Aus der Branche 09 |2019 - Schrot und Korn

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Aus der Branche 09 |2019

© Hubert Bösl
Große Freude bei der Verleihung des 18. Neumarkter Nachhaltigkeitspreises

Nachhaltigkeitspreis

Bienen-Bündnis ausgezeichnet

Festakt in Neumarkt: Die Initiatoren des Volksbegehrens „Artenvielfalt – Rettet die Bienen“ haben den Lammsbräu-Nachhaltigkeitspreis erhalten. Das Bündnis aus ÖDP, LBV, Bündnis 90/Die Grünen, der Gregor Louisoder Umweltstiftung, maßgeblich unterstützt vom BUND erhielt die Auszeichnung in der Kategorie NGOs. Die Jury würdigte insbesondere den großen persönlichen Einsatz der Beteiligten, der zu dem erfolgreichsten je in Bayern durchgeführten Volksbegehren geführt hat. Daneben zählen die CSA Teikei in der Kategorie Innovation, der faire Hersteller von Bio-Schokolade Fairafric in der Kategorie Unternehmen und die Radiosendung „Umweltkommissar“ von Bayern 1 in der Kategorie Medienschaffende zu den Gewinnern, die Ende Juni ausgezeichnet wurden. Einen Sonderpreis für ihr herausragendes Engagement für den ökologischen Landbau erhielt die Tierärztin Dr. Anita Edel. Der vom Bio-Getränke-Hersteller Neumarkter Lammsbräu gestiftete Preis ist mit insgesamt 10 000 Euro dotiert. „Ob Konsum, Landwirtschaft, Bildung oder Forschung – in allen Lebensbereichen gibt es großartige Projekte, die das Miteinander von Mensch und Umwelt wirklich nachhaltig machen“, lobte Johannes Ehrnsperger, Inhaber der Neumarkter Lammsbräu. Mit seinem Nachhaltigkeitspreis wolle der Bio-Pionier Mut machen. Wirklich nachhaltig könne man nur gemeinsam sein. www.lammsbraeu.de


Jubiläum

Festwochenende im Kräuterparadies

Der Bio-Pionier Herbaria wird 100 und lädt zum Feste feiern ein. Vom 13. bis 15. September im Firmensitz in Fischbachau. Mit dabei: die Gemeinde selbst, die ihrerseits 200 Jahre Fremdenverkehr im Leitzachtal feiert. Während der drei Festtage bieten die Jubilare ein umfangreiches Programm. Zum gemeinsamen Auftakt gibt es Live-Musik und Kabarett. In den folgenden Tagen können Besucher über einen Bauern- und Handwerkermarkt im Ort schlendern, historische Ausstellungen besuchen, Gaukler und Artisten bewundern oder dem ersten bayerischen Insektenkrimi lauschen. Bis auf das Open-Air-Konzert am 14. September (VVK: 15 €; Abendkasse: 20 €) sind alle Veranstaltungen kostenfrei. Den Abschluss bildet ein Festgottesdienst am Sonntag auf dem Gelände der Wolfseehalle mit Blasmusik, Trachtenjugend und Pferdegespannen. www.herbaria.de


„Wir haben essbare Kunstwerke“

Wie kam es zur Gründung Ihres Ladens?
Früher gab es hier im Ort eine kleine Einkaufsgemeinschaft, die sich für Bio-Lebensmittel interessiert hat. Irgendwann kam Oliver auf die Idee, selbst einen Bio-Laden zu gründen. Und so hat er dann 2011 auf 45 Quadratmetern angefangen. Ich bin im Jahr 2017 dazugekommen.

Was lieben Sie besonders an Ihrem Bio-Laden?
Wir lieben den Raum an sich: eine alte Markthalle, denkmalgeschützt, mit alten Bahnschienen und Kränen. Da bin ich Industrieromantikerin. Außerdem geht es bei uns nicht nur um die Bio-Vollversorgung, sondern um den Menschen. Beuys hat früher schon gesagt: „Das Atelier ist zwischen den Menschen.“ Uns ist es wichtig, dass die Moorrübe nicht nur ein Treffpunkt zum Konsumieren ist, sondern auch zum Verweilen, Kommunizieren, Sinnieren.

Was ist das ungewöhnlichste Produkt in Ihrem Sortiment?
Wir haben essbare Kunstwerke: unsere Moor-Produkte. Die gestalten wir zusammen mit den Worpsweder Künstlern, Ina und Markus Landt. Dabei handelt es sich um eine Auswahl von regionalen und überregionalen Produkten. Mit den Erzeugern haben wir eigene Rezepturen entwickelt und die Etiketten entsprechend designt. Damit bringen wir Kunst in den Alltag der Menschen – zu einem bezahlbaren Preis, denn Kunst darf nicht elitär sein. Daher sind es immer Alltagsprodukte wie Kaffee, Müsli oder Brot.

Bitte vervollständigen Sie folgenden Satz: „Ich liebe bio, weil …!“
… Bio den Menschen und unserer Erde Lebenskraft schenkt.

Worüber haben Sie sich in letzter Zeit geärgert oder gefreut?
Wir freuen uns darüber, dass Bio immer mehr Zuspruch von den Menschen bekommt. Das sehen wir jeden Tag im Laden. Es finden die verschiedensten Menschen und Altersgruppen den Weg hierher. Auch die, die sich vorher keine Gedanken über eine nachhaltige Lebensweise gemacht haben. Da passiert was in den Köpfen. Die Menschen hinterfragen kritisch, woher ihr Essen kommt.

Was ist das Schönste, das in Ihrem Bio-Laden passiert ist?
Schöne Dinge passieren hier im Laden jeden Tag, weil sich hier Menschen treffen und kennenlernen. Hier in der Kaffee-Ecke haben Oliver und ich zum Beispiel beschlossen, eine GbR gründen und den Laden gemeinsam zu führen. Auch die Idee zu den Moor-Produkten ist hier entstanden. Das Schönste ist, egal, was wir hier auf die Beine stellen wollen: Wir sind nie allein damit.

Ariana Skuppe

... betreibt gemeinsam mit Oliver Helvogt den Bio-Laden Moorrübe in Worpswede, einem Künstlerdorf nördlich von Bremen. Im April 2019 sind sie umgezogen. Jetzt stehen ihnen 500 qm zur Verfügung, aufgeteilt in zwei Drittel Verkaufsfläche und einem Drittel Café, Atelier und Ausstellungsraum. www.moorruebe.de

Erschienen in Ausgabe 09/2019
Rubrik: Leben&Umwelt

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