Holzfußböden - Schrot und Korn

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Holzfußböden

Hart, aber offen

Wohnen in Holz – das ist auch eine Frage des Fußbodens. Ein Fachmann erklärt die Vorteile atmender Flächen. // Leo Frühschütz

„Lassen sie die Oberfläche offenporig. Das Holz muss seine positiven Eigenschaften ausspielen können.“ Horst Kliebe sagt das sehr eindringlich. „Eine lackierte, versiegelte Holzoberfläche ist tot. Die bringt fürs Raumklima gar nichts mehr.“ Von möglichen gesundheitsschädlichen Emissionen bei Verarbeitung und Nutzung gar nicht erst zu reden.

Horst Kliebe ist Vorstand der ÖkoPlus AG, einem Zusammenschluss von Fachhändlern für ökologisches Bauen und Wohnen. Bei den ÖkoPlus-Händlern gibt es Holz nur unbehandelt oder, zum Beispiel bei Parkett und Dielen, geölt oder gewachst. Die natürlichen Harze und Öle ziehen in die obere Holzschicht ein. Anschließend bildet das Wachs auf dem Holz eine harte und wasserabweisende aber luftdurchlässige Schutzschicht.

Bekommt das Holz dennoch einen Kratzer, zum Beispiel beim Möbelrücken, kann die schadhafte Stelle – anders als bei lackierten Böden – ausgebessert werden: durch Anschleifen und neu Einölen. „Ein solcher Holzboden ist genauso pflegeleicht wie ein lackierter Boden“, widerspricht Kliebe einem gängigen Vorurteil. Regelmäßiges feuchtes Wischen mit Reinigungs- und Pflegemitteln genüge. Die rückfettenden Substanzen in diesen Produkten verstärken bei jeder Reinigung die Schutzschicht.

Nicht die Härte allein entscheidet

Ahorn oder Fichte? Grobe Dielen oder Fischgräten-Parkett? „Das ist eine Frage der Mentalität, des Stils, der Einrichtung der Wohnung, aber auch des Preises“, sagt Horst Kliebe. „In ein modern eingerichtetes Stadthaus passt Ahorn. Wer es rustikal liebt, greift zur Eiche. Fichte ist preisgünstiger.“ Natürlich sind Ahorn und Eiche härter als Fichte. Aber für Kliebe ist das nicht das entscheidende Kriterium. „Nehmen sie zum Beispiel eine alte Wirtsstube in den Bergen, da liegt seit 100 Jahren ein Nadelholzboden drin, immer noch voll funktionsfähig und mit wunderbarer Patina.“

Nur bei Buche rät er zur Vorsicht, auch wenn es derzeit im Trend liegt. „Das Holz hat einen höheren Quellfaktor und ist deshalb unruhiger. Das Verlegen erfordert viel Fachkenntnis.“

Ein überlegenswerter Punkt ist die Herkunft des Holzes. Die Produktion in ökologischer Forstwirtschaft wird durch das FSC-Logo (Forest Stewardship Council) garantiert. Aber wie sieht es mit dem Transport aus? Kliebe meint: „Im Zweifelsfall ist mir ein Holz aus einem heimischen Wald lieber als eines mit FSC-Siegel, das Tausende von Kilometern gereist ist.“

Vom Fachmann

Rund 50 Fachhändler für ökologische Baustoffe gehören zur ÖkoPlus AG. Im Internet bieten sie unter www.oekoplus.de eine Produkt-Datenbank, Hintergrundinformationen und die Adressen der einzelnen Händler an.

Kontakt: ÖkoPlus AG, Kasseler Straße 1A, 60486 Frankfurt, Telefon 069/ 70793013, Fax 70793016,

E-Mail info@oekoplus.de.

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