Aus der Branche 10 |2019 - Schrot und Korn

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Aus der Branche 10 |2019

© Getty Images/iStockphoto
Männliche Küken sollen nicht aussortiert werden.

 

Männliche Küken

Selektion im Ei abgelehnt

Die Bio-Branche hat sich gegen die Bestimmung des Geschlechts bereits im Ei ausgesprochen. Mithilfe der sogenannten In-Ovo-Selektion sollen Legehennenbetriebe männliche Embryos bereits vor dem Schlüpfen aussortieren können. Bei einem Treffen des Bundesverbandes Naturkost Naturwaren (BNN) lehnten die Mitglieder dieses Verfahren mehrheitlich ab. Der Verband unterstütze stattdessen die von der Natur vorgegebene Aufzucht und Haltung von Henne und Hahn. Die genetische Grundlage der Erzeugnisse von Pflanzen und Tieren sollten den konzeptionellen Bedürfnissen des ökologischen Anbaus entsprechen und technische Optimierungen durch Gentechnik oder ähnliche Methoden sowie im Tierbereich technische Selektionen würden abgelehnt, hieß es in einer Erklärung des Verbands.  „Die In-Ovo-Selektion ist der gedankliche Steigbügelhalter der Gentechnik und unterspült das Fundament der Naturkostbranche“, sagte Matthias Deppe, Geschäftsführer von Naturkost Nord. Der Verband müsse zu den Grundprinzipien des ganzheitlichen landwirtschaftlichen Modells des ökologischen Landbaus stehen und entsprechend handeln, hieß es weiter. Unterstützung erhielt der BNN von der Bruderhahn Initiative, die sich für die Zucht ökologischer Zweinutzungshühner einsetzt, deren Hennen genügend Eier legen und deren Hähne ausreichend Fleisch ansetzen. www.bruderhahn.de


PapierVerbrauch

Mehr Wald 

Die Spielberger Mühle braucht zum Verpacken ihrer Waren viel Papier. Um die verbrauchten Ressourcen zu kompensieren, finanziert die Mühle ab sofort jedes Jahr Baumpflanzungen. Spielberger hat mit dem Bergwaldprojekt e.V. dafür einen dauerhaften Partner gefunden. Zweck des Vereins ist der Schutz, der Erhalt und die Pflege des Waldes, insbesondere des Bergwaldes und der Kulturlandschaften. Außerdem will Bergwaldprojekt e.V. die Öffentlichkeit über die Zusammenhänge in der Natur aufklären und seinen Beitrag zu einer nachhaltigen Forstwirtschaft leisten – durch die Baumpflanzung in deutschen Wäldern. www.bergwaldprojekt.de

 © clipdealer


Alternative Finanzierung

Crowdfunding für die Zukunft

Mani Bläuel, Anbieter von Olivenprodukten und mediterranen Spezialitäten, geht mit seinem „Olivenbäumchen Darlehen“ neue Wege bei der Finanzierung von Projekten. Mit der Crowdfunding-Kampagne will der Hersteller Privatpersonen die Möglichkeit geben, sich an einem sozial und nachhaltig engagierten Unternehmen und dessen Erfolg zu beteiligen, wie es heißt. Zum Unternehmen gehört auch das erste zertifizierte Bio-Hotel Griechenlands. Die Investitionen, so verspricht der Hersteller, würden in eine sinnvolle Betriebserweiterung fließen, etwa in den Ausbau von Infrastruktur, die Neuentwicklung von Produkten, sowie in die Kooperation mit regionalen und überregionalen Olivenbäuerinnen und -bauern. Die Auszahlung der Zinsen für die Darlehensgelder soll jährlich wahlweise in Warengutscheinen oder in Banküberweisungen erfolgen.
www.mani.bio


Ausbildung für Geflüchtete

Perspektive geben

Die Taifun-Tofu GmbH in Freiburg unterstützt gemeinsam mit der gemeinnützigen [p3]-Werkstatt Geflüchtete auf dem Weg in eine Ausbildung in Industrie und Handwerk. Eine sogenannte Einstiegsqualifizierung, die Praxis und schulisches Lernen kombiniert, bereitet die Berufsanfänger auf die deutsche Arbeitswelt vor. „Das Konzept ist sehr nachhaltig gedacht und bietet sowohl den Geflüchteten als auch den Unternehmen konkrete Perspektiven bei der Fachkräfteausbildung“, sagt Ralf Kuderer, Personalleiter bei Taifun. Die Jugendlichen mit Fluchterfahrung lernen bei [p3] erst ein Jahr lang Deutsch und Mathe und arbeiten praktisch in der Werkstatt, bevor sie in die Firmen gehen. www.taifun-tofu.com


Akademischer Preis

Nachwuchs forscht

Studierende, die sich in ihren Abschlussarbeiten mit Themen wie Nachhaltigkeit, Umwelt- und Sozialverträglichkeit oder Herstellung, Verarbeitung oder Vermarktung beschäftigt haben, können sich bis zum 18. Oktober 2019 für den Forschungspreis Bio-Lebensmittelwirtschaft bewerben. Eingereicht werden können sowohl deutsch- wie englischsprachige Bachelor- und Masterarbeiten. Die Preisverleihung findet auf der BioFach 2020 in Nürnberg statt. Der Forschungspreis Bio-Lebensmittelwirtschaft wird zum siebten Mal ausgeschrieben, die besten Arbeiten erhalten 2 000 und 3 000 Euro.
www.forschungspreis-bio-lebensmittel.de


Nachhaltigkeitspreis 

Ökos unter den Besten 

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis hat die Liste mit den nominierten Unternehmen bekanntgegeben. Demnach haben es drei Bio-Hersteller in die Vorausscheidung geschafft: In der Kategorie der mittelgroßen Unternehmen ist der Naturkosmetik-Hersteller Laverana unter den besten zwölf vertreten. Als Wettbewerber im Segment der kleinen mittelständischen Unternehmen kam I+M Naturkosmetik Berlin unter die besten zehn. In derselben Kategorie bewirbt sich der Tofu-Hersteller Taifun um die Auszeichnung. Die Preisverleihung findet am 22. November 2019 in Düsseldorf statt. www.nachhaltigkeitspreis.de


„Hier wird kreativ gekocht“

Wie kam es zur Gründung Ihres Ladens?

Wir haben die Hofgemeinschaft Fredeburg 1991 mit drei Familien gegründet, da waren wir gerade einmal Ende 20. Das wichtigste war uns damals, biologisch-dynamische Landwirtschaft zu betreiben – als Gemeinschaft. Wir wollten von dem Hof natürlich leben können. Daher ist der Hofladen sehr eng verbunden mit dem Landwirtschaftsbetrieb. Ohne den Hof würde es den Laden nicht geben, andererseits ist der Laden für die Wertschöpfung der Erzeugnisse des Landwirtschaftsbetriebs genauso wichtig. 

Mit welchem Gefühl schließen Sie morgens Ihren Laden auf?

Dass es ein guter Tag wird und dass wir unsere Kunden mit unserem Angebot zufriedenstellen können. Durch eine glückliche Fügung haben wir ein Gebäude am Eingang unseres Hofes kaufen können, wohin der Laden 2017 gezogen ist. Dort gibt es jetzt auf 100 Quadratmetern auch eine Küche und ein Café. Es wird jeden Tag mit viel Engagement gekocht und kreativ mit den Lebensmitteln umgegangen. Dadurch ist der Hofladen zu einem neuen Anziehungspunkt geworden.

Was lieben Sie besonders an Ihrem Bio-Laden?

Wir lieben unsere frischen Erzeugnisse, die wir unseren Kunden anbieten können. Daneben verkaufen wir auch Produkte von unseren regionalen Partnern, mit denen wir intensive und freundschaftliche Beziehungen pflegen. Und wir lieben natürlich das tolle Mittagessen mit dem großen Salatbuffet und kreativen Quiche- und Suppenvariationen. Das ist alles schon eine Freude.

Was machen Sie mit Produkten, deren Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist?

Bei uns wird nichts schlecht. Das ist ja das Grandiose an unserem Laden. Wir haben eine Küche, in der jeden Tag gekocht wird. Da wird morgens am Gemüseregal eine Entscheidung getroffen und dann zubereitet. Außerdem haben wir auch noch eine Hofmannschaft mit 25 Leuten, die versorgt werden will. Und sollte doch mal etwas nicht mehr verarbeitet werden können, haben wir immer noch ein paar Hühner und Schweine, die sich darüber freuen.

Bitte vervollständigen Sie folgenden Satz: „Ich liebe Bio, weil …“

… es keine andere Alternative gibt!

Worüber haben Sie sich in letzter Zeit geärgert oder gefreut?

Wir freuen uns jeden Tag über unser großartiges Team. Da wird an allen Stellen mitgearbeitet und mitgedacht. Dafür sind wir dankbar. Betroffen macht uns allerdings wie die Menschheit mit der Erde umgeht. Wir sind 1991 mit dem Anliegen gestartet, gut mit der Erde umzugehen, gut mit ihr zu leben – als Teil davon. Und heute ist das Thema aktueller denn je.

 

Susanne Trapp

 

... hat die Domäne Fredeburg 1991 mit drei weiteren Familien gegründet. Der dazugehörige Hofladen ist nach seinem Umzug 2017 samt Küche und Café nicht mehr nur Markt, sondern Treffpunkt zum Verweilen und für ein Schwätzchen
mit den Kunden.  www.domaene-fredeburg.de

© Privat

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