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Welches Yoga passt zu mir?

Ihr möchtet gerne mit Yoga beginnen und wisst nicht, welcher Stil für euch der richtige wäre? Wir stellen die Wichtigsten vor.

11.04.2020 vonBritta Rohr

Yoga ist ein Erfahrungsweg, den jeder auf seine Weise geht. Um den passenden Stil für sich zu finden, sollte man sich Zeit nehmen und unterschiedliche Kurse anschauen. So sollte etwa die Anfangszeit des Yogakurses gut überlegt sein. Stellt sicher, dass ihr euch nicht abhetzen müsst und höret auf euer Bauchgefühl. Die Lehrkraft sollte nicht zuletzt eine fundierte Ausbildung haben, etwa nach den Richtlinien des Berufsverbandes der Yogalehrenden in Deutschland (BDY). Und sollte euch etwas nicht zusagen – scheut euch nicht, auch mal den Lehrer zu wechseln.

1. Hatha Yoga

Hatha Yoga ist eine Bezeichnung, unter der die meisten Kurse angeboten werden. Es ist ein Oberbegriff für all diejenigen Yogatraditionen, die sich von der rein spirituellen Auseinandersetzung mit Yoga (zum Beispiel Bhakti Yoga) abgrenzen. Neben den Körperübungen – den Asanas – gehören auch Atemübungen und Meditationseinheiten zu den klassischen Hatha Yoga-Kursen. Sie sind eher sanft und umfassen das gesamte Spektrum des Yogas. Das Ziel dabei ist, die eigene Körperwahrnehmung zu verbessern, den Geist zu beruhigen und die Atmung zu vertiefen. Die Anforderungen an die Teilnehmer variieren je nach Kurs.

2. Jivamukti Yoga

Jivamukti Yoga ist ein Stil, der in den 1980er-Jahren in Amerika entstanden und auch hierzulande mittlerweile ein Trend geworden ist. Der Genuss der Übungen soll im Vordergrund stehen. Deshalb wird hierbei viel mit Musik, Licht und Atmosphäre gearbeitet. Ein wichtiges Merkmal ist die nahezu tänzerische Ausübung der Asanas sowie die Kombination von Elementen der verschiedensten Yogastile. Jivamukti Yoga richtet sich besonders an fitnessorientierte Menschen, die beweglich sind und ein forderndes, erlebnisreiches Yoga auch mit spirituellen Elementen und viel Abwechslung wünschen.

3. Viniyoga

Viniyoga ist eine sanfte Form des Hatha Yogas. Es passt sich gut an Fitness, Tagesform und Verfassung der Übenden an und ist somit auch für Anfänger oder weniger bewegliche Menschen geeignet. Beim Viniyoga werden fließende Bewegungen in Verbindung mit der Atmung geübt. Bei körperlichen Einschränkungen, etwa in den Knien und im Rücken, werden meist Ausweichübungen angeboten und es stehen Hilfsmittel zur Verfügung. Die Wiederholungen der Bewegungsabläufe und das Verlängern des Atems können meditativ wirken.

4. Power Yoga

Power Yoga ist, wie der Name es schon vermuten lässt, ein sehr fordernder Yogastil. Kurse dieser Yogarichtung werden oft in Fitnessstudios angeboten und richten sich an Menschen mit Ausdauer, die kraftvolle Übungen und Herausforderung in Form von intensiver Dehnung suchen.

5. Kundalini Yoga

Kundalini Yoga wird nicht dem Hatha Yoga zugerechnet, da es einen eigenständigen spirituellen Weg darstellt. Hier wird viel mit der Wiederholung von Übungsabfolgen in Kombination mit dem Feueratem geübt, einer schnellen stoßweisen Atmung durch die Nase. Es werden Mantras, Verse aus traditionellen Schriften, rezitiert und Übungen durch Musik begleitet. Im Kundalini Yoga gibt es leichte Übungen. Die anspruchsvolle Atmung macht es aber zu einem durchaus kraftvollen Übungsweg, bei dem es um das Erfahren und Überwinden der eigenen Grenzen geht – das fordert Körper und Geist. Wer also keine Grenzerfahrungen sucht, wird mit anderen Stilen wohl glücklicher.

6. Vinyasa Yoga

Vinyasa Yoga arbeitet ähnlich wie Viniyoga mit fließenden Bewegungsabläufen im Atemrhythmus. Sie beinhalten auch die klassischen Sonnengrüße und richten sich eher an bewegliche Menschen, die gerne im „Flow“ praktizieren. Anders als bei statischen Yogastilen werden die Asanas bei Viniyoga und Vinyasa Yoga nur selten für mehrere Atemzüge gehalten. Das dynamische Praktizieren soll verhindern, dass es aufgrund von falsch eingenommenen Haltungen zu Verspannungen kommt. Mit jedem Atemzug kann eine Haltung wieder neu eingenommen und so auch der Geist von unnötigem Ballast befreit werden.

7. Ashtanga Yoga

Ashtanga Yoga ist genau richtig für sehr bewegliche, kraftvolle und aktive Menschen, die auch gerne mal ihren Kreislauf ankurbeln und ins Schwitzen geraten. Hier wird eine feste Abfolge von Asanas, eine sogenannte Serie praktiziert. Jede einzelne Haltung wird für fünf tiefe Atemzüge gehalten. Da in jeder Stunde die gleiche Abfolge geübt wird, können die Teilnehmer schnell erkennen, ob sie „Fortschritte“ in Bezug auf die Dehnfähigkeit ihres Körpers und die Vertiefung ihres Atems in den Haltungen machen. Die fließenden Abläufe gehen nach einer gewissen Zeit in Fleisch und Blut über. So wird ein meditativer Zustand in der Bewegung möglich.

8. Sivananda Yoga

Sivananda Yoga ist eine Form des Hatha Yoga, benannt nach dem indischen Arzt Swami Sivananda. Hier erwartet die Praktizierenden eine relativ fest aufeinander abgestimmte Abfolge von Körper- und Atemübungen. Die Stunde beginnt meist mit Atemübungen und mehreren Sonnengrüßen. Die unterschiedlichen Asanas werden dann jeweils für eine längere Dauer gehalten, um ein tiefes Erspüren zu ermöglichen. Auch der Kopf- und Schulterstand gehören zur Standard-Sivananda-Reihe. Anfänger und Menschen mit Rückenbeschwerden oder Empfindlichkeiten in der Halswirbelsäule sollten gerade bei diesen Übungen sehr vorsichtig sein.

9. Hot Yoga

Hot Yoga, auch Bikram Yoga genannt, ist so richtig schweißtreibend. In einem auf knapp 40 Grad aufgeheizten Raum soll die Beweglichkeit und Dehnfähigkeit des Körpers gefördert und der Körper zur Entgiftung angeregt werden. Dabei werden jede Menge Kalorien verbrannt und das Herz-Kreislauf-System ordentlich angekurbelt.

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