Vier Beispiele - Schrot und Korn

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Vier Beispiele

Nichts ist unmöglich

Holz ist ein sehr vielseitiger Werkstoff. Daraus lassen sich sehr unterschiedliche Häuser für sehr verschiedene Bedürfnisse bauen. // Leo Frühschütz

Klein, aber oho!

Renate und Norbert Becker wollten ein Haus mit genug Platz für zwei Erwachsene, zwei Kinder und einen großen Konzertflügel. Denn die Beckers arbeiten als Musiklehrer im nordhessischen Kreis Eschwege. Die Familie wollte kostengünstig bauen, aber den Grundriss nach ihren Bedürfnissen gestalten. Entstanden ist dabei in Zusammenarbeit mit einem örtlichen Ingenieurbüro ein fast quadratisches Drei-Liter-Haus ohne Keller und mit einem großen nach Süden ausgerichteten Wohnzimmer, das auch dem Flügel Platz bietet. Küche und Haustechnik sind ebenfalls im Erdgeschoss untergebracht, während unter dem Dach alle Schlafräume und ein Bad Platz fanden. Alles zusammen 102 Quadratmeter Wohnfläche.

Kontakt: WFS Ingenieurgesellschaft, Calden, Telefon 05674/ 7000-0, www.wfs-ing.de.

Aus der Region

Im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn haben sich drei Waldbauernvereinigungen, drei Sägewerke und zehn Zimmereien zusammengetan und – gefördert mit EU-Mitteln – das Rottaler Holzhaus entwickelt. Das Massivholz stammt ausschließlich aus Wäldern im Landkreis. Der Bauherr kann sich die Bäume selbst aussuchen, auf Wunsch wird das Holz sogar nach der Mondphase geschlagen. Die Häuser werden nach einheitlichen technischen Kriterien individuell geplant. Auch die meisten anderen Dienstleistungen rund um den Bau kommen aus der Region. Die Energieversorgung übernehmen in den meisten Fällen Holzöfen und Sonnenkollektoren. An die 200 solcher Holzhäuser sind seit Projektbeginn 1996 im Landkreis entstanden. Der regionale Holzabsatz stieg um gut ein Drittel an, 70 neue Arbeitsplätze entstanden.

Kontakt: ARGE Rottaler Holzhaus, Telefon 08561/ 97090, www.rottal-inn.de (unter „Projekte“).

Offen und modern

Das moderne Holzhaus in Hagen hat beim Wettbewerb um den Deutschen Holzbaupreis 2003 eine lobende Erwähnung bekommen. Der Architekt Raoul Zamel hat es für sich und seine Familie entworfen. „Klar war anfangs nur, dass wir offener wohnen wollten“, beschreibt er die Ausgangsidee. Da das Gelände durch alte Bäume uneinsehbar ist, konnte Zamel seinen Wunsch nach großen Glasflächen verwirklichen. Die Fenster stehen im Kontrast zu Flächen, die mit Roter Zeder verkleidet sind. Unbehandeltes Holz, dass sich langsam silbrig färbt. Offen ist das Haus auch im Inneren. Nur einzelne Wandscheiben teilen den Raum in Zonen. Auf Türen hat der Architekt im gesamten Erdgeschoss verzichtet und verlieh dem Haus dadurch zusätzliche Weite.

Kontakt: Zamel Krug Architekten, Telefon 02331/ 71007, www.zamel-krug-architekten.com.

Besonders sparsam

Von außen sieht man dem Haus in Eckernförde nicht an, dass es das erste zertifizierte Passivhaus in Schleswig-Holstein war. Großflächige Verglasung nach Süden, winzige Fensteröffnungen nach Norden, 40 Zentimeter dicke Dämmung an Wänden und Dach, im Norden wurde die Fassade des Holzständer-Hauses als Wetterschutz und wegen lokaler Bauvorschriften zusätzlich mit Ziegeln verkleidet. Dazu kam eine kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung und Erdwärmetauscher. Das alles drückte den Heizenergiebedarf auf 13 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Dazu kamen noch Öko-Extras: Regenwassernutzung, Sonnen-Kollektoren und 30 Quadratmeter Solarmodule auf dem Süddach, während auf dem Norddach Gras wächst.

Kontakt: Stefan Rimpf, Telefon

04351/ 7172-0, www.rimpf.de.

Erschienen in Ausgabe 06/2004
Rubrik: Leben&Umwelt

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