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Aus der Branche 09 |2018

Aus der Branche - FOODprint überreicht Unterschriften  © BNN e.V.; Privat
Bundesumweltministerin Svenja Schulze und FOODprint-Initiator Joseph Wilhelm © BNN e.V.; Privat

Gentechnik

FOODprint überreicht Unterschriften

Über 108 000 Stimmen für eine gentechnikfreie Welt überreichte die Initiative FOODprint an die Bundespolitik. Bundesumweltministerin Svenja Schulze nahm die Unterschriften der Aktion „Ich stehe auf Essen ohne Gentechnik“ und die Fußabdrücke auf bunten Stoffbahnen entgegen. Die Kernforderung des Bündnisses aus der Bio-Branche ist es, auch neue Gentechnik-Methoden gesetzlich zu regeln und zu kennzeichnen. (Anm. d. Red.: Aktuelles dazu siehe S. 7) „Jeder Mensch muss zumindest selbst entscheiden können, ob Gentechnik auf seinem Teller liegt“, sagt Joseph Wilhelm, FOODprint-Initiator und Rapunzel-Gründer. Damit es zu einer solchen Lebensmittel-Kennzeichnung kommt und gleichzeitig mehr Saatgutvielfalt gefördert wird, hat Rapunzel 2017 die Initiative FOODprint ins Leben gerufen und hat inzwischen über 30 Unterstützer aus der Bio-Branche. Wie andere Verfahren der Agro-Gentechnik hätten auch die neuen Verfahren (wie Crispr/Cas) Monokulturen und die Reduzierung der Artenvielfalt zur Folge. „Wollen wir aber Wahlfreiheit für alle Bürger, brauchen wir auch Vielfalt beim Saatgut. Deshalb müssen wir die biologische und die gentechnikfreie Züchtung viel mehr fördern“, so Wilhelm. Am 17. Oktober 2018 findet hierzu bei Rapunzel im Allgäu ein Gentechnik-Forum mit Experten, Wissenschaftlern, Bauern und Vertretern von Verbänden statt. id www.rapunzel.de/foodprint-idee


Energiewende

Öko-Energieversorger ausgezeichnet

Öko-Strom und nachhaltige Wärme direkt vor Ort erzeugt, ergänzt um Ladesäulen für Elektrofahrzeuge – dieses Konzept zur dezentralen Energiewende kommt an. Im Rahmen des Ideenwettbewerbs „Projekt N“ zeichnete der Rat für Nachhaltige Entwicklung die von Naturstrom konzipierte Quartiersversorgung des Berliner Möckernkiezes aus. Die zweite Auszeichnung für den Öko-Energieversorger: Letztes Jahr hat ihr Nahwärmeprojekt im bayerischen Hallerndorf diese Ehrung erhalten. „Um die Energiewende in die Innenstädte zu holen, sind neue, innovative Ideen gefragt“, so Thilo Jungkunz, Geschäftsbereichsleiter Dezentrale Energieversorgung bei Naturstrom. Der Möckernkiez ist ein genossenschaftliches Bauprojekt – kurz vor der Fertigstellung: Auf über 27000 Quadratmetern entstehen 14 Wohngebäude mit 471 Wohn- und 20 Gewerbeeinheiten. id  www.naturstrom.de 

 


Laden mit leidenschaft

Internationaler Umweltpreis

Für seine Outdoor-Ausrüstung hat die Firma Vaude den Umweltpreis GreenTec Award 2018 erhalten. In der Kategorie „Sports by Jack Wolfskin“ werden Produkte ausgezeichnet, die einen besonderen Beitrag zur Schonung der Umwelt leisten und dabei einen herausragenden Innovationsgrad aufweisen. Vaude erhält den Preis für seine neue Green Shape Core Collection, die Lösungen für globale Probleme wie Mikroplastik bieten will. So sind die verwendeten Materialien zu ca. 90 Prozent biobasiert, z.B. aus Kapok, Rizinusöl oder Kuhmilch, recycelt oder reine Naturmaterialien wie Bio-Baumwolle.
www.vaude.com


Sachsens Unternehmer des Jahres 2018

„Es ist einfach sinnvoll,was wir machen!“

Wie kam es zur Gründung Ihres Bio-Ladens „Momo“?

Bei der Gründung war ich noch nicht dabei. Die Momos haben damals einen Bio-Laden übernommen, der schließen wollte. Ihr Ziel war es, einen Laden aufzubauen, der denen gehört, die darin arbeiten, wo es keine Chefs gibt und alle gleichberechtigt sind. Diese flachen Hierarchien pflegen wir bis heute. Darüber hinaus war Momo ein Informationszentrum: Der Bio-Laden hat damals 50 Prozent der Fläche ausgemacht, im restlichen Teil gab es Informationen etwa über amerikanische Intervention in Mittel- und Südamerika, Nelson Mandela, Banken, die den Rassismus in Südafrika finanzieren, über den Willen Atommeiler abzuschalten – über alles, was damals so bewegte.

Was lieben Sie besonders am Bio-Laden „Momo“?

Bei den meisten Artikeln hier kenne ich die Gesichter von den Leuten, die dahinterstehen oder ich weiß, wer sich dafür auf dem Feld den Rücken krumm macht. Diese Authentizität und der partnerschaftliche Umgang machen Momo aus. Es ist halt alles so sinnvoll, was wir hier machen.

Welches ist das ungewöhnlichste Produkt im Sortiment?

Es gibt viele ungewöhnliche, spontan fallen mir jetzt die Libera-Terra-Produkte ein, weil ich dieses Jahr ein Projekt auf Sizilien zur Mafiabekämpfung besucht habe. In Italien gibt es Gesetze, nach denen Mafiosi enteignet werden, wenn sie verurteilt wurden. Daraus entstehen soziale oder auch wirtschaftliche Projekte – genossenschaftlich organisiert. Auf einigen dieser beschlagnahmten Ländereien werden Bio-Produkte angebaut. Das habe ich mir angeschaut und davon führen wir klassische italienische Sachen wie Pasta, Tomatenprodukte, Auberginenmousse und Weine.

Bitte vervollständigen Sie folgenden Satz: „Ich liebe bio, weil …!“

„… ich keinen Kram von Verbrechern essen möchte.“

Wobei, abgesehen von Lebensmitteln, ist Ihnen Nachhaltigkeit besonders wichtig?

Da gibt es keine Grenze. Das Wort finde ich etwas schwierig, aber bei uns hat Nachhaltigkeit – so wie ich sie verstehe – keine Grenzen: Unsere Einrichtung ist nachhaltig, unsere Energie ist nachhaltig, wir haben eine eigene Stromerzeugung, der Rest ist Öko-Strom, wir liefern mit einem Transportrad aus, haben 30 Parkplätze für Fahrräder und nur 15 für Autos.

Können Sie uns ein lustiges Erlebnis aus dem Momo erzählen?

Es kam mal ein Kunde, der fragte, ob er das Brot billiger haben kann, weil es ja morgen von gestern ist.

Raoul Schaefer-Groebel

... arbeitet seit 33 Jahren sehr gerne im Momo in Bonn und freut sich, sein Wirken mit seinem eigenen Sinn befüllen zu können. Wenn er den Laden einmal übergeben muss, soll es eine Mitarbeiterentscheidung sein, aus der vielleicht ein neues Kollektiv entsteht.

www.bioladen.com

Erschienen in Ausgabe 09/2018
Rubrik: Leben&Umwelt

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