Leben

Schlaf: Warum wir ihn brauchen

Warum wir schlafen mĂŒssen, was uns um den Schlaf bringt und was uns selig schlummern lĂ€sst: die wichtigsten Fakten ĂŒbers Schlafen.

Astrid Wahrenberg
Astrid Wahrenberg

Was passiert mit dem Körper, wenn wir schlafen?

Schlaf ist ein lebensnotwendiger Vorgang fĂŒr Körper und Geist. Er verlĂ€uft in Zyklen, in denen sich REM-Schlaf und Non-REM-Schlaf abwechseln. Die AbkĂŒrzung REM steht fĂŒr „rapid eye movement“ und ist durch schnelle Augenbewegungen gekennzeichnet. HĂ€ufig trĂ€umen wir in dieser Phase. Damit wir uns dabei nicht verletzen, ist die Muskulatur quasi abgeschaltet. Non-REM-Schlaf schenkt erholsamen Tiefschlaf. Das Herz schlĂ€gt langsamer, die Körpertemperatur sinkt. Die HirnanhangdrĂŒse schĂŒttet Wachstumshormone aus, die die Regeneration unterstĂŒtzen. Schlaf spielt auch eine wichtige Rolle bei der VerknĂŒpfung von Nervenzellen im Gehirn. Neu Gelerntes verfestigt sich, weniger Relevantes wird gelöscht. Die Forschung zeigt, dass im Schlaf schĂ€dliche Stoffwechselprodukte wie Eiweißreste aus dem Gehirn abtransportiert werden.

Wie viel Schlaf brauchen wir?

1/3 unseres Lebens verschlafen wir. Neugeborene schlafen in den ersten Lebensmonaten 18 Stunden am Tag. Erwachsene benötigen laut der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Schlafforschung und Schlafmedizin im Durchschnitt 7 bis 8 Stunden Schlaf, um erholt zu sein.

Warum bin ich morgens mĂŒde?

FrĂŒh ins Bett und morgens zeitig ohne Wecker hellwach – das ist typisch fĂŒr den Schlaftyp Lerche. Anders geht es da den Eulen. Sie sind bis in die Nacht hinein leistungsfĂ€hig und kommen in der FrĂŒh schlecht aus den Federn. Vielen Eulen macht der Alltag mit frĂŒhen Arbeits- oder Schulzeiten zu schaffen. Denn kurzfristig kommt der Körper zwar mit wenig Schlaf aus, auf Dauer macht Schlafmangel aber krank.

Ob Lerche oder Eule, fĂŒr beide gilt: Guter Schlaf ist erholsamer Schlaf. Eine wichtige Voraussetzung dafĂŒr ist, dass vor dem Einschlafen keine Probleme gewĂ€lzt werden, denn das macht Stress.

Schlaflos wegen Corona?

WÀhrend der Pandemie haben manche Eulen-Schlaftypen profitiert, weil sie durch die Arbeit im Homeoffice lÀnger schlafen konnten. Allerdings deuten Studien darauf hin, dass bei vielen Menschen die erlebte QualitÀt des Schlafs im Zusammenhang mit den Belastungen durch die Krise abgenommen hat.

Nach einer Studie der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Schlafforschung und Schlafmedizin hat mehr als jeder Zweite Probleme einzuschlafen und wacht gerĂ€dert auf. Schlafstörungen können aber auch schon lĂ€nger bekannte Ursachen haben, etwa Schichtarbeit oder Schnarchen. Als Faustregel gilt: Wer dreimal pro Woche ĂŒber einen Zeitraum von einem Monat Ein- oder Durchschlafprobleme hat, sollte die Ursache vom Arzt abklĂ€ren lassen.

Kann man Schlafen lernen?

Nein, sagen Schlafforscher. Aber man kann etwas fĂŒr die Schlafhygiene tun. Dazu gehören eine bequeme Matratze und ein ruhiger Raum mit WohlfĂŒhlatmosphĂ€re. Der sollte sich verdunkeln lassen, die Temperatur bei 16 bis 20 Grad Celsius liegen. Ein regelmĂ€ĂŸiger Schlaf-Rhythmus unterstĂŒtzt guten Schlaf. Autogenes Training vorm Schlafen hilft beim Abschalten, Bewegung an der frischen Luft tagsĂŒber macht schön mĂŒde. Auf Kaffee und Schwarztee ab dem Nachmittag besser verzichten. Eine Stunde vor dem Schlafengehen Handy und Tablet ausmachen und nicht mit ins Schlafzimmer nehmen, denn ihre Helligkeit macht munter.

Was passiert beim TrÀumen?

Jeder trĂ€umt, aber nicht an jeden Traum kann man sich erinnern. Warum wir trĂ€umen, ist noch nicht zweifelsfrei erwiesen. Möglicherweise verarbeiten wir durch die nĂ€chtliche HirnaktivitĂ€t beim TrĂ€umen Ängste. Die Forschung zeigt, dass besonders die Hirnareale aktiv sind, die fĂŒr emotionales Empfinden, visuelle Wahrnehmung und Motorik zustĂ€ndig sind. Sogenannte KlartrĂ€umer können das Traumgeschehen aktiv beeinflussen.

Die Welt liebt Nickerchen

In SĂŒdeuropa halten die Menschen mittags Siesta. In Asien gehören Schlafende zu jeder Tageszeit zum Alltagsbild – auch im BĂŒro. In einigen französischen StĂ€dten bieten SchlafcafĂ©s die Möglichkeit fĂŒr ein kurzes SchlĂ€fchen.

Auch in Berlin können TagesmĂŒde in einigen LĂ€den Schlafkojen mieten und mit Schlafbrille, Entspannungsmusik oder Ohrstöpseln 20 Minuten schlummern.

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