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Aus der Branche 07 |2018

Aus der Branche - Politische Lindenblütenaktion  © inkje/photocase.de
Tee trinken und nicht abwarten © inkje/photocase.de

Glyphosat

Politische Lindenblütenaktion

Mit einer ungewöhnlichen Aktion macht die Heuschrecke Naturkost GmbH auf Verunreinigungen von Bio-Lebensmitteln durch Pestizide aufmerksam. Ihr Lindenblüten-Tee trägt derzeit den Untertitel „Politische Lindenblütenaktion“ und wird als konventionell ausgelobt. Der Grund: Glyphosat. Auf dem Etikett erläutert Heuschrecke, dass durch die Belastung mit Pestiziden aus konventioneller Landwirtschaft auch diese wildgesammelten Lindenblüten eine Kontamination mit Glyphosat aufweisen – unter dem gesetzlichen Höchstwert, aber nachweisbar. Wegen dieser Glyphosat-Belastung, die mittlerweile auch Bio-Produkte betrifft, obwohl das Pestizid im Öko-Landbau verboten ist, sind ganze Ernten nicht mehr als Bio-Ware verkäuflich. Hierdurch könnten Bio-Bauern ruiniert werden, die mit Sorgfalt ihre Pflanzen aufziehen, aber dann mit dem Glyphosat des konventionellen Nachbarn zu kämpfen haben. Das betrifft nicht nur Lindenblüten und auch Glyphosat ist nur eines einer Reihe von Pestiziden, die Bio-Bauern Probleme bereiten. Heuschrecke verschickt den Tee zusammen mit Flyern und Plakaten auch an die zuständigen Bundesministerien und EU-Politiker. Der „Bio-Warnstreik“ ist verbunden mit der Aufforderung, Bauern und Verbraucher vor den Pestiziden der konventionellen Agroindustrie zu schützen. id Hintergrundinformationen: www.heuschrecke.com/politische-lindenbluetenaktion


Internationale Bewegung

Ethische Wirtschaft

Die Bewegung der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) wächst weltweit – am stärksten in Deutschland. Seit November 2017 sind 18 neue Regionalgruppen entstanden, sodass die Organisation nun über 100 Gruppen umfasst – 49 davon in Deutschland. Die GWÖ-Bewegung entstand 2010 auf Basis des gleichnamigen Buches des österreichischen Publizisten Christian Felber. Sie setzt sich für die Orientierung der Wirtschaft an den Verfassungswerten Menschenwürde, Solidarität, Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Demokratie ein und will die dafür nötigen Rahmenbedingungen schaffen. Und zwar auf wirtschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher Ebene. www.ecogood.org


GreenTec Award 2018

Internationaler Umweltpreis

Für seine Outdoor-Ausrüstung hat die Firma Vaude den Umweltpreis GreenTec Award 2018 erhalten. In der Kategorie „Sports by Jack Wolfskin“ werden Produkte ausgezeichnet, die einen besonderen Beitrag zur Schonung der Umwelt leisten und dabei einen herausragenden Innovationsgrad aufweisen. Vaude erhält den Preis für seine neue Green Shape Core Collection, die Lösungen für globale Probleme wie Mikroplastik bieten will. So sind die verwendeten Materialien zu ca. 90 Prozent biobasiert, z.B. aus Kapok, Rizinusöl oder Kuhmilch, recycelt oder reine Naturmaterialien wie Bio-Baumwolle.
www.vaude.com


Sachsens Unternehmer des Jahres 2018

Bio-Unternehmerin ausgezeichnet

Die Geschäftsführerin der Ölmühle Moog GmbH, Judith Faller-Moog, wurde als eine der Top 5-Unternehmerpersönlichkeiten 2018 im Wettbewerb um „Sachsens Unternehmer des Jahres“ gewürdigt. Mit der Ölmühle Moog und der dazugehörigen Marke Bio Planète prämierte die Jury erstmals ein Bio-Firma. Um die Auszeichnung bewarben sich über 100 Firmen. Judith Faller-Moog wurde insbesondere wegen ihres Engagements im Umweltschutz, in der Öko-Landwirtschaft und im sächsischen Ernährungshandwerk ausgewählt: Sie ist Kuratoriumsmitglied im Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN), Mitgründerin von fein & sächsisch e.V. und Gründerin der Initiative Gemeinsam für mehr Bio-Landwirtschaft in Deutschland. Begonnen hat Bio Planète 1984 in Südfrankreich als Europas erste reine Bio-Ölmühle. Seit 2004 ist die Firma in Sachsen ansässig. www.bioplanete.com


Vorgestellt

„Ausgewogene Ernährung ist bereichernd“

Wie kamen Sie auf die Idee, Ihr Unternehmen zu gründen?

Zum einen war ich schon als Kind ein leidenschaftlicher Foodie. Und wenn ich in ein anderes Land reise, besuche ich als erstes einen Supermarkt. So entstand die Idee zu Kulau in Singapur, denn dort habe ich die Vielfalt von Kokosnussprodukten kennengelernt.

Bitte ergänzen Sie: „Bio ist für mich …“

... ein erster Schritt zu weniger Industrielandwirtschaft mit all den bekannten negativen Folgen wie Bodenerosion, Grundwasserbelastung, Reduktion der Biodiversität und Insektensterben.

Was hat Sie in letzter Zeit besonders gefreut?

Auf unserem Balkon mitten im Prenzlauer Berg leben in diesem Jahr plötzlich viel mehr Insekten. Sogar unser Insektenhotel ist nach 4-jährigem Leerstand plötzlich rege gebucht.

Was würden Sie tun, um die Welt jetzt sofort ein bisschen besser zu machen?

Menschen bewusst machen, wie bereichernd eine ausgewogene Ernährung ist. Ich bin immer wieder überrascht darüber, wie viele Kinder kein Obst oder Gemüse essen und wie der tägliche Konsum von Süßigkeiten zum Alltag gehört.

Was machen Sie, wenn Sie nicht gerade Ihre Firma leiten?

Ich verbringe Zeit mit meiner Familie und versuche mich mit Sport und guten Freunden vom Alltagsstress abzulenken. Zudem reise ich gerne und empfinde den Austausch mit anderen Kulturen als besonders bereichernd.

Nennen Sie eine Sache, die Ihr Unternehmen besonders macht.

Kulau gehört zu den Pionieren der Kokosnussanbieter in Deutschland. Wir sind immer auf der Suche nach neuen Produkten, wie unseren Bio-Nori-Snacks, die es derzeit deutschlandweit in Bio-Qualität nur von uns gibt.

Name: Kulau GmbH
Gegründet: 2008
Firmensitz:  Berlin
Mitarbeiterzahl: 7
Spezialität: Kokos- und Algenprodukte
Internetadresse:  www.kulau.de

Josefine Staats

... ist Herzblutunternehmerin, Mutter von drei Kindern und Geschäftsführerin der Kulau GmbH.

Erschienen in Ausgabe 07/2018
Rubrik: Leben&Umwelt

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