Award für „Eine Welt“ - Schrot und Korn

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Award für „Eine Welt“

Genial und nachhaltig: Die Verdienste eines Insektenforschers für die Maisfelder afrikanischer Kleinbauern. // Sabine Kumm

Die Gewinner des Onw World Awards
Ein Scheck in Höhe von 25 000 Euro sowie die One-World-Award-Statue gingen an Rachel Agola und Dr. Hans Rudolf Herren.

Vor über 700 geladenen Gästen aus aller Welt wurden am 17. September 2010 in Legau die Preisträger des Internationalen One World Award (OWA) geehrt. Der von Rapunzel Naturkost ausgesetzte Preis wurde in diesem Jahr zum zweiten Mal verliehen. Die festliche Übergabe fand zum Auftakt des „Eine Welt“-Festivals statt, mit dem Rapunzel in diesem Jahr sein 35-jähriges Jubiläum feierte.

Push-Pull-Methode schützt Maisernte

Der Scheck in Höhe von 25 000 Euro und die OWA-Statue gingen an Dr. Hans Rudolf Herren und die Bio-Bäuerin Rachel Agola aus Kenia. Der Insektenforscher, Landwirtschafts- und Entwicklungsexperte ist Mitautor des Weltagrarberichtes von 2008 und gilt als Pionier der biologischen Schädlingsbekämpfung. In den 80er-Jahren gelang es ihm, das Grundnahrungsmittel Maniok durch Schlupfwespen vor Schädlingsbefall zu bewahren und so geschätzte 20 Millionen Afrikaner vor dem Hungertod zu retten. 1995 wurde er dafür mit dem World Food Prize ausgezeichnet. Mithilfe des Preisgeldes gründete er 1998 in der Schweiz die Stiftung Biovision, um die Situation der Menschen in Afrika nachhaltig zu verbessern.

Neben der Malariaprophylaxe und einem Info-Netzwerk für Kleinbauern gehört die Push-Pull-Methode zur Bekämpfung des Mais-Schädlings Stängelbohrer zur Arbeit der Stiftung. Die Methode beruht auf natürlichen Mechanismen: Zwischen den Mais wird Desmodium gepflanzt, eine Leguminose, deren Geruch die eierlegenden Stängelbohrer-Motten vertreibt („Push“). Um die Motten vom Mais wegzulocken, wird Napiergras rund um die Felder gepflanzt, dessen Geruch sie anzieht („Pull“). Zusatznutzen: Das Gras lässt sich als Viehfutter verkaufen. Außerdem verdrängt Desmodium das Unkraut Striga, das die Wurzeln der Maispflanzen schwächt, und ist in der Lage, Stickstoff organisch zu binden, der dem Mais als natürlicher Dünger zugutekommt und die Bodenfruchtbarkeit verbessert.

Selbsthilfegruppe vor Ort

Um den Kleinbauern dieses Zusammenspiel zu vermitteln, fördert Biovision Selbsthilfegruppen vor Ort. Hier kommt die Bio-Bäuerin Rachel Agola ins Spiel, die in ihrem Dorf für eine solche verantwortlich ist. „Seit ich die ‚Push-Pull‘-Methode anwende, sind die Erträge auf meinem Feld drei- bis viermal so hoch“, erzählt sie und berichtet, dass ihr arbeitsloser Mann inzwischen zu Hause mithilft. Über 24 000 kenianische Bauern arbeiten inzwischen mit der Methode. „Der Preis ehrt uns“, kommentiert Hans Rudolf Herren die Verleihung. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, eine Welt zu schaffen, die auch für zukünftige Generationen eine lebenswerte ist.“

One World VIP Award

Erstmals wurde der One World „VIP“ Award für „Very Impacting People“ an Friedensnobelpreisträgerin Prof. Wangari Matu Maathai aus Kenia verliehen. Den „One World Lifetime Archievement Award“ erhielt Bhaskar H. Save für seine Rolle als Botschafter des Öko-Landbaus in Indien.

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