Umfrage zu Pestiziden im Essen - Schrot und Korn

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Umfrage zu Pestiziden im Essen

Verbraucher einig, Politiker ignorant

Nur zwei Prozent der Bundesbürger se-hen Pestizidrückstände in Obst und Gemüse als kein Problem an. 71 Prozent von mehr als 1000 Interviewten wollen hingegen, dass Obst und Gemüse gänzlich frei von Pestizidrückständen sind.

Weitere 22 Prozent wünschen sich, dass die Frischware zumindest keine Pestizidrückstände über den erlaubten Grenzwerten enthält. Die repräsentativ angelegte Umfrage wurde durch die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag der Umweltschutzorganisation Greenpeace durchgeführt.

Greenpeace hatte Ende des Jahres 2006 herausgefunden, dass in Supermärkten 84 Prozent der untersuchten Ware aus konventionellem Anbau mit giftigen Pestiziden belastet waren. In zwölf Prozent der 576 getesteten Obst- und Gemüseproben wurden sogar die gesetzlichen Pestizidgrenzwerte erreicht oder überschritten.

„Nur wenn weniger gespritzt wird, gibt es auch weniger Gift im Essen“, erklärt ein Sprecher der Umweltorganisation. Statt dieser an sich einfach zu verstehenden Logik zu folgen, plant Agrarminister Horst Seehofer (CSU) das glatte Gegenteil“, kritisiert der Greenpeace-Pestizid-Experte Manfred Krautter.

Nach Plänen des Landwirtschaftsministeriums solle das erst Ende 2004 verabschiedete bundesweite „Reduktionsprogramm Chemischer Pflanzenschutz“ geändert werden. Sei bisher eine bescheidene Reduktion des Pestizideinsatzes um 15 Prozent in zehn Jahren geplant gewesen, solle es zukünftig gar kein konkretes Reduktionsziel mehr geben.

Greenpeace fordert von Bund und Ländern, durch bessere Kontrollen die Grenzwertüberschreitungen bei allen Obst- und Gemüsearten kurzfristig zu unterbinden und den Pestizideinsatz in Deutschland in spätestens fünf Jahren um 50 Prozent zu reduzieren.

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