Fair-Aktionswoche im September - Schrot und Korn

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Fair-Aktionswoche im September

Fair? Logo!

An ihren Zeichen sollt ihr sie erkennen. Wir stellen die Logos vor, die im Naturkosthandel auf fair gehandelte Produkte hinweisen. // Manfred Loosen

VOR 28 JAHREN hat die Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt (gepa) begonnen, den fairen Handel mit Kleinbauern und Genossenschaften zu etablieren. Obwohl die Anbauweise anfangs nicht im Mittelpunkt stand, stammen heute 60 Prozent der gepa-Lebensmittel aus biologischer Land-wirtschaft. Die meisten tragen das TransFair-Siegel. Der Verein TransFair zeichnet damit Waren aus, die unter anderem folgende Bedingungen erfüllen: Mindestpreise, die über dem Weltmarkt liegen, Sozialaufschläge, direkter Kauf bei den Erzeugern, langfristige Lieferbeziehungen.

Lebensbaum hat sich dem TransFair-Konzept angeschlossen und realisiert darüber hinaus ein eigenes partnerschaftliches Handelskonzept für den gesamten Produktbereich von Tee, Kaffee und Gewürzen. Die Rohwaren werden direkt bei den Erzeugern mit langfristigen Abnahmegarantien und fairen Preisen eingekauft. Zur Zeit baut der Bio-Hersteller ein neuartiges Lieferantenbewertungssystem auf, mit dem unter anderem die sozialen und ökologischen Aktivitäten der Erzeuger erfasst und jährlich kontrolliert werden.

Ein Konzept mit eigenem Logo des fairen Handels verfolgt Rapunzel: Der Markenartikler aus dem Allgäu kauft in den Ländern des Südens nur ökologische Produkte ein; ohne Zwischenhändler und mit langfristigen Lieferbeziehungen. Folgende Produkte tragen das Hand-in-Hand-Logo: Kaffee, Schokolade, Zucker, Kokos- und Kakaoprodukte sowie Quinoa und Paranusskerne. Von diesen Umsätzen geht ein Teil an einen Fonds, der die Sozial- und Infrastruktur vor Ort fördert. Dieser Finanztopf wird von einer unabhängigen Umweltstiftung verwaltet. Auch andere Bio-Anbieter beziehen viele ihrer Rohstoffe von Rapunzel, in diesem Fall tragen die fair gehandelten Produkte jedoch kein Hand-in-Hand-Logo.

Der BanaFair-Verein vermarktet nur ein Produkt: Bananen. Kriterien sind unter anderem „die Anwendung sozialer und ökologischer Mindeststandards in der Produktion“ und ein „Mehrpreis zur Finanzierung sozialer und politischer Projekte“. BanaFair-Früchte gibt es mittlerweile in rund 450 Naturkostläden, mit Schwerpunkt in Baden-Württemberg. Neben der Frischware bri ngt BanaFair auch getrocknete Produkte in den Handel. Alle Früchte sind fair gehandelt und stammen von der Kleinbauernorganisation UROCAL in Ecuador. Sie werden nach den Naturland-Richtlinien angebaut.

Ein weiteres Zeichen: eco&fair. Der Verein mit diesem Namen wurde 1997 von einer Gruppe mehrerer Bio-Tee-Importeure und -händler gegründet. Ziel war es, Öko-Anbau und fairen Handel zu verbinden. Mit dem Siegel-System wurde der Mehrpreis für den Tee von den Händlern eingenommen und an den Verein abgeführt. Leider gelang es nicht, weitere Mitglieder zu gewinnen. Die Firma Heuschrecke war und blieb mehr oder weniger der größte Lizenznehmer. Für eine breite Öffentlichkeitskampagne fehlten die personellen und finanziellen Mittel. Zurzeit ist die Zukunft des Vereins und des Zeichens ungewiss.

Allgemein gilt: Auch dann, wenn sich kein Label auf den Produkten findet, kann der Verbraucher davon ausgehen, dass der Naturkosthandel sozialen Kriterien Rechnung trägt (siehe dazu den Artikel auf Seite 30-31). Wer mit der Natur im Einklang leben will, darf den Menschen nicht ausbeuten.

Kampagne für „saubere“ Kleider
Etwa zwei Drittel der Kleider, die über deutsche Ladentische gehen, werden vor allem von Frauen in Mittelamerika, Asien und Osteuropa genäht. Dort gibt es oft Gewerkschaftsverbot, Zwang zu Überstunden und Löhne, die den Grundbedarf nicht decken. Die bundesweite Kampagne für saubere Kleidung (Clean Clothes Campaign) macht gegen diese Zustände mobil. Sie ist getragen von vielen Organisationen aus dem gewerkschaftlichen, kirchlichen und entwicklungspolitischen Umfeld. Weitere Infos: Kampagne für Saubere Kleidung, Hans-Böckler-Straße 39, 40476 Düsseldorf, Telefon 0211/ 4301317, www.ci-romero.de.
Teppiche ohne Kinderarbeit
Gegen illegale Kinderarbeit in der Teppichindustrie kämpft die Organisation Rugmark. Die internationale Initiative wurde 1995 gemeinsam von indischen Nichtregierungsorganisationen, deutschen und internationalen Hilfswerken und der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit initiiert. Ziel ist die Bekämpfung der illegalen Kinderarbeit in Indien, Nepal und Pakistan. Dort werden derzeit die Strukturen für die Kontrolle der Produktion und die Organisation von Sozialprogrammen aufgebaut. Rugmark wird von Brot für die Welt, Misereor, Unicef und terre des hommes unterstützt. Rugmark, Remigiusstr. 21, 50937 Köln, Telefon 0221/ 9420400, E-Mail rugmark@transfair.org
Fair play: Fußbälle zu gerechten Preisen
80 Prozent der Weltproduktion an Fußbällen stammt aus der pakistanischen Stadt Sialkot. 40 Millionen Bälle wurden dort allein anlässlich der letzten Fußball-WM von Hand genäht, es braucht 690 Nadelstiche, um die 32 Waben aus Kunstleder zu einem widerstandsfähigen Ball zu machen. Oft schuften dabei auch Kinder. Anders bei fair gehandelten Bällen: Für sie bekommen die Hersteller einen besseren Preis, so dass sie die Näher besser bezahlen. Das Mehreinkommen ermöglicht es den Familien unter anderem, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Die Fairen Fußbälle gibt’s zum Beispiel im gepa-Internet-Shop (www.gepa3.de) für 13 bis 59 Euro.

Fair-Aktionswoche im September

Vom 22. bis 28. September findet bundesweit die „Faire Woche“ statt. Mit mehreren hundert Infoveranstaltungen, Aktionen, Diskussion, Musik und Shows. Die Woche wird organisiert von Läden, Kirchengemeinden, Verbraucherverbänden und Kommunen. Alle Termine und weitere Infos: www.fairewoche.de.

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