Glyphosat weltweit unter Druck - Schrot und Korn

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Glyphosat weltweit unter Druck

© dpa/dieKLEINERT/Markus Grolik
© dpa/dieKLEINERT/Markus Grolik

Das Urteil war aufsehenerregend: Ein kalifornisches Gericht sprach einem Krebskranken wegen der möglicherweise gesundheitsschädigenden Wirkung von Glyphosat rund 250 Millionen Euro Schmerzensgeld zu.

Das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat scheint nicht mehr die sichere Bank zu sein, die Bayer mit der Übernahme von Monsanto zu kaufen geglaubt hatte. Eigentlich gilt das Mittel wegen der Koppelung gentechnisch veränderter, gleichzeitig aber Herbizid-toleranter Pflanzen als Umsatzbringer von Monsanto. Es drohen aber 8000 weitere Klagen wegen Krebserkrankungen im Zusammenhang mit diesem Mittel – mit ungewissem Ausgang. Bayer will, so die Agrarzeitung, Glyphosat vor den US-Gerichten „rigoros verteidigen“. Während der Kurs der Bayer-Aktie abrutschte, fragten Kritiker: Verschluckt sich der deutsche Konzern wegen des Unkrautvernichters an der 60 Milliarden Euro teuren Übernahme des US-Saatgutspezialisten Monsanto?

In Deutschland scheinen die Tage von Glyphosat ohnehin gezählt, seit die Große Koalition beschloss, dieses Kapitel „so schnell wie möglich“ zu beenden. Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) hat für landeseigene Flächen bereits den Ausstieg aus Glyphosat angekündigt. Doch das Mittel steht auch andernorts unter Druck: Zuletzt gab es Meldungen, nach denen ein brasilianisches Gericht laut der Nachrichtenagentur Reuters Glyphosat vorübergehend aus dem Verkehr gezogen hat. Der Direktor des brasilianischen Agrar-Branchenverbandes Abag, Luiz Lourenco, sieht ein Ende der Landwirtschaft voraus, sollte das Verbot Bestand haben: „Ohne diese Produkte kann keine Landwirtschaft betrieben werden“, sagte er laut der Agentur. Glyphosat spielt für Brasilien und dessen Agrar-Boom der vergangenen 15 Jahre eine tragende Rolle, da der Anbau vieler Gentech-Saaten von dem Herbizid abhängt. Das Urteil wird aber vermutlich wieder aufgehoben, sagen Beobachter. sb

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Erschienen in Ausgabe 10/2018
Rubrik: Leben&Umwelt

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Sabine

Wer sich fragt, warum er trotz Bio-Kost Glyphosat auspinkelt, kann sich mal darum kümmern, was in seinem Trinkwasser drin sein könnte. So sauber und sicher, wie immer behauptet wird, ist unser Trinkwasser doch gar nicht. Spritzmittel, Medikamente und was sonst noch z.B. über Klärschlamm in Flüsse und Talsperren gerät, können gar nciht alle in den Trinkwasseraufbereitungsanlagen entfernt werden. Wir wissen das mittlerweile, und trotzdem ist immer noch die Rede von der so guten Trinkwasserqualität in Deutschland.