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Leben

Sanft gegen Pickel

Typisch Pubertät: Mitesser und Pickel sprießen, die Haut glänzt fettig. Jetzt ist sorgfältige Gesichtsreinigung gefragt - aber eine schonende. Am besten eine aus der Naturkosmetik. // Astrid Wahrenberg
28.02.2009
Typisch Pubertät: Mitesser und Pickel sprießen, die Haut glänzt fettig. Jetzt ist sorgfältige Gesichtsreinigung gefragt - aber eine schonende. Am besten eine aus der Naturkosmetik. // Astrid Wahrenberg

Typisch Pubertät: Mitesser und Pickel sprießen, die Haut glänzt fettig. Jetzt ist sorgfältige Gesichtsreinigung gefragt - aber eine schonende. Am besten eine aus der Naturkosmetik. // Astrid Wahrenberg

Nicht Genug damit, dass bei Jugendlichen in der Pubertät das Gefühls- leben durcheinandergerät. Der Hormonschub in dieser Lebensphase wirbelt auch das Gleichgewicht der Haut durcheinander. Etwa 90 Prozent der Teenager haben Probleme mit unreiner Haut. Grund dafür ist die verstärkte Produktion von Testosteron bei Jungen wie Mädchen. Das männliche Hormon regt die Talgdrüsen zur Produktion von Hautfett (Talg) an. Im besten Fall wird der Talg einfach über die Poren ausgeschieden.

Dann bleibt es bei fettglänzenden Stellen und ein paar wenigen Pickeln. Wird besonders viel Talg produziert und sind die Hautporen obendrein verstopft, staut sich der Talg in der Drüse. Er ist ein idealer Nährboden für Bakterien. Jetzt kann es zu einer Entzündung auch im umliegenden Gewebe kommen - rote Pickel zeigen sich.

Akne oft erblich bedingt

Je nachdem wie schlimm die Entzündung ist, können daraus eitergefüllte Bläschen und Pusteln entstehen. Wer viele davon hat, sollte zum Hautarzt, denn dann handelt es sich nicht mehr um unreine Haut, sondern um Akne, die eventuell speziell behandelt werden muss. Bei starker Akne, die oft erblich bedingt ist, liegt meist zusätzlich eine Störung der Hautzellen vor. Naturkosmetikerinnen empfehlen zum Reinigen und Stärken von unreiner Haut ein Tonikum beziehungsweise Gesichtswasser anzuwenden. Es gibt sie grundsätzlich mit und ohne Alkohol - auch in der Naturkosmetik. Alkohol hat desinfizierende Eigenschaften, er kann aber die Haut austrocknen. Von daher spielt es eine wichtige Rolle, welcher Hauttyp vorherrschend ist.

Eine feucht-fette Haut verträgt die entfettende Wirkung des Alkohols meist ganz gut. Tonika und Gesichtswasser ohne Alkohol sind sanft zur Haut und daher für feinporige, eher trockene Haut, die unter Hautunreinheiten zu leiden hat, die richtige Wahl. Die Naturkosmetik setzt hier mit mehreren Produkten auf die leicht antibakterielle Wirkung des Teebaums. Es handelt sich dabei um Hydrolate, wässrige Flüssigkeiten, die bei der Destillation von Teebaumzweigen entstehen. Überhaupt bilden Pflanzenextrake eine wichtige Grundlage der Gesichtswasser. Rosmarin, Salbei, Ringelblume, Minze, Wundklee, Zaubernuss oder Weidenrindenextrakt sind für ihre antibakterielle, entzündungshemmende und tonisierende Wirkung bekannt. Sie können die gereizte Haut klären, beruhigen und stärken. In einigen Rezepturen findet sich auch Milchsäure. Sie hilft der Haut nach Herstellerangaben einen gesunden pH-Wert aufzubauen, was sie in ihrer Schutzfunktion stärkt.

Umstrittene Konservierung

Dass eine Haut, die für eine Zeit lang aus dem Gleichgewicht geraten ist, möglichst nicht mit bedenklichen Substanzen in Berührung kommen sollte, müsste eigentlich selbstverständlich sein. Bei konventionellen Produkten ist das dennoch nicht unbedingt der Fall. Hierin können halogenorganische Verbindungen stecken, von denen es mehrere Tausend gibt. Meist sind sie als Konservierungsmittel zugesetzt.

Die synthetisch hergestellten Substanzen sind umstritten, weil bekannt ist, dass viele von ihnen Allergien auslösen können. Alkoholhaltiges Gesichtswasser im konventionellen Bereich kann die Substanz Diethylphthalat enthalten. Sie wird zum Vergällen von Alkohol eingesetzt und kann von der Haut aufgenommen werden. Studien weisen daraufhin, dass der Stoff hormonell wirken könnte. Als problematisch werden auch PEG (Polyethylenglykole) und PEG-Derivate beurteilt. Sie werden als Emulgatoren oder als waschaktive Substanz in Gesichtswasser eingesetzt. Sie können die Haut durchlässiger machen und dadurch Schadstoffe in die Haut schleusen. Immer wieder finden sich in konventionellen Produkten künstliche Duftstoffe, die die ohnehin gereizte Haut zusätzlich irritieren können. Sie bewirken damit im Grunde genau das Gegenteil dessen, was die geplagten Anwender wünschen.

Die hier beschriebenen Substanzen konventioneller Hersteller sind zwar in bestimmten Konzentrationen vom Gesetzgeber in Kosmetikprodukten erlaubt. Verschiedene Studien weisen jedoch darauf hin, dass sie unerwünschte Wirkungen verursachen können. Zudem ist es derzeit noch immer nicht möglich Langzeitwirkungen zu beurteilen. Daher sind problematische oder umstrittene Inhaltsstoffe in zertifizierter Naturkosmetik generell verboten.

Pickel ausdrücken?

Hautärzte sagen oft nein. Meist quetscht man das Gewebe und drückt den Talg noch tiefer hinein - was Entzündungen fördert. Wer viele Pickel hat, geht am besten zur medizinischen Kosmetikerin. Sie weiß, wie man ihnen beikommt.

So kommt es auf die Haut

  • Gesichtswasser oder Tonikum auf ein angefeuchtetes Kosmetikschwämmchen oder einen feuchten Wattebausch geben.
  • Mit der Watte Gesicht, Hals und Dekolleté sorgfältig abtupfen. Die Haut nicht rubbeln und alkoholhaltiges Gesichtswasser sparsam auftragen.
  • Wenn nur Stirn-, Nasen- oder Kinnpartie besonders von den fettigen Talgausscheidungen betroffen sind, sollten nur diese Areale mit alkoholhaltigem Tonikum behandelt werden.
  • Generell ist zur Anwendung mit alkohol- haltigen Produkten zu sagen: Nicht übertreiben! Ein- bis zweimal täglich reicht völlig aus.
  • Falls die Haut stark brennt, auf ein alkoholfreies Präparat wechseln. Dieses kann auch tagsüber zur Erfrischung angewendet werden.
  • Eine gute Methode überschüssiges Fett zwischendurch zu entfernen: Ein weiches Papiertuch auf die Haut auflegen und sanft andrücken.

Unterschätzter Leidensdruck

Eine Forschergruppe um die Dermatologin Cynthia L. Chen von der University of California in San Francisco hat 266 Jugendliche mit Akne gebeten, Fragen zu beantworten, die sich darum drehten, wie viel Geld oder Freizeit sie opfern bzw. ausgeben würden, um weniger oder gar keine Akne mehr zu haben. Im Ergebnis kamen die Forscher auf eine durchschnittliche Summe von 275 Dollar - umgerechnet 190 Euro. Der Leidensdruck durch die Hauterkrankung würde leicht unterschätzt, stellten die Forscher fest. Schlimm sei vor allem ausgeprägte Akne. Sie gehe häufig mit Schamgefühl oder gar depressiven Symptomen einher.

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