Wer teilt, hat’s doppelt schön! - Schrot und Korn

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Wer teilt, hat’s doppelt schön!

Abnehmer, Mitnutzer, Mitstreiter gesucht? Kollaborativer, kurz Ko-Konsum heißt die neue Zauberformel, die drögen Alleinbesitz in gemeinschaftliches Nutzerglück verwandelt. // Sylvia Meise

-> Kreativität vor Besitz
-> Versicherer tun sich noch schwer
-> Sharing-Typen
-> Interview „Es geht um Nutzen statt Besitzen“
-> Bücher und Links

Perspektiven - Meins = Deins

Mal ein Kanu leihen, eine Bohrmaschine oder vielleicht eine sündhaft teure Designerhandtasche? 10 Kilo Apfelquitten verschenken oder ein unpassendes Weihnachtspräsent einfach gegen etwas tolles tauschen? Im Grunde könnte man über die bestehenden Online-Börsen seinen Haushalt komplett austauschen, nebenbei ein bisschen Wissen teilen und interessante Leute kennen lernen. Denn: Im virtuellen Forum lassen sich relevante Neuigkeiten ebenso gut austauschen wie am Kaffeetisch. Ein aufregend vielfältiger Pool von Menschen und Angeboten, die erst durch die Online-Medien so gut zueinander finden. Immerhin tummeln sich Zehntausende von Teilungswilligen auf mehr als 300 privaten Online-Plattformen in Deutschland.

Darunter Drivy (Carsharing), Blablacar (Mitreisegelegenheiten) oder Wimdu (Wohnung, Zimmer von privat mieten), Foodsharing (kostenlos Lebensmittel abgeben), Freecycle (kostenlose Gegenstände) und Crowdfunding (Geld spenden) oder Lendster (leihen) sowie Skillsharing (Wissen und Können teilen) wie Wikipedia.

Worum es dabei geht, brachte Rachel Botsman schon 2010 auf den Punkt: „Ich will nicht die Bohrmaschine haben, ich will das Loch in der Wand.“ In einem leidenschaftlichen Video-Plädoyer wirbt sie für Collaborative Consumption, auch Shareconomy oder p2p für „peer-to-peer“ – auf Deutsch Ko-Konsum. Ihre Überzeugung: „Es wird uns lehren, festzustellen, wann genug wirklich genug ist.“ Ein Jahr später veröffentlichte die Design-Theoretikerin das Handbuch dazu: „Mine is Yours.“ Seitdem verbreitet sich das Teilen weltweit und in allen Lebensbereichen wie ein Lauffeuer.

Nutzen statt Besitzen

Antreiber sind: Das neu gewachsene Interesse am Gemeinsinn, ein technologischer Fortschritt, der Haushalte in Echtzeit vernetzt – und die Finanzkrise. Nach Rachel Botsman und anderen Beobachtern des Phänomens Shareconomy haben die Menschen einfach die Nase voll von Banken, falschen Werbeversprechen oder undurchsichtigen Geschäften. Wir leben in einer neuen Zeit, der Postwachstumsphase. Und viele Menschen handeln heute lieber direkt miteinander.

Ebenfalls aus 2010 stammt eine vom Bundesumweltamt in Auftrag gegebene Studie, die als „Basisstrategie für einen ressourceneffizienten und damit nachhaltigen Konsum“ unter anderem vorschlägt: Nutzen statt Besitzen (Mieten, Sharing, Pooling/privates Leihen, Teilen, Tauschen), länger Nutzen (Wiederverwendung, Reparatur, Wartung) und Weitergeben (von recyclingfähigen und noch nutzbaren Produkten).

Seit 2012 sogar die Computermesse Cebit das Thema „Shareconomy“ im Fokus hatte, ist Teilen auch für die Geschäftswelt interessant. Online-Börsen schießen wie Pilze aus dem Netz. Für Durchblick im Dschungel der Angebote sorgt die Metaplattform Ko-Konsum.org, auf der man nach Stichworten und Themen suchen kann.

Ko-Konsum-Mitgründer Daniel Bartel war auch am Aufbau des privaten Carsharingangebots Autonetzer beteiligt, jetzt berät er Start-ups und setzt sich ehrenamtlich für die Verbreitung dieses neuen Konsumstils ein. Was fasziniert ihn so daran? „2011 habe ich gemerkt, Sharing ist wirklich spannend und wirtschaftlich verändernd, da musste ich mitmachen. Aber eigentlich war das Thema ja schon da. Viele haben vorher schon Ebay genutzt, um Sachen zu kaufen oder verkaufen.“ Mit einem Smartphone sei es jetzt nur noch einfacher geworden, zu teilen. Die Grenzen? „Die Zahnbürste kann man natürlich nicht teilen. Den Laptop und das Smartphone auch nicht. Aber sonst eigentlich alles, was nicht im täglichen Gebrauch ist.“

Neue Konsumstile

Die nette Familie aus Köln, bei der ich übernachtet habe, der Schnack bei der Pfandflaschenübergabe (pfandgeben.de), oder die Nachricht über Facebook …

Teilen ist menschlich, hat mit Beziehungen zu tun. Drei Beispiele, wie das im Alltag aussehen kann:

Die 25-jährige Studentin Svea Blieffert (siehe Interview Seite 36) findet, jeder sollte sich fragen: „Was brauche ich eigentlich für ein gutes Leben“ – für sie sind gemeinsame Erlebnisse mit anderen Menschen wichtiger als Besitz. Mit ihrem Freund zusammen organisiert sie regelmäßig kostenlose Workshops, sogenannte „Skill-Sharing-Seminare“, zu Themen wie Korbflechten, Wildkräuter sammeln, Fotografie. Dabei sprechen die beiden ausdrücklich auch Ältere an. Bei einem Wochenendseminar etwa waren die Teilnehmer zwischen 20 und 70, denn jeder sollte „eine Person mitbringen, die mindestens 25 Jahre älter oder jünger war.“ Begeistert erzählt Svea Blieffert von einem „ganz neuen Miteinander voller Wertschätzung. So entsteht ein gemeinsamer Lernprozess, wo niemand Profi sein muss. Ein freier Raum, in dem man Dinge, aber auch sich selbst neu ausprobieren kann.“

Voneinander lernen

Man muss es sich wohl vorstellen wie bei Occupy-Veranstaltungen, am Anfang eine Versammlung ohne Leitung, aber mit gemeinsamer Planung und am Ende das Abschlussplenum – „für viele war das ungewohnt, manchen auch zu chaotisch.“ Bei der Schlussrunde aber „haben viele gemerkt: So wollen wir eigentlich miteinander leben. Da sind Tränen geflossen. Damit hatten wir gar nicht gerechnet“, erzählt Svea Blieffert.

Vielleicht, weil diese Form des gemeinschaftlichen Teilens etwas anstößt, das seit Urzeiten zum Menschsein gehört. Wir sind soziale Wesen, die voneinander lernen und sich mitteilen müssen.

Was man mit Teilen alles erreichen kann, zeigt das Engagement von Raphael Fellmer. Er hat vor einem Jahr die Webseite Foodsharing gegründet, weil er Lebensmittelverschwendung verabscheut. Also: Die 10 Kilo Apfelquitten aus dem Garten, die man nicht verarbeiten kann, die fünf Päckchen laktosefreie Milch kurz vorm Ablaufdatum oder was sonst weg muss, aber eigentlich nicht auf den Müll gehört, wird hier angeboten und kann abgeholt werden. Es fing damit an, dass Raphael nachts Lebensmittel aus den Abfalltonnen der Bio-Läden gerettet und mit Nachbarn geteilt hat – heute teilen 30 000 Nutzer ihre Lebensmittel, auch in Österreich und in der Schweiz läuft die Plattform. 40 000 Facebookfans finden das gut und ein europaweiter Ausbau des Netzwerks ist geplant. Nebenbei rettet er noch immer Lebensmittel vor der Tonne, doch auch das ist mittlerweile gut organisiert. Über die Website lebensmittelretten.de hat er 1500 Gleichgesinnte vernetzt, die jetzt in über 200 Bio-Märkten, Reformhäusern, Cafés oder Bäckereien abholen, was sonst im Abfall landen würde – und es an Bedürftige weitergeben.

Geldlos glücklich

Teilen ist Raphael Fellmers Lebensprinzip, er gehört zu den kompromisslosesten Sharing-Vertretern. Das Engagement des 30-Jährigen ist immer unentgeltlich, denn er lebt zusammen mit Frau und Kind seit einigen Jahren im Geld- und Konsumstreik. Der umtriebige Mann hat schon lange kein Konto mehr, er ist „geldlos glücklich“. Warum? „Ich konnte nicht so weitermachen. Fair-Trade und Bio sind ja super, aber so lange in Deutschland noch 20 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeschmissen werden, kann ich nicht einfach neue kaufen.“ Nach dem Studium in Den Haag hat er mit Freunden ein Experiment gewagt: per Anhalter von Holland nach Mexiko – geldlos. Und es hat funktioniert. Gerade hat er ein Buch darüber geschrieben (Glücklich ohne Geld!) und mit dem Verlag ausgehandelt, dass von der Gesamtauflage 2000 Stück kostenlos verteilt werden, und der Gewinn in ökologische Projekte des Verlags investiert werden soll. Honorar will er nicht. Nach der Reise hat er beschlossen, weiter geldfrei zu leben, weil „wir alle an den Problemen der Welt beteiligt sind.“ Außerdem will er zeigen, wie Gegensteuern geht: „Auf bestehende Ressourcen zurückgreifen, sich mehr regional, pflanzlich, saisonal, bio und fair zu versorgen. Und bei jedem Konsum schauen: Kann ich das vielleicht leihen oder gebraucht bekommen? Oder reicht mir, was ich habe? Also ganz nach Gandhi: Der Wandel fängt bei einem selber an.“

Kartoffeln und mehr– das Acker-Netz

In München ist aus einer ähnlichen Grundhaltung heraus im Herbst 2012 die Bio-Gemüse-Genossenschaft „Kartoffelkombinat“ entstanden. Die beteiligten rund 400 Haushalte haben ein besonderes Sharing-Modell, es geht nicht um Bohrmaschinen, sondern um den Erhalt eines lokalen Milieus. Als Genossen teilen sie sich die Gesamtjahreskosten einer Bio-Gärtnerei und erhalten im Gegenzug jede Woche eine Kiste mit regionalem und saisonalem Bio-Gemüse. Eine echte Herausforderung ist das. Vor allem für Einsteiger. Mitgründer Daniel Überall erklärt, warum er seine Zeit in das Projekt steckt: „Ich war vorher in der Werbebranche und habe oft gegen meine Überzeugungen agieren müssen. Seitdem wir diese Plattform gegründet haben, sind Berufs- und Privatleben wieder stimmig.“

Dass der Sharing-Boom kein kurz-fristiger Hype ist, merkt man an den immer noch steigenden Nutzerzahlen. Es wird geteilt, was das Zeug hält – und zwar mit wildfremden Menschen in einer anderen Stadt ebenso wie von Tür zu Tür. Man muss sich zwar bei jeder Seite registrieren und eine Art virtuelle Visitenkarte anlegen, doch die Betreiber setzen auf nutzerfreundliche, selbsterklärende Bedienungsabläufe. Mit ein klein bisschen Übung kapiert man das schon. Beispiel Kleiderkreisel: Wer überzählige Klamotten im Schrank hat, fotografiert sie möglichst gut, lädt das Bild hoch und legt den Preis fest. Es gibt sogar Seiten, wo man seine Sachen hinschicken kann und die Verantwortlichen der Seite übernehmen den Rest. Wer etwas cooles findet, schreibt den Anbieter an. Dann findet der Transfer statt und als Abschluss folgt immer eine Bewertung: supergut gelaufen? Dann gibt’s Pluspunkte.

Vertrauen ist die Basis von Ko-Konsum

Die Kehrseite der Medaille ist natürlich eine gewisse Internet-Präsenz. Wer ein Privatzimmer haben will, sollte sich auf der entsprechenden Plattform unter seinem echten Namen und Foto anmelden, sonst gibt es womöglich keine Antwort. Seine Telefonnummer sollte man allerdings nicht im Netz hinterlassen. Doch die 2012 veröffentlichte Studie der Leuphana Universität fand im Auftrag von airbnb (Plattform zur Vermittlung von Privatunterkünften) heraus, dass knapp 100 Prozent der Menschen zufrieden mit der Abwicklung waren. Dass das Vorschussvertrauen nicht enttäuscht wird, hat schon manchem den Glauben in die Menschheit zurückgegeben. Jeder Beteiligte versucht schließlich, einen möglichst guten Ruf im Netz zu haben. Vertrauenswürdigkeit ist die Währung im Netz. Dennoch: Jeder muss selbst die rote Linie finden, die zeigt: Jetzt ist genug konsumiert. Der Nachhaltigkeitsexperte Niko Paech sagt dazu: „Es gibt keine nachhaltigen Produkte, nur nachhaltige Lebensstile.“

Kreativität vor Besitz

Bringt Ko-Konsum eine neue Konsumkultur? Die 2012 veröffentlichte Studie „Sharing Economy“ zeigt, dass wir tatsächlich auf dem Weg sind: Zwar ist besitzorientierter, individueller Konsum noch immer die Norm, doch über die Hälfte der Deutschen hat bereits Erfahrung mit Teilen, Tauschen oder Leihen gemacht, darunter vor allem die 30- bis 39-Jährigen. Weitere Erkenntnisse der Studie, die die Lüneburger Leuphana Universität im Auftrag des Vermittlers für Privatunterkünfte Airbnb erstellte: Fast ein Viertel der Teilnehmer praktizieren alternative Besitz- und Konsumformen. Außerdem sind für die Befragten Kreativität und abwechslungsreiches Leben wichtiger als Besitzstreben.

Versicherer tun sich noch schwer

Mal eben meinen Bohrer ausleihen, meinen Gepäckträger oder mein Fahrrad … Unter Freunden kein Problem – gegenüber Fremden jedoch wäre bei allem Vertrauen eine Absicherung nicht schlecht. Falls eben doch mal was kaputt geht. Auf wechselnde Besitzer wie beim Ko-Konsum sind Versicherer allerdings bislang überhaupt nicht eingestellt – hier sieht Daniel Bartel von Ko-Konsum eine Lücke für einen neuen, flexiblen Versicherungszweig.

Sharing-Typen

Die Selbstlosen
teilen, weil sie hilfsbereit sind, vernetzt, überlegt, verlässlich – und am liebsten via E-Mail.

Karrieretypen
nutzen Netzwerke wie Linked-In und verbreiten bewusst vor allem Inhalte, die sie und ihr Business voranbringen.

Individualisten
teilen, weil's zum jungen Lebensstil gehört, suchen ungewöhnliche, kreative Inhalte meist bei Facebook und Twitter.

Bumerangs
suchen Feedback, Anerkennung, Ermutigung.

Kontaktfreudige
teilen kreative Inhalte, sind beim Teilen entspannt, aber überlegt, stoßen Ideen an über E-Mail und Facebook.

Wählerische
teilen vorsichtig und überlegt. Sie wollen informieren – meist über E-Mail.

(Quelle: „Die Psychologie des Teilens“, Studie der New York Times 2011)

Bücher und Links

Fellmer, Raphael: Glücklich ohne Geld– Wie ich ohne einen Cent besser und ökologischer lebe. Redline Verlag, München 2014, 224 Seiten, 14,99 Euro

Botsman, Rachel; Rogers, Roo: What’s Mine is Yours – The Rise of Collaborative Consumption. Harpercollins UK (englisch) 2011, 280 Seiten, 12,95 Euro

Verschenken
freecycle.de – Gruppen in verschiedenen Städten foodsharing.de

Lebensmittel
mundraub.org Fundorte frei verfügbarer Früchte in der Kulturlandschaft

givebox.eu Facebookgruppen nach Städten, die öffentlich zugängliche Geschenkhäuschen, Regale, Kisten betreuen

Leihen
frents.de; leihdirwas.de Gegenstände

drivy.de Autos

mitwohnen.org; zwischenmiete.de Wohnungen

Tauschen
netcycler.de, dietauschboerse.de; tauschen-ohne-geld.de Gegenstände

Mieten/Kaufen von privat an
privat
airbnb.de – Übernachtungen

kleiderkreisel.de – Kleidung

blablacar.de – Mitfahrgelegenheit

campinmygarden.com – Zelten in fremden Gärten, international

Zusammenmachen
Kartoffelkombinat.de; skillsharinglandwende.wordpress.com

Metaplattformen
Kokonsum.org – 300 Sharingseiten-Portraits nach Stichworten

OuiShare.net – europäisches Netzwerk der neuen Shareconomy (englisch/französisch)

Interview

„Es geht um Nutzen statt Besitzen“

Was fasziniert Sie am Sharing?

Die Motivation, die dahintersteckt. Ich gehöre zu einer Gruppe, die an der Uni Lüneburg einen Umsonstladen gestartet hat. Wir haben einen Raum gefunden, Regale reingestellt und dann konnten alle ihre Sachen bringen, die sie nicht mehr brauchen oder etwas mitnehmen. Es gibt keinen Ladendienst – es kann ja keiner etwas klauen. Ich nutze das selbst auch. Einmal habe ich dort ein schönes Halstuch gefunden und dann kam das von einer Mitbewohnerin meiner WG … Außerdem nutze ich das Online-Verschenk-Netzwerk Freecycle.

Ist das wirklich nachhaltiger Konsum?

Das war die Frage, die ich in meiner Bachelor-Arbeit beantworten wollte. Bei den Interviews mit Nutzern eines Hamburger Umsonstladens habe ich sehr unterschiedliche Motivationen gehört. Für manche war es finanzielle Notwendigkeit, andere wollten gemeinsam wirtschaften, weniger Ressourcen verbrauchen. Aber einige haben auf diese Weise einfach Geld eingespart, das sie dann anderswo wieder ausgegeben haben – etwa um in den Urlaub zu fliegen. So ist natürlich nichts gewonnen, man nennt das „Rebound-“ oder Bumerang-Effekt.

Was unterscheidet die Leute?

Das Bewusstsein für Fragen rund um globale Gerechtigkeit wie „Wenn jeder Mensch so viele Ressourcen verbrauchen würde wie ich, könnten wir dann alle auf dieser Erde leben?“ Nimmt man sich das zu Herzen, muss man nach anderen Lebens- und Wirtschaftsformen suchen.

Die Frage ist wahrscheinlich, ob genügend Leute das mittragen.

Ich glaube, dass sich da grundsätzlich etwas verändert. Für junge Menschen etwa ist der Besitz eines Autos nicht mehr so relevant. Da geht es um Nutzen statt Besitzen. Oder Trends wie Urban Gardening, Repair Cafés, Re-Skilling … Svea BlieffertIch sehe aber auch die Gefahr, dass darin mittlerweile ein großesKommerzialisierungspotenzial steckt. Dass junge Start-ups aus dem, was vorher Nachbarschaftshilfe war, ein Geschäftsmodell machen. Geht es nur noch um Dienstleistung, bleibt der Wertewandel auf der Strecke.

Svea Blieffert, 25, hat ihre Bachelor-Arbeit zur Nachhaltigkeit von Tauschen, Leihen und Schenken geschrieben und hält Skill-Sharing-Seminare.

Erschienen in Ausgabe 02/2014
Rubrik: Leben&Umwelt

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incl. 'http://'
Vanessa

Das Nachbarschaftsnetzwerk www.nebenan.de ist ebenfalls eine gute Alternative! Neben der Möglichkeit Beiträge, Veranstaltungen und Gruppen in der eigenen Nachbarschaft zu teilen, gibt es zudem auch die Funktion “Marktplatz”. Dort kann man reinstellen, wenn man etwas zu verschenken hat oder bspw. auf der Suche nach einer Bohrmaschine ist. Funktioniert in meiner Nachbarschaft super! :)

Henning
cooler artikel mit guten links und Inhalten
Monika Ruthe
Ihren Artikel habe ich sehr aufmerksam gelesen. Leider weisen Sie nicht auf die zahlreichen TauschBörsen hin, die es in jeder größeren Stadt gibt und die auch untereinander vernetzt sind. Nur als Link findet sich am Ende "tauschen-ohne-geld" und "tauschbörse" ohne weitere Erläuterungen. Diese Tauschringe sind auch für Menschen ohne Internet interessant, da sich die Mitglieder größtenteils untereinander kennen und nicht anonym übers Netz tauschen. Es werden dort nicht nur Gegenstände, sondern hauptsächlich Dienstleistungen geleistet bzw. nachgefragt. Beispielsweise besteht der Tauschring Witten seit 18 Jahren, hat über 200 aktive Mitglieder und bietet einmal im Monat ein offenes Treffen nebst einem aktuellen Anzeigenmagazin.
Juliana Klaus
Eine tolle Sache!An jedem Ort oder nächste Stadt sollte ein solcher Laden geben.
Doris
Ein schöner Artikel - und ich freue mich, dass auf FREECYCLE verwiesen worden ist. Die Freecycle Gruppen in ganz Deutschland bestehen teilweise schon seit 10 Jahren und sind eine einfache Möglichkeit, regional die Dinge abzugeben, die für andere noch wert-voll sind.



http://www.de.freecycle.org/?Wo%3F___Liste