Blick hinter die Kulissen - Schrot und Korn

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Blick hinter die Kulissen

© Thomas Langreder/bio verlag
© Thomas Langreder/bio verlag

 

BIO-MESSE Schrot&Korn hat zwei Leserinnen auf die BioFach eingeladen, auf die eigentlich nur Fachbesucher dürfen. Es gab einiges zu entdecken. 

Bunte Stände, knusprige Brote, glänzende Äpfel, lecker duftende Probier-Häppchen − mal süß, mal herzhaft: Zwei Schrot&Korn-Leserinnen durften das alles erleben: Johanna Stöckl und Silvia Klett waren einen Tag auf der BioFach, der größten Bio-Messe der Welt. Mehr als 3 200 Stände, gut 50 000 Besucher aus 143 Ländern!

Wir treffen uns so früh wie möglich, die Messe hat gerade aufgemacht, aber die Gänge sind schon sehr voll; manchmal müssen wir uns richtig durchzwängen. Zunächst stärken wir uns mit einem zweiten Frühstück.

Auf zu unserem ersten Termin: Johanna wollte unbedingt zum Stand von Pukka: „Den Tee trinken wir zu Hause fast immer!“ Jessica Will vom Marketing empfängt uns, stellt die Firma vor und lässt uns viele Teesorten probieren. „Pukka Herbs“, wie das Unternehmen offiziell heißt, hat in letzter Zeit viel für die Abfallvermeidung getan. Die Verpackung um die Teebeutel besteht jetzt aus FSC-zertifiziertem Papier und einer hauchdünnen Plastikbeschichtung frei von PBA, Mineralöl und PVC. Die Schicht, die das Tee-Aroma schützt, ist so dünn, dass die Umverpackung ab sofort im Papiermüll entsorgt werden kann, erklärt Jessica Will.

Wie erwartet kommt das Gespräch auch auf den Verkauf von Pukka an Unilever. „Warum war es nötig, mit einem konventionellen Großkonzern zu kooperieren?“, will Silvia Klett wissen. Jessica Will holt Firmengründer und Vorstandsmitglied Tim Westwell in unsere Runde. Er erklärt, ein Investor wie Unilever sei einfach nötig gewesen, um mehr Geld für Forschung und die Entwicklung neuer Produkte zu haben. Daran bleibe er, Westwell, auch künftig maßgeblich beteiligt.

Wir ziehen weiter in die Naturkosmetikhalle. Hier hat die Weleda AG ihren Stand. Seit Jahrzehnten benutzt Silvia deren Produkte und konnte sogar schon einigen Bekannten bei Hautproblemen mit Weleda-Cremes helfen. Am Stand begrüßt uns Jennifer Meyer. Sie hat auch gleich „Skin Food“ mitgebracht, das wir testen können. „Skin Food“ ist ein echter Klassiker: Seit 1926 wird diese Intensivpflege für trockene Haut hergestellt. Vorher hieß sie nur anders: schlicht „Hautcreme“. Der neue Name soll „Skin Food“ den ausländischen Markt weiter erschließen und der Firma ein moderneres Image geben. Passend dazu gibt es jetzt die „Skin Food Body Butter“, die wir ebenfalls ausprobieren. 

biofach
Riecht gut und zieht schnell ein: Wir testen Weleda-Produkte. © Thomas Langreder/bio verlag

Mit einigen Proben im Gepäck verlassen wir Weleda und machen uns auf den Weg zum österreichischen Tee- und Gewürzhersteller Sonnentor. Zu diesem Stand wollten beide Leserinnen gerne gehen, Johanna benutzt mehr die Gewürze, Silvia mehr die Tees von Sonnentor. Pressefrau Marie-Theres Chaloupek winkt uns schon von Weitem zu und lässt uns gleich verschiedene Tees probieren. Dann stellt sie uns Sonnentor-Mitarbeiterin Gerda vor, die als Pflanzenexpertin die Tee- und Gewürzsorten mit zusammenstellt, weil sie weiß, was wie wirkt. Und wir lernen eine andere Gerda und ihren Mann Anton kennen. Sie sind zwei der vielen Bauern, die im österreichischen Waldviertel Kräuter für Sonnentor anbauen. Sie erzählen, dass sie den Tee nach dem Trocknen oft noch auf dem Hof verpacken, wobei auf große Hygiene geachtet wird: „Jedes Packerl wird angefasst und gefüllt“, sagt Gerda. Das gebe den Bauern eine weitere Einnahmequelle. Dann kommt auch der Gründer und Chef von Sonnentor dazu: Johannes Gutmann. Wie immer mit roter Brille und in Lederhosen. Er freut sich, dass Johanna – wie er – Betriebswirtschaft studiert: „Ich hab's aber nur 14 Tage ausgehalten!“, lacht er. Er sei einfach ein Praktiker. Drum habe er vor 30 Jahren mit einigen wenigen Bauern im Waldviertel angefangen, Bio-Kräuter zu vermarkten. Heute arbeiten allein in Österreich etwa 330 Menschen für die Firma. Zum Schluss signiert Gutmann Johanna und Silvia noch sein neues Buch „Wer spinnt, gewinnt!“ und schenkt es ihnen.

biofachLinks: Schon ein bisschen müde: Erste Informationen bei Sonnentor bekommen wir im Sitzen ... Rechts: Teeverkostung am Stand von Pukka © Thomas Langreder/bio verlag

Nach einem Bio-Mittagessen erkunden Silvia und Johanna eine Zeit lang allein die Messe, bevor wir bei Original Food noch einen Kaffa-Wildkaffee aus Äthiopien genießen. Dann geht es zur Gala der besten Bio-Läden. Bilanz? „Ich fand's toll, einige Firmengründer kennenzulernen“, sagt Johanna; und Silvia schwärmt: „Der Tag hat mir viel Freude gemacht!“

 

Silvia Klett ...   

... kommt aus Nürnberg und arbeitet bei der Bundesagentur für Arbeit.  Ihre

Einkäufe erledigt die 58-Jährige fast
ausschließlich in Bio-Läden: „Ich kann mir eigentlich gar nicht vorstellen, woanders einzukaufen.“

 

Johanna Stöckl (19) ...

... kommt aus Neuburg/Donau und studiert im ersten Semester Betriebswirtschaft in Ingolstadt. Die Vegetarierin ist „eigentlich schon immer bio“ und achtet auf die Herkunft von Lebensmitteln.

Erschienen in Ausgabe 04/2019
Rubrik: Leben&Umwelt

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