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Jane Goodall: „In Frieden leben“

Interview Jane Goodall  © the Jane Goodall Institute/Michael Cox
Jane Goodall erforschte das Verhalten von Schimpansen. © the Jane Goodall Institute/Michael Cox

INTERVIEW: Unermüdlich engagiert sich die Umweltaktivistin Jane Goodall für ein friedliches Miteinander zwischen Mensch, Tier und Natur. Mit uns sprach sie über Pestizide, Bio-Booster und junge Weltretter. Bernward Geier

Wie kam es zu Ihrem Karrieresprung von der Sekretärin zur wohl bekanntesten Forscherin der Welt?

Ich war als Kind schon von Tarzan fasziniert, meinte aber, dass er sich in die falsche Jane verliebt hatte. Ich war von klein an äußerst tierlieb und ein sehr wissbegieriger Mensch. Zum Glück unterstützte mich meine Mutter in meinem eisernen Willen, nach Afrika zu gehen und mehr aus meinem Leben zu machen, als in irgendeinem Büro zu sitzen. Dank dem Anthropologen Louis Leaky bekam ich die Chance, in Gombei, Tansania, im Urwald das Verhalten von Schimpansen zu erforschen.

Was waren Ihre wichtigsten Entdeckungen und Erkenntnisse?

Ich konnte nachweisen, wie nah sich Schimpansen und Menschen sind. Das hat die Sicht der Menschen auf ihre engsten Verwandten in der Natur komplett geändert. Dass Schimpansen Werkzeuge benutzen, war eine revolutionäre Erkenntnis. Dass sie andere Affenarten jagen, um sie zu verspeisen, widerlegte den Mythos, dass sie Vegetarier sind. Die Quintessenz meiner Forschung ist aber, dass wir einen respektvollen, rücksichtsvollen Umgang mit der Umwelt pflegen müssen.

„Wenn wir die
Hoffnung aufgeben, haben wir sicher
verloren“

Darum wurden Sie Umweltaktivistin?

Ich realisierte Mitte der 80er-Jahre, wie bedroht die Schimpansen sind: Die Urwälder schrumpften, Schimpansenfleisch wurde immer begehrter, Jungtiere wurden illegal gehandelt ... 1991 kehrte ich der Wissenschaft den Rücken und widmete mich mit Priorität dem aktiven Umwelt- und Naturschutz.

Sie sind UN-Friedensbotschafterin. Wie verträgt sich das mit Ihrem Engagement als Umweltaktivistin?

Natur-, Tier- und Umweltschutz ist Friedensarbeit. Wir müssen mit der Natur in Frieden leben und das heißt konsequenterweise, dass wir Menschen friedlich miteinander leben müssen. Frieden ist eine Säule. Neben Gier und Armut zerstören die unsäglichen Greuel der Kriege die Natur und Umwelt.

Seit bald 30 Jahren gilt Ihre besondere Aufmerksamkeit Kindern und Jugendlichen. Was haben Sie mit der jungen Generation schon bewirken können?

Ich erreiche viele junge Leute vor allem mit meinen Vorträgen. Aus einem Treffen mit Schülern und Studenten in Tansania entstand 1991 das Programm „Roots and Shoots“ (Wurzeln und Schößlinge). Heute sind 100 000 „Weltverbesserer“ jeden Alters in fast 130 Ländern aktiv. Unser Konzept ist ganz einfach: „Lernen – Sorge tragen – Handeln – Vernetzen“.

Was machen die Gruppen konkret?

Die Struktur ist einfach, es muss ja auf der ganzen Welt funktionieren: Die Gruppen verpflichten sich, drei Projekte lokal zu planen und umzusetzen. Eines beschäftigt sich mit dem Schutz von Tieren, ein weiteres mit dem Schutz der Umwelt und ein drittes mit dem Menschen. Es beglückt mich zu sehen, wie vielfältig und kreativ Jugendliche das umsetzen. Damit werden sie zu großen Hoffnungsträgern für die Zukunft.

Was hat es mit der Stoffkuh auf sich, die Sie oft mit auf die Bühne nehmen?

Diese Kuh hat mir ein Kind geschenkt. Sie hilft mir den Zusammenhang zu zeigen zwischen der unglaublich grausamen konventionellen Tierhaltung mit permanentem Antibiotika-Einsatz, Umweltschäden und unserer Gesundheit. Oben kommt Futter rein, hinten pupst Methangas raus. Das gibt immer viel Gekichere, aber Kinder verstehen so etwas Komplexes auf einfache Weise. Zwei Milliarden Tiere leben in industrieller, völlig unakzeptabler Tierhaltung.

Was ist schlimmer: Die Zerstörung der Biodiversität oder der Einsatz von Pestiziden?

Beides ist katastrophal. Pestizide sind Gifte, deren fatale Wirkung hinlänglich bewiesen ist. Aber die Lobbyisten und Anwälte von Monsanto sind Meister der Verschleierung und Verdrehung der Wahrheiten. Sollten wir es tatsächlich schaffen, die Welt zu retten, werden wir eines Tages kopfschüttelnd fragen, wie wir je auf die Idee gekommen sind, Lebensmittel zu erzeugen, indem wir sie in Gift ertränken.

Wie bewerten Sie die Fusionen in der Agrarchemiebranche?

Da finden die zusammen, die für all die Probleme verantwortlich sind. Durch die Fusionen wird es noch schlimmer. Monsanto soll ja im Bayer-Konzern aufgehen. Das gilt es möglichst zu verhindern. Ich hoffe, wir kommen an den Punkt, dass wir solche Konzerne und ihre Manager verklagen für das, was sie der Umwelt antun.

Lange schon fördern und fordern Sie biologischen Landbau. Warum?

Bio-Bauern gehen sorgsam und nachhaltig mit Land und Boden um, verzichten auf synthetisch hergestellte Agrargifte und erzeugen gesunde Lebensmittel.

Sind Sie bei Ihrem unvorstellbarem Reisepensum überhaupt in der Lage, einen gesunden Lebensstil zu führen?

Gerne würde ich antworten, dass ich einen super gesunden Ernährungsstil pflege, aber mein Leben als vagabundierende Aktivistin zwingt mich zu Kompromissen. Als konsequente Vegetarierin esse ich grundsätzlich naturverträglicher. Selbstverständlich bevorzuge ich biologische Lebensmittel. Doch wenns kein Bio gibt, muss ich trotzdem essen. Ehrlich gesagt, ist Essen nicht das Allerwichtigste in meinem Leben. Aber ich esse nichts, was mit Grausamkeiten an der Natur verbunden ist. 

Gibt es hin und wieder Junkfood?

Manchmal erschöpft mich mein turbulentes Leben und ich greife zu Junkfood, weil mir vor allem Zucker schnell Energie gibt. Zum Glück gibt es ja Energiebooster aus biologischen Zutaten.

Woher beziehen Sie überhaupt Ihre unglaubliche Energie?

Ich muss mich einfach engagieren, weil noch so viel getan werden muss, um die Welt zu retten. Je mehr Leute wie Donald Trump oder Unternehmen wie Monsanto agieren, umso mehr habe ich das Gefühl, dass ich weiterkämpfen muss. Ich möchte Menschen inspirieren und motivieren, aktiv zu werden und ich möchte Hoffnung verbreiten. Denn wenn wir die Hoffnung aufgeben, haben wir sicher verloren. 

Zur Person

ZUR PERSON

Jane Goodall

Sie hat eine Bresche für Frauen in der Wissenschaft geschlagen. Weltberühmt wurde sie durch ihre Forschung zum Verhalten von Schimpansen. Jane Goodall gehört weltweit zu den wichtigsten Aktivistinnen für Umweltschutz. Ungeachtet ihrer 84 Jahre ist sie in dieser Mission an rund 300 Tagen weltweit unterwegs, hält Vorträge und gibt damit dem Umweltschutz ein Gesicht und eine Stimme. Unermüdlich spricht sie sich für biologischen Landbau aus. In ihrem globalen Netzwerk „Roots and Shoots“ setzen sich Kinder und Jugendliche für Mensch, Tier und Umwelt ein und lernen Verantwortung für ihre Umwelt zu übernehmen. www.janegoodall.de

Erschienen in Ausgabe 05/2018
Rubrik: Leben&Umwelt

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zu Jane Goodall's Appell für giftfrei Nahrung:
Schleichende und akute Vergiftung durch Pestizide

Pestizide sind Oberbegriff einer Zusammenfassung von Substanzen, die landwirtschaftlich nicht erwünschte, den Produktionsprozess hemmende Organismen beseitigen oder schwächen, stets mit dem Ziel, Nutzpflanzen ein ungestörtes Wachstum zu ermöglichen. Je nach Einsatzrichtung der Stoffe, gegen Wildkräuter, Insekten oder Pilze, spricht man von Herbiziden, Insektiziden oder Fungiziden. Teils hochtoxischen Wirkstoffen, entwickelt und angewendet zum Töten von Organismen, wird durch die Bezeichnung Pflanzenschutzmittel (PSM) ein ungefährlich scheinendes Bild zugewiesen.
Bestimmend in der Landwirtschaft ist heute eine chemiegestützte Wirtschaftsweise. Zwangsweise werden viele Kulturen immer häufiger mit Wirkstoffmischungen gespritzt, um eine Resistenzbildung der Zielobjekte zu vermeiden, z. B. in Apfelplantagen bis über 20mal pro Saison – häufig mit mehreren Giften gleichzeitig.*1

Chemische Keule gegen die Umwelt
Nach Aussage des Pestizid Aktions-Netzwerks PAN hat die Menge der landwirtschaftlich genutzten Pestizide in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich zugenommen. In der EU wird etwa ein Viertel der weltweit produzierten Pestizide ausgebracht, davon jährlich ca. 46.000 Tonnen allein in Deutschland (2014). Von der städtischen Bevölkerung wird der Pestizideinsatz überwiegend im Kontext mit belastetem Obst und Gemüse wahrgenommen. Pestizidrückstände werden hier als besonders gefährdend für die eigene Gesundheit eingestuft, während die massiven Auswirkungen des Pestizideinsatzes auf die biologische Vielfalt des Anwendungsgebietes weitestgehend unbekannt sind. Zahlreiche Lebewesen oder Organismen werden, neben den eigentlichen Zielobjekten, durch die toxische Wirkung der Pestizide gefährdet oder getötet. Pestizide schränken zumindest die Nahrungsangebote ein oder zerstören die gesamte Nahrungsgrundlage der Nichtzielobjekte. Nicht nur die behandelten Flächen selbst sind mit Gift belastet, auch angrenzende Biotope, wie z.B. Gewässer, Feuchtwiesen und Moore, werden durch Pestizidabdrift oder Einleitung pestizidhaltiger Erosionen geschädigt. Gefährliche PSM waren 2016 im Halterner Stausee, ein Trinkwasserreservoir, nachzuweisen. Derzeit vorgegebene Schutzzonen um Gewässer und Biotope, mit dem Verbot eines Pestizideinsatzes, sind generell unzureichend. Auch Pestizideinsätze in Gärten und auf kommunalen Flächen bedrohen potentielle Rückzugsräume bedrohter Arten. Werden selbst die vorgeschriebenen Spritzmittelmindestabstände zu Hecken, Wegen, Gräben und Gewässern nicht eingehalten, sind die Umweltschäden enorm und kaum abschätzbar, teils irreversibel.

Glyphosat-Spritzungen flächendeckend, bis in die Gewässerböschung (Legden, Frühjahr 2016; Privat-Foto)

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Gift wird bis auf den Wegseitenrand gespritzt, kann verwehen und ausgasen (Foto: privat).

Chemische Pflanzengifte, wie zum Beispiel glyphosathaltige Produkte, werden in der konventionellen Landwirtschaft nicht nur zur Unkrautbekämpfung eingesetzt, sondern oft verbotenerweise angewendet, um den Reifeprozess des Getreides zu beschleunigen, zur Sikkation. So werden heute Dreschtermine geplant. Die vorgeschriebene Wartezeit bis zur Abernte wird oft nicht eingehalten, mit dem Ergebnis glyphosathaltiger Nahrungs- und Futtermittel. Durch den Einsatz von Pestiziden werden Anbauweisen gefördert, die ohne Pestizidunterstützung nicht funktionierten: Monokulturen, kurze Fruchtfolgen oder der Anbau überzüchteter Hybridsorten.
Pestizide lagern sich im Boden ab und nicht alle werden innerhalb der Fruchtfolgezyklen abgebaut. Jeder erneute Eintrag lässt die Wirkstoffkonzentration im Boden steigen. Pestizidwirkstoffe haben stets eine Breitbandwirkung, sie schädigen Bodenorganismen und die Mikrobiologie des Bodens. Eine geschädigte Mikrobiologie verhindert oder verzögert den Abbau vieler der Pestizidwirkstoffe. Ein Teufelskreis! Nicht abgebaute Pestizidwirkstoffe gelangen somit in tiefere Bodenschichten und schließlich in das Grundwasser. Die Bodenfruchtbarkeit wird beeinträchtigt, angereicherte, systemisch wirkende Giftstoffe gelangen über das Wurzelwerk in die Folgefrüchte. Nachfolgend angebaute Lebens- und Futtermittel sind daher vielfach zusätzlich mit Wirkstoffen belastet, die im Anbauzyklus der Vorfrucht ausgebracht wurden. Tierische Produkte enthalten folglich Pestizidrückstände, wenn die Tiere mit pestizidbelasteten Futtermitteln versorgt werden. Auf unserer Speisekarte finden wir somit pestizidbelastete pflanzliche und tierische Produkte. Stauberosionen aus Ackerflächen sowie Sprühmittelaerosole verfrachten anhaftende Pestizide in weit entfernte Gebiete. Die Stoffe gelangen in Gewässer, sind sogar festzustellen im Obst, im Gemüse und in Beerenfrüchten biologisch bewirtschafteter Flächen. Pestizide gefährden die gesamte Umwelt sowie unsere Gesundheit. In diesem Zusammenhang interessant, in der Bundesrepublik Deutschland existiert keine einzige öffentlich zugängliche Messstelle, in der die Verschmutzung der Luft mit landwirtschaftlich angewendeten Pestizidwirkstoffen festgehalten wird. Es herrscht amtliches Schweigen.

Bis auf Wege und in alle Randbereiche hinein: Glyphosat vernichtet Leben (Foto: privat).

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Pestizide wirken breitbandig und über weite Entfernungen. Wirkstoffmischungen können, in Relation zu den einzelnen Wirkstoffen, ihre Toxizität um ein Vielfaches erhöhen. Einzelne, als bienenungefährlich eingestufte Wirkstoffe wirken in Kombination mit gleichartig bienenungefährlich eingestuften Stoffen hoch bienentoxisch. Bienentoxisch ist weitestgehend gleichzusetzen mit einer allgemein insektentoxischen Wirkung. Diese Kombinations- oder Wechselwirkungen von Pestizidwirkstoffen auf die Umwelt werden bisher als Zulassungskriterium nicht in die Forschungen einbezogen. Absichtlich, um die Zulassung nicht zu gefährden?

Tiefes Pflügen und ggf. über Winter zur Erosion freigegeben: zerstörtes Bodenleben und Auswaschungen wahrscheinlich (Legden-Asbeck, 2016; Privat-Foto)

Pestizide wirken also (mit ihren Giften und Nebenstoffen) über Boden, Wasser und Luft (Verwehungen und Einträge über viele Kilometer) schädlich und krankheitsverursachend bzw. tödlich auf Umwelt und Menschen. In der Studie „Pestizide nein danke“ bewertet der Autor Haalck den derzeitigen rechtlichen Rahmen „als Lizenz zum Töten“ und macht für die lebenslangen täglichen „Zwangsexpositionen“ u.a. über vergiftete Felder alle Menschen verantwortlich, die wissentlich oder unwissentlich Pestizide anwenden.*2 
Recherchen zu Giftanwendungen und -folgen weisen auf fehlende Kontrollen und Meldungen von Pestizidschädigungen und ein Versagen der Landwirtschaftskammer hin. 

Gefährliche Grenzwert-Bestimmungen
Die Zulassungspraxis für die Gifte ist mit demokratischen Grundsätzen nicht vereinbar. Sogenannte Grenzwerte werden rein politisch und durch den massiven Lobbyeinfluss der Chemieindustrie nach Profitgesichtspunkten festgelegt. Beteiligte Stellen sind daher in der Kritik. Der Toxikologe Otmar Wassermann hat schon 1990 in seiner Schrift „Die schleichende Vergiftung. Die Grenzen der Belastbarkeit sind erreicht“ auf die gezielt schlechte Ausstattung unabhängiger toxikologischer Forschung hingewiesen, die eine erforderliche Gefährdungsabschätzung im Sinne einer Gesundheitsvorsorge erst ermöglicht. Konzerne wie Monsanto, Bayer und Syngenta setzen ihre Profitansprüche mit Verkauf von Umweltgiften durch, obwohl ihnen die epigenetische Wirksamkeit von Glyphosat und anderen Pestiziden und damit die erwiesenen Voraussetzungen für Verbote von Pestiziden bekannt sein dürften. Sie riskieren ohne Skrupel einen Zusammenbruch des Ökosystems und einen Anstieg der physischen und psychischen Erkrankungen der Bevölkerung.
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Kombinationswirkungen bewusst vernachlässigt
Gesundheitsschäden können durch Chemikalien bereits in niedrigsten Konzentrationen verursacht werden, die weit unter der jeweiligen Nachweisgrenze liegen. Die Wirkungen der Einzelsubstanzen (Die Pestizide sind Gemische mit Beistoffen, die ebenfalls toxisch=tödlich und langlebig sein können.) addieren sich nicht nur, „in der Regel potenzieren sie sich im mehrdimensionalen Netzwerk biologischer Zusammenhänge“.*3
Eine Arbeitsgruppe der Biochemikerin  Dr. Irene Witte (Oldenburg)*4 hat nachgewiesen, dass harmlose Konzentrationen von Umweltgiften in der Kombination mit anderen Stoffen giftig wirken können und
fordert die grundlegende Einbeziehung dieser „Synergismen“ in die toxikologische Bewertung von Schadstoffen.
Nachgewiesen wurden für etliche Pestizide Wirkungen wie „endokrine Disruptoren“, d.h. sie wirken beim Prozess der Zellteilung schädigend (nicht umkehrbar und ggf. vererbbar) auf die Zellen ein und das schon in Piko- und Nanogramm Mengen, also weit unterhalb der akut toxischen Menge.

Giftige Brühe von einem Giftspritzen-Unfall auf einem Hof in Vreden-Ellewick (Privat-Foto)

„Mehr Blühstreifen!
Auch der herrschenden Agrarlobby kommt das sehr entgegen. Sie würde die Bienen ebenfalls gern aus den chemiegestützten Bauernhöfen woandershin verfrachten und verweist gern auf die "Eh da"-Flächen: Wegböschungen, Straßenränder, Autobahn- oder Bahndämme. Woraus sonst kaum Profit zu schlagen ist, kann immer noch als Reservat für die Bienen dienen. Vorteil: Die Agrobranche wäre ihren Ruf als Bienenkiller los und könnte dennoch weiter hemmungslos Chemie versprühen.“*5
So werden zwar in einer Studie der DWA* ungenutzte Gewässerrandstreifen gefordert und eine Verhinderung direkter Ableitungen von Oberflächenwasser aus Ackerflächen und Grünland, bei gleichzeitiger strenger Gewässerüberwachung durch zuständige Behörden. Doch die zur Rettung der Arten ausgedachten Dauerblühstreifen auf öffentlichem Grund sind bereits in Gefahr, zum Alibi für weitere Giftpraxis zu verkommen. So kümmert sich u.a. die Lobby-Organisation "Forum Moderne Landwirtschaft e.V." (Chemieindustrie, Bauernverband...) um die ökologische Aufwertung von „Eh da-Flächen“ z.B. mit Blühstreifen, damit die Chemie-Landwirtschaft so weitermachen kann, wie bisher. In Rheinland-Pfalz sind gar das Land, das gemeinsam mit der BASF betriebene "Institut für Agrarökologie" und Hochschulen dabei.
Dennoch sind neue Biotopverbundlinien besonders auf zurückgeholten kommunalen Wegseitenrändern in Form von ökologisch bedeutsamen Hecken und Dauerblühstreifen für die Biodiversitätssicherung enorm wichtig (www.hecke.wg.vu).

Viele Jahre nach Veröffentlichung des Buches "Stummer Frühling", in dem die amerikanische Autorin Rachel Carson das von Agrarchemikalien ausgelöste Vogelsterben beschreibt, ist der Pestizideinsatz in der Landwirtschaft immer noch viel zu hoch.
Immer mehr Menschen fällt das Verschwinden der Insekten und Vögel sowie Blühpflanzen auf. Mittlerweile scheint die Artenvielfalt in manchen städtischen Regionen größer zu sein als in -5-
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landwirtschaftlich geprägten Regionen. Pestizide haben -auch nach Umweltbundesamt- einen „erheblichen negativen Einfluss auf die biologische Vielfalt“.
Raffinierte PR-Aktion der Agrochemie-Industrie mit dem Bauernverband: "Pflanzenschützer" erzählen Märchen über Gift!

Da die mit Steuergeldern geförderte industrialisierte Landwirtschaft ohne Giftcocktail nicht möglich ist, brauchen wir eine Agrarwende, weg von synthetischen Pestiziden und Düngern, die natürliche Prozesse und Systeme zerstören, hin zur umweltschonenden Alternative, dem Landbau nach streng ökologischen Richtlinien, mit nachhaltiger Bewirtschaftung, unter Einhaltung mehrjähriger Fruchtfolgen und ohne Einsatz chemisch-synthetischer Wirkstoffe. Bio-Lebensmittel für alle sind angesagt, regional und sozial.

Herbert Moritz (Heek) und Jürgen Kruse (Legden)
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Anmerkungen:
*1 Fünf-Punkte-Programm für einen nachhaltigen Pflanzenschutz, Umweltbundesamt 2016.

*2 Klaus Friedrich Haalck, Pestizide nein danke, Berlin 2013 (u.a.: S. 14, 24/25 und 140-143). – Auf die erwiesene Gefährlichkeit des Totalherbizids Glyphosat weist Monika Krüger hin: http://www.zivilcourage.ro/pdf/Risiko-Glyphosat.pdf

*3 Otmar Wassermann u.a., Die schleichende Vergiftung. Die Grenzen der Belastbarkeit sind erreicht,
Frankfurt/M. 1990, S. 9.

*4 Witte, I. (2012). Kombinationswirkungen von Umweltgiften. In: Steinmetz, Bernd &Trautmann, Sandra (Hrsg.): Vergiftet und allein gelassen. Arbeitsmedizin und Umweltmedizin im Schatten wirtschaftlicher Interessen. Weimar: Bertuch Verlag. – So fordert auch Anita Schwaier, dass experimentelle Untersuchungen
so angelegt werden, dass sie epigenetische Effekte wie die der endokrinen Disruptoren erfassen, und zwar auch bei Misch- und Fertigpräparaten (https://www.agrarkoordination.de/fileadmin/dateiupload/Roundup___Co/151124_Epigenetische_Wirkung_von_Glyphosat_Anita_Schwaier_Kurzfassung.pdf )
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*5 Quelle: Hans-Ulrich Grimm, Die Fleischlüge, Wie uns die Tierindustrie krank macht, Droemer-Knaur-Verlag, München 2016, Seite 152 - 154.

*DWA=Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V., Hennef
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Hinweise - Siehe auch:
http://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/20111201-Hintergrund-Umweltfolgen-der-Landwirtschaft.pdf

Wie die industrialisierte Landwirtschaft die Umwelt zerstört, http://www.nachdenkseiten.de/?p=29219

Wie industriehörig mit krankmachenden und umweltschädigenden Pestiziden und den Genehmigungs-verfahren in Deutschland umgegangen wird, zeigt das Umweltinstitut München auf:
http://www.umweltinstitut.org/themen/landwirtschaft/pestizide.html
http://www.umweltinstitut.org/themen/landwirtschaft/pestizide/pestizidrueckstaende.html
So ist das Zulassungsverfahren für Glyphosat unverantwortlich für Mensch und Umwelt:
http://www.umweltinstitut.org/themen/landwirtschaft/pestizide/glyphosat.html

Informationen zur weiteren Vergiftung mit Pestiziden siehe auch: https://umweltvinschgau.files.wordpress.com/2011/11/links-zum-thema-pestizide-in-lebensmitteln-texte.pdf und: https://umweltvinschgau.files.wordpress.com/2011/11/links-zum-thema-pestizide-in-lebensmitteln-filme.pdf und: https://netzfrauen.org/2015/06/30/17-gruende-warum-glyphosat-verboten-werden-muss-seventeen-reasons-to-ban-glyphosate/

Gefahren durch Pestizide in Lebensmitteln: https://www.youtube.com/watch?v=YdrbrMAtNos

"Gekaufte Forschung – Wie Konzerne an deutschen Hochschulen forschen lassen"
http://www1.wdr.de/daserste/monitor/sendungen/gekaufte-forschung-100.html

Ohne Pestizide wäre es besser: http://www.spektrum.de/wissen/geht-landwirtschaft-auch-ohne-pestizide/1429861
Schmetterlinge - Artensterben-Art. - BUND Freiburg:
http://www.bund-rvso.de/downloads/Schmetterlingssterben%20Flyer%202016-min.pdf
http://www.bund-rvso.de/schmetterlingssterben.html

http://www.pan-germany.org/deu/~news-1436.html
Artensterben im Agrarland und auf unseren Äckern

Sie ist eine bemerkenswerte Frau, mit viel Mut, positiven Lächeln und Denken. Jeder der die Möglichkeit hat Jane Goodall einmal persönlich kennen zulernen, sollte die Möglichkeit war nehmen. Ich durfte es bereits schon und bin für die Momente sehr dankbar.
Danke für den Beitrag sagt Daniela

Nancy Fellmann

Was für eine bemerkenswerte Frau!