Die besten Bio-Läden Deutschlands 2019 - Schrot und Korn

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Die besten Bio-Läden Deutschlands 2019

Bester Bio-Laden 2019 © Lichtwerk-fotostudio/bio verlag
In Bio-Läden steht der direkte Kontakt zu den Kundinnen und Kunden hoch im Kurs. © Lichtwerk-fotostudio/bio verlag

 

LESERWAHL Ihr Urteil war wieder gefragt, das Ergebnis steht fest: Wir präsentieren Ihnen die besten Bio-Läden Deutschlands und dank Ihres Feedbacks können diese sich sogar noch weiter verbessern. Manfred Loosen

Im Bio-Laden einkaufen ist etwas Besonderes. Hier wissen die Menschen vor und hinter der Theke, dass Bio-Produkte wichtig sind für die Umwelt, für faire Löhne bei den Erzeugern, für die Gesundheit der Verbraucher. Verkäufer und Kunden ticken ähnlich, sind überzeugt von ihrem Tun und wollen durch ihr Handeln die Welt ein kleines Stückchen besser machen.

Einmal im Jahr haben die Kunden die Möglichkeit, ihrem Lieblingsladen Feedback zu geben durch unsere Schrot&Korn-Leserwahl. Knapp 48 000 von Ihnen nahmen auch dieses Jahr wieder teil. „Freundliche und den Kunden zugewandte Bedienung“, „einfach was fürs Herz“ oder „man darf immer Sachen probieren, man kann vor Ort essen und trinken“ waren einige der Rückmeldungen an die Läden.

Es wurden auch gute Ideen aufgeschrieben und Verbesserungsvorschläge gemacht: „eine Bank vor dem Laden“, „mehr vegane Produkte“ oder „Kosmetika zum Selbstabfüllen“. So bekommen die Läden wichtiges und ehrliches weil anonymes Feedback von ihren Kundinnen und Kunden.

Die Bewertungen wurden dieses Mal wieder in vier Kategorien abgegeben: für Hofläden, Bio-Läden bis 99 Quadratmeter, Naturkostfachgeschäfte von 100 bis 399 Quadratmeter und noch größere Bio-Supermärkte. Jeder Markt musste mindestens 20 Bewertungen bekommen, um überhaupt in die Liste der „Besten Bio-Läden 2019“ zu kommen. Das haben fast 750 von den bundesweit knapp 2500 Läden geschafft; alle bekamen von ihren Kundinnen und Kunden Schulnoten in den sechs „Fächern“ „Frische Obst und Gemüse“, „Frische Molkereiprodukte, Brot, Fleisch“, „Sortiments-Vielfalt“, „fachkundige Beratung“, „Preis-Leistungs-Verhältnis“ und „Gesamteindruck“. Dabei kamen viele Einsen heraus. Besonders gut waren die Ergebnisse, als die frischen Molkereiprodukte, Brot und Fleisch benotet werden sollten: Durchschnittsnote aller Läden 1,3. Für
Beratung bekamen die Bio-Geschäfte eine 1,4, für Frische bei Obst und Gemüse eine 1,5.

Nur die Läden mit den besten Bewertungen bekamen auch eine Auszeichnung: 177 erhielten im Februar auf der BioFach, der größten Bio-Messe der Welt, im Rahmen einer feierlichen Gala ihre Urkunden in Gold, Silber oder Bronze. Die Bundessieger in den vier Kategorien also die Hofläden, Bio-Läden, Bio-Fachgeschäfte und Bio-Supermärkte mit den jeweils allerbesten Noten beim Gesamteindruck stellen wir Ihnen auf dieser und der vorhergehenden Doppelseite vor.

Diese Leser haben gewonnen

Den Elektroroller im Retro-Design von Kito hat M. Schirmer aus Fürth gewonnen. Die Neun-Tage-Wanderung an der polnischen Ostseeküste  von Hauser-Exkursionen/Forum Anders Reisen geht an A. Köller aus Dortmund. K. Schwoy aus Ratzeburg hat mit dem dritten Platz einen Gutschein über 1 500 Euro für ein gesundes Bett oder eine Öko-Matratze von Hüsler Nest gewonnen. Über einen siebentägigen Yoga-Urlaub von Indigo/Forum Anders Reisen kann sich J. Zimmermann aus Offenbach freuen. Die restlichen 96 Gewinner haben ihr italienisches Genusspaket von Byodo schon erhalten. Allen herzlichen Glückwunsch!

 

Ob Ihr Lieblingsladen auch eine Auszeichnung bekommen hat, erfahren Sie im April-Heft von Schrot&Korn

 

Das Ehepaar Ariberti ist stolz auf sein Team. ©  Lichtwerk-fotostudio/bio verlag; Christian Grewe/bio verlag

Gesamtsieger Hofläden

Ganzheitlich zum Sieg

„Hofladen“ hört sich so klein und unscheinbar an. Da müssen Sie mal an die Ostsee fahren und sich vom Gegenteil überzeugen – genauer: nach Grönwohldshorst, einem Ortsteil von Grömitz. Hier hat die Hofgemeinschaft Klostersee und ihre Mitarbeiter über viele Jahre ein „Gesamtkunstwerk“ aufgebaut – mit biologisch-dynamischer Landwirtschaft, Bäckerei, Käserei, Ferienwohnungen, Altenwohnprojekt und 150 Quadratmeter großem Hofladen. Und dieser Hofladen ist der beste dieses Jahres. Das haben die Kundinnen und Kunden des Hofladens „Klostersee“ so entschieden. Hier gibt es alles, was das Bio-Herz begehrt. Am beliebtesten sind aber die Produkte aus eigener Herstellung: Brot, Gebäck, Milch, Käse, Joghurt, Quark, Fleisch und Wurst. In der Herbst- und Winterzeit kommen vor allem die Einheimischen zum Einkaufen; in den Monaten von Oster-
bis Herbstferien noch zusätzlich viele, viele Ostsee-Touristen, die dann auch Kaffee und Kuchen auf der Terrasse und der Wiese neben dem Bistro genießen.


 

Seit einem guten halben Jahr Bio-Ladnerin: Judith Schiesser. ©  Lichtwerk-fotostudio/bio verlag; Christian Grewe/bio verlag

Gesamtsieger Bio-Läden

Der Wink von oben

Eigentlich war Judith Schiesser, geboren und groß geworden in Höhr-Grenzhausen, nahe Koblenz, schon immer „bio“ – aber jahrelang „nur“ als Kundin. Sie hat Buchhändlerin gelernt und lange in diesem Job gearbeitet, zuletzt in der Buch- und Kunsthandlung des Klosters Maria Laach. Als aber ihr Vorgänger zurückkam, empfand Judith Schiesser das als „Wink des Schicksals“, als „Zeichen von oben“. Sie machte in der „Kornecke“, dem Bio-Laden ihrerHeimatstadt, ein Praktikum, arbeitete ein paar Monate als 450-Euro-Kraft – und übernahm dann den Laden: (Neu-)Eröffnung am 8.8.18. „Die persönliche Beziehung zu den Menschen“ ist für sie das A und O. Sie bietet ein Vollsortiment ohne Tiefkühl-Produkte. Die Kunden loben die „große Obst- und Gemüseauswahl und die Kinderecke“. An der Käsetheke und beim Obst kann jeder alles probieren. Es liegt auch immer ein Prosecco kalt. Da wird schon mal einer mit den Kunden geköpft… es gibt aber auch Tee und Kaffee.


 

Petra Neuber und Helmut Fiebig in ihrem „Biostadl“ © Cristina Naan/bio verlag; Peter Roggenthin/bio verlag

Gesamtsieger Fachgeschäfte

Tradition und Moderne

Rund 80 Prozent ihrer Kunden kennen Petra Neuber und Helmut Fiebig beim Namen. In ihrem „Biostadl“ in Halblech-Berghof, nur zehn Kilometer vom weltberühmten Schloss Neuschwanstein entfernt, bekommt jeder Kunde ein Gratisgetränk; je nach Jahreszeit Punsch, Glühwein oder einen Smoothie. Der 120 Quadratmeter große Laden war früher der Stall des 200 Jahre alten Bauernhauses. Im Winter kann man sich in der gemütlichen Sitzecke mit Ofen und Lammfellen bei einem Tee oder Kaffee wärmen, im Sommer gibt’s ein Café im herrlich alten Bauerngarten. Dann kaufen auch viele Touristen im „Biostadl“ ein. Im Laden gibt es alle wichtigen Bio-Produkte, dazu täglich frisch gebackene Torten und Kuchen vom Konditormeister Helmut Fiebig. Petra Neuber ist ausgebildete Gesundheitsberaterin nach Hildegard von Bingen und kann ihre Kunden entsprechend gut beraten. Die werden in letzter Zeit immer jünger, seit der „Biostadl“ eine neue Webseite und einen Facebook-Auftritt hat.


 

Filialleiterin in Laufamholz: Kristina Stolp © Cristina Naan/bio verlag; Peter Roggenthin/bio verlag

Gesamtsieger Supermärkte

Groß, trotzdem familiär

4500 Produkte auf 450 Quadratmetern. Und trotz-dem ein Laden, in dem die Kunden die „familiäre Atmosphäre“ loben. Das liegt in erster Linie an der Art der acht Mitarbeiterinnen und des einen Mitarbeiters: freundlich, den Kunden zugewandt, hilfsbereit. Die Menschen, die im ebl-Supermarkt in Nürnberg- Laufamholz einkaufen, sind durchweg zufrieden. So
gut wurde kein anderer Bio-Supermarkt beim Gesamteindruck benotet! Regelmäßig finden hier Verkostungen statt: „Eine Weinprobe kann man jeden Tag machen“, sagt Kristina Stolp, die 26-jährige Filialleiterin: „Und ein Produkt aus dem Angebot kann auch immer probiert werden. An den Bedientheken ist Probieren sowieso üblich!“ Fünf Jahre gibt es diese ebl-Filiale. Fast von Anfang an ist Jennifer Deinzer dabei. Zwei Mal pro Woche kocht sie mittags acht bis 14 Portionen, mal vegetarisch, mal mit Fleisch. Meist haben die Kunden Gefäße dabei, um das Essen mitzunehmen. Wer᾽s vergisst, bekommt kompostierbares Zuckerrohr-Geschirr.


Veröffentlicht:
Rubrik: Leben&Umwelt

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