Leben

Radfahren – klimafreundlich und gesund

Wieviel CO2 spart ihr, wenn ihr Rad statt Auto fahrt? Welche Sitz- und Sattelhöhe sind richtig? So will Deutschland zum Fahrradland werden.

Radfahren ist klimafreundlich, hält fit, spart Geld und zumindest im Stadtverkehr oft auch Zeit. Weil der Verkehr in Deutschland einer der Hauptverursacher für Treibhausgase ist, liegt im Radfahren außerdem ein sehr wirksamer Hebel der Verkehrswende. Dafür muss die Infrastruktur mit Radwegen, Fahrradverleihsystemen und Stellplätzen allerdings noch deutlich ausgebaut werden. Doch es gibt Städte, die schon heute zeigen, wie fahrradfreundlicher Verkehr aussieht.

Radfahren ist gesund

Radfahren ist nicht nur beliebt, sondern auch gesund. Es baut Stress ab, stärkt das Herz-Kreislauf- und das Immunsystem. Dabei ist es gelenkschonender als andere Ausdauersportarten. Bis zu 80 Prozent des Körpergewichts liegen bei der Sportart im Sattel, das belastet die Kniegelenke weniger als etwa Joggen. In 30 Minuten lassen sich bei einer Geschwindigkeit von 15 bis 20 Kilometern pro Stunde bis zu 250 Kilokalorien verbrennen. Wer regelmäßig radelt, kann das Risiko für Erkrankungen der Herzkranzgefäße, für Diabetes im Erwachsenenalter und für Fettleibigkeit senken. Experten empfehlen, in möglichst leichten statt schweren Gängen zu radeln, denn das schont die Gelenke zusätzlich. Eine hohe Trittfrequenz hat zudem einen besseren Trainingseffekt.

Die richtige Einstellung fürs Fahrrad

Wer beim Radeln Schmerzen in Rücken, Po, Knie oder in den Fingern hat, sollte seine Sitzposition und die Sattelhöhe überprüfen. Verschiedene Fahrradtypen erfordern unterschiedliche Einstellungen. Als Faustregel für die Sattelhöhe gilt: Bei durchgestrecktem Bein sollte die Ferse das Pedal berühren. Berührt der Ballen das Pedal, sollte das Bein leicht gebeugt sein. Die Einstellungen von Sattel und Lenker sollten so abgestimmt sein, dass die Wirbelsäule beim Fahren nicht rund ist, sondern ihre natürliche S-Form beibehalten kann.

Drahtesel statt Auto: Wie Radfahren das Klima schont

Der Verkehr in Deutschland verursacht etwa 20 Prozent der Treibhausgasemissionen – vor allem der motorisierte Individualverkehr. Wer sich und der Umwelt etwas Gutes tun möchte, kann mit dem Rad zur Arbeit fahren. Das Umweltbundesamt hat ausgerechnet, dass ein Berufspendler, der täglich zehn Kilometer mit dem Rad zur Arbeit hin und zurück fährt, im Jahr rund 300 Kilogramm Emissionen einsparen kann. Wer genau wissen will, wie viel er mit dem Rad einspart, kann es im Internet mit dem Einsparrechner des AFDC ausrechnen.

81 Millionen Fahrräder
gab es 2021 in
Deutschland.

Das sind so viele wie noch nie. Zum Vergleich: Am 1. Januar 2022 waren in Deutschland 67,7 Millionen Autos zugelassen. (Quelle: Statista)

Radfernwege – klimafreundliche Ausflüge an der frischen Luft

Lust auf eine Radtour? Beliebte Radfernwege in Deutschland sind etwa der Weser-, der Elbe- sowie der Main-Radweg. Die Routen bieten sich für Tagesausflüge oder für längere Radtouren an. Wer mal in einer fahrradfreundlichen Kommune unterwegs sein möchte, kann Städte wie Bremen, Hannover, Karlsruhe, Münster, Freiburg oder Oldenburg besuchen. Top-Vorbild ist etwa Kopenhagen. Die Infrastruktur der Stadt wurde vor einigen Jahren fahrradfreundlich umgestaltet.

Eine Frage des Geldes: Wie Deutschland zum Fahrradland werden soll

Deutschland will 2030 Fahrradland sein. Dafür soll die Finanzierung etwa von Infrastruktur, steuerlichen Anreizen oder Forschung extrem ausgeweitet werden. Bund, Länder und Kommunen investieren von 2020 bis 2023 rund elf Euro je Person und Jahr. Danach sollen es 30 Euro werden. Zum Vergleich: Kopenhagen investierte 2018 bereits 35,60 Euro pro Einwohner, in München waren es nur 2,30 Euro, in Berlin 4,70 Euro und in Stuttgart fünf Euro.

In Karlsruhe, eine der fahrradfreundlichsten Städte Deutschlands, kann man zum Beispiel mit der Mobilitäts-App regiomove Busse und Bahnen, Leihräder und -autos suchen, finden, reservieren und bezahlen. Und auch andere Städte und Gemeinden machen vor, wie eine radikale Verkehrswende aussehen könnte.

Verkehrswende: Mobil sein ohne Auto?

Trend Elektro-Rad

Elektroräder sind Trend: Rund zwei Millionen wurden 2021 verkauft – ein Absatzrekord. Übrigens: Der Begriff E-Bike wird häufig falsch verwendet. Genau genommen ist ein E-Bike ein Kleinkraftfahrzeug, das ein Kennzeichen braucht und auch ohne Pedalunterstützung fährt. Die meisten Menschen nutzen Pedelecs. Der Elektromotor unterstützt bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h. Nach circa 165 mit E-Bike statt Auto gefahrenen Kilometern sind die CO2-Emissionen für die Herstellung des Akkus ausgeglichen.

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