Interview - Schrot und Korn

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Interview

Trotz alledem: Ich bin gerne Bauer

Christian Weisath hat im letzten Jahr den Naturland-Hof seiner Eltern in Oberfranken übernommen. Er bewirtschaftet 58 Hektar Nutzfläche, 25 Hektar Wald, betreibt eine Werkstatt und bietet Ferien auf dem Bauernhof.

? Rund 80 Hektar Land, Werkstatt, Feriengäste. Klingt nach sehr viel Arbeit.

! Ich hoffe ja, dass die 42-Stunden-Woche, die gerade diskutiert wird, auch mal für uns gilt. Aber was der Hof alleine abwirft, reicht für zwei Familien nicht, also für uns und meine Eltern. Schließlich will man sich ja auch mal was leisten.

? Sie hätten ja in die Stadt arbeiten gehen können.

! Christian Weisath: Was wäre dann aus dem Hof geworden? Der ist seit über 300 Jahren in Familienbesitz. Verpachten? Wenn ein Betrieb da ist, soll er auch weitergeführt werden. Ich bin ja gern Bauer. Ich mag den Umgang mit der Natur, mit den Viechern. Es macht Freude, wenn du gesunde Lebensmittel erzeugst, wenn du selber weißt, was du da isst. In Zukunft möchte ich noch mehr mit regenerativen Energien machen. Energiepflanzen anbauen, Holz vergasen.

! Monika Weisath: Wenn du in der Landwirtschaft aufgewachsen bist, hast du einen anderen Bezug. Du siehst, wie im Frühjahr das Gras sprießt, die Blumen kommen, wie alles wächst. Da entsteht eine tiefe Verbundenheit, die vieles aufwiegt, die Arbeit, den fehlenden Urlaub. Und für unsere Kinder ist es hier das Paradies.

? Sie bauen viel Getreide an. Haben Sie Angst vor Konkurrenz aus den neuen EU-Ländern?

! Diese Konkurrenz wird kommen. Ganz klar. Aber so lang wir Abnehmer haben wie die Mayer-Mühle, die auf regionales Getreide setzt, mache ich mir wenig Sorgen. Wichtig ist, dass die Verbraucher auch bereit sind, für solche Produkte zu zahlen, und nicht immer nur nach dem Billigsten greifen. Wenn die Verbraucher nicht mitmachen, dann können wir aufhören.

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