Vertrauen braucht Zeit - Schrot und Korn

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Vertrauen braucht Zeit

Als Liz Augustat 1996 erstmals nach China reiste, „prallten Welten aufeinander“. Die Leiterin des Asiengeschäfts beim Münchner Bioimporteur Naturkost Ernst Weber GmbH suchte damals einen Lieferanten für Bio-Erdnüsse. Sie fand ihn im hintersten Winkel Chinas: „Drei Flüge, eine Fahrt mit dem Nachtzug und fünf Stunden mit dem Auto über Pisten.“ Schwieriger als die Reise war das Verstehen der Kultur. „Der entscheidende Punkt ist: Chinesen haben offiziell keine Probleme. Da passt immer alles und man erlebt dann Überraschungen, wenn die Ware in Deutschland ankommt.

Augustat
Liz Augustat: „Wir hatten bei unseren Bohnen in zehn Jahren keinen Rückstandsfund.“

Der Durchbruch ist geschafft, wenn der Partner von sich aus anruft und sagt: Wir haben da ein Problem, könnt ihr uns helfen?“ So weit ist Liz Augustat inzwischen mit den meisten ihrer 15 Projekte in China. Es dauerte lange, das dafür nötige Vertrauen aufzubauen. Doch die Inves-tition lohnt sich: „Wir hatten bei unseren Bohnen in zehn Jahren keinen Rückstandsfund und keine Verunreinigung mit gentechnisch veränderten Organismen.“

Für China gilt bei der Firma ein strenges Regelwerk: „Wir kaufen nicht auf dem Spotmarkt, sondern nur aus Projekten, die wir gut kennen, oder von Partnern, deren Hintergrund wir intensiv recherchiert haben.“ Zusätzlich geht vor dem Kauf immer eine Probe ins deutsche Labor. Nach der Ankunft im Hafen wird jedes Lot nochmals analysiert. „Importeure, die nichts ins Labor schicken, nie vor Ort sind und sich um nichts kümmern, tragen eine gehörige Mitschuld am schlechten Image Chinas“, so Augustat.

Erschienen in Ausgabe 11/2008
Rubrik: Leben&Umwelt

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