der dies entfallen würde, soweit der Anteil der bestrahlten Zutaten unter einem Prozent liegt!

Übrigens besteht das deutsche Bestrahlungsverbot nicht wegen einer möglichen gesundheitlichen Schädigung durch die behandelten Lebensmittel. Die Veränderung in der Nahrung (Vitaminverluste, etc.) sind nämlich vergleichbar mit anderen Konservierungsmethoden. So behandelte Lebensmittel senden auch keine radioaktive Strahlung aus, wie oft irrtümlich angenommen wird. Vielmehr besteht hierzulande schlichtweg keine Notwendigkeit für dieses teure Verfahren, das außerdem noch mit einem gewissen Sicherheitsrisiko durch die Anlagen behaftet ist. Werden durch Massentierhaltung oder mangelnde Hygiene die Probleme, wie z.B. erhöhte Salmonellenkontamination, erst geschaffen, ist nicht die Bestrahlung notwendig, sondern die Bekämpfung der Ursachen.

A. Springer, Lebensmittelchemikerin, Berlin

Honig

S&K 12/98 Aktuellen Presseberichten zufolge soll ein Säugling, der einen mit Honig gesüßten Kindertee erhalten hat, an Botulismus erkrankt sein. In Schrot&Korn (Ausgabe 12/98) wurde berichtet, daß das Robert-Koch-Institut in Berlin angeblich davor warne, Säuglingen Honig zu geben. Zur näheren Aufklärung wandten wir uns an den Honigverband der BRD e.V. sowie an das Institut für Honiganalytik in Bremen. Danach handelt es sich um folgenden Sachverhalt:

Botulismus ist eine ausgesprochen selten auftretende Lebensmittelvergiftung, die durch den Erreger Clostridium botulinum hervorgerufen wird. Dieser Erreger kommt natürlicherweise im Erdboden vor, außerdem in Oberflächen- und küstennahen Gewässern. Der optimale Nährboden für die Bildung von Toxinen ist ein eiweißreiches Substrat. Die Vermehrung der Erreger kann nur unter Luftabschluß stattfinden. Typische Lebensmittel, in denen Erreger nachgewiesen wurden, sind hausgemachte, bzw. eingekochte Wurstwaren, grüne Bohnen, Spinat, Spargel, Fischprodukte. Vergiftungserscheinungen durch Botulismus, der aus Honig stammt, sind dem Institut für Honiganalytik bis heute nicht bekannt. Es ist nicht nachgewiesen, daß bei dem aktuellen Fall von Botulismus Honig die Ursache war.

Da die Sporen von clostridium botulinum überall verbreitet sind, kann Botulismus theoretisch von jedem ungekochten Lebensmittel, also auch von Muttermilch verursacht werden. Wegen seines niedrigen pH-Wertes, seines hohen Zuckergehaltes und geringen Eiweißgehaltes ist Honig das denkbar ungeeignetste Nährmedium für Clostridium botulinum. Insofern stellt Honig keinen besonderen Risikofaktor für Säuglinge dar. Es gibt also keinen Grund zur Besorgnis.

M. Irmer, Firma Allos, Mariendrebber

Süßungsmittel

S&K 11/98 Ihren informativen, sehr gut geschriebenen Bericht habe ich mit Interesse gelesen.

Zwei Dinge möchte ich jedoch aus meiner Sicht (nach Dr. Bruker) berichtigen bzw. ergänzen:

1.Honig ist nicht deshalb gesünder als Zucker, weil man zum Süßen davon weniger einsetzen muß! Er ist ein vitalstoffreiches Lebensmittel, Zucker ist ein wertloses, ja schädliches Nahrungsmittel.

3.Zucker hat deshalb als Nebenwirkungen Karies (und leider nicht nur diese!), da dem Körper zu seiner Verstoffwechselung Kalk entzogen wird. Zucker ist ein Kalkräuber! Honig kann im Rahmen der Vollwertkost keine Karies auslösen (meine eigene Erfahrung nach 22 Jahren).

H. Bonzel, Ulm

Fischöl

Die Passagen zum Fischöl, die ich soeben im Internet fand, mögen sich redaktionell gut anhören, haben aber mit der praktischen Erfahrung keinerlei Begründung. Seit Jahren arbeite ich als Naturheilkunde-Arzt mit Omega-3- und -6-Fettsäuren sehr erfolgreich, z.B. bei Frauen mit Prämenstruellem Syndrom, bei Streßbelastung oder bei Jugendlichen mit Lernstörungen. Auch ca. 80jährige, die schon seit Jahren allerlei frei verkäufliche Präparate zu sich genommen haben und deshalb nach meiner Vorstellung eher gegen Placeboeffekte gefeit sind, kommen nach einer Erstverordnung von z.B. hypo-A-Lachsölkapseln mit Vitamin E regelmäßig zur Nachverordnung, weil die Wirkung meist nach ca. 6- 8 Wochen Pause subjektiv - Schwindel z.B. - und objektiv - kalte Extremitäten z.B. - nachläßt. Auch für Kinderwunschpaare ist in meiner Praxis Fischöl ganz oben auf der Dringlichkeitsskala! Daß die Naturkost aus Deutschland auch nur auf ausgemergelten, vom sauren Regen ausgewaschenen Böden wächst, führt eben auch dort zu der Notwendigkeit einer gekonnten orthomolekularen Substitution!

P.-H. Volkmann, Arzt für Naturheilkunde

Analyse von Lebensmitteln

S&K 1/99 Immer wieder wird mit ermüdender Regelmäßigkeit bei Lebensmitteln angegeben, welche Inhaltsstoffe diese enthalten (sollen). Das begann mit dem angeblich so eisenreichen Spinat (Kommafehler!) und setzte sich bei praktisch allen Obst- und Gemüsesorten, aber auch bei Fisch und Fleisch fort. Damit einher gehen die Empfehlungen irgendwelcher Gesellschaften zu nie näher erklärten "Mindestmengen" an täglicher(!) Aufnahme bestimmter Stoffe. Ich halte das für einen Irrweg, der nur zu dem Versuch führt, tatsächlich täglich bestimmte Nahrungsmittel auszurechnen auf ihren Inhalt an bestimmten Stoffen, Daß das nicht stimmen kann, zeigt schon der Wert des Fastens, bei dem keine der angeblichen Mindestmengen eingehalten werden.

Aber schon die Grundlage dieser Empfehlungen, die Angabe der Inhaltsstoffe, ist doch mehr als zweifelhaft. Ich bin mit Bodenanalysen vertraut und kenne die Schwankungen der Ergebnisse, die bei Analysen erzielt werden, weil die Analytik ungenau ist. Noch mehr werden aber die unterschiedlichen Böden das Ergebnis beeinflussen; was der Boden nicht enthält, kann die Pflanze nicht aufnehmen. Hierzu würde mich ein ausführlicher Fachbeitrag von Ihnen interessieren.

W. Bernhardt, Darmstadt

Mistel gegen Krebs

S&K 1/99 Krebs ist eine athopische Erkrankung. Das heißt, z.Zt. gibt es kein probates Heilmittel. Auch die Mistel ist kein diesbezügliches Heilmittel. Sie stärkt lediglich in ihrer Gesamtheit, nicht als Extrakt, die Abwehrkräfte unseres Körpers. Dies trifft auch bei der Krebserkrankung zu. Heilen kann nur der betroffene Körper selbst. Nach wissenschaftlichen Untersuchungen sind in vielen rohen Früchten Stoffe vorhanden, die sich gegen den Krebs in den Zellen des jeweiligen Körpers wenden können. Siehe hierzu "Ich mag es gesund" ISBN 3-931790-04-05 Sonja-Verlag, Köln. Krebs ist von der Medizin so schlecht zu begreifen und zu behandeln, weil er, wie jeder Körper auch individuell unterschiedlich ist. Es sind die jeweiligen Zellen, die unterschiedliche Baupläne haben, die wieder dazu gebracht werden müssen, normal zu funktionieren.

H. Schimanski, Troisdorf

Fluglärm

S&K 11/98 Gerade habe ich Eure Novemberausgabe gelesen und es ist mir besonders positiv aufgefallen, daß Ihr in der Rubrik "Urlaub/ Weltweit" auf Streß durch Fluglärm hinweist. Wir haben selbst zwei Kinder (1 und 3 Jahre alt) und freuen uns natürlich immer über entsprechende Artikel. Leider werden solche Aspekte auch im Öko-Reise-Bereich noch viel zu wenig berücksichtigt.

K. Ranker, St. Pardoux la Rivière, Frankreich

Alternative Medizin

In den letzten Ausgaben ihres Naturkost-Magazins Schrot und Korn berichten Sie über alternative Medizinzweige, die sich mittlerweile einen festen Platz in der medizinischen Versorgungslandschaft geschaffen haben. Die Beiträge erwecken Vertrauen und lassen jegliche wissenschaftliche Grundlagen des Wirksamkeitsnachweises vermissen:

  • 1) grundsätzliche Nachprüfbarkeit der Wirksamkeit zu jedem Zeitpunkt und jedem Ort der Welt
  • 2) Ausschließbarkeit der Gegenthese mit Nachweis auf dem Boden der zeitgemäßen Wissenschaft Advocatus Diaboli (AD) im
    • a) Tierversuch,
    • b) Pflanzenversuch,
    • c) rein physikalischen oder im physikalisch-chemischen Experiment

Selbst die jahrzehntelange Debatte über die Wirksamkeit der Homöopathie hatte mit den Forschungsergebnissen (und deren Veröffentlichung im Jahr 1986) des Technologiezentrums Kaiserslautern Abt. Zellbiologie Fachbereich Biologie, ein Ende.

Eine objektivere Darstellung dieser medizinischen Versorgungsmöglichkeiten wäre wünschenswert.

D.W. Schäffler-Kaurin, Landsberg am Lech

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