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Pflege für alle Sinne

Verführerischer Duft, edle Inhaltsstoffe und jede Menge Pflege: Mit einer Luxusseife in Bioqualität wird aus simplem Händewaschen ein Schönheitsritual. // Ursula Quass
31.08.2008

Verführerischer Duft, edle Inhaltsstoffe und jede Menge Pflege: Mit einer Luxusseife in Bioqualität wird aus simplem Händewaschen ein Schönheitsritual. // Ursula Quass

Beinahe so alt wie das Bedürfnis des Menschen nach Sauberkeit, ist die Geschichte der Seife. Rund 5 000 Jahre, bis zu den Sumerern, lassen sich die Hinweise auf den Gebrauch von Seife zurückverfolgen. Hauptrohstoff war damals Rindertalg. Bei konventionellen Herstellern ist das auch heute noch überwiegend so. Erst Mitte des 17. Jahrhunderts gelang es zum ersten Mal, statt des Talgs auch andere natürliche Fette und Pflanzenöle zu verseifen, also die Fette in Glyzerin und Fettsäuren zu sprengen.

Bei der Herstellung von Seifen kann man generell zwischen harten und flüssigen Seifen unterscheiden. Beide enthalten waschaktive Substanzen, die sogenannten Tenside. Während bei Hartseifen Seifentenside zum Einsatz kommen, sind es bei Flüssigseifen vielfach Zuckertenside oder Gemische aus Zuckertensiden und Seife. Anbieter solcher Seifen argumentieren, dass diese hautfreundlicher seien als reine Seife, weil sich der pH-Wert besser einstellen lasse. Ob Seife oder ein anderes Tensid enthalten ist, verrät das Etikett.

Merkmale einer Bioseife

Was eine Bioseife ist, ist offiziell nicht festgesetzt. Folgender Unterschied zeichnet sich generell jedoch ab: Während herkömmliche Toiletten- oder Feinseifen in Stückform bis heute in der Regel zu 75 bis 85 Prozent aus Rindertalg und 15 bis 25 Prozent Kokosöl bestehen, setzen Bioproduzenten bis auf vereinzelte Ausnahmen allesamt auf Pflanzenöle wie Palm-, Kokos-, Sonnenblumen- und Olivenöl aus kontrolliert biologischem Anbau. In der Regel werden kurzkettige Fette wie Kokos- oder Palmkernfett mit langkettigen Fetten wie Oliven- oder Palmöl vermischt. Kurzkettige Fette lösen sich besser, schäumen auf und lösen die langkettigen Fette an.

Für bio wie konventionell gilt: Im Gegensatz zu Kern- beziehungsweise Haushaltsseifen werden den zur Körperreinigung bestimmten Feinseifen Rückfetter und Hautschutzstoffe wie Lanolin, Lezithin, pflanzliche Öle und Glyzeride beigemischt. Vereinzelt kommen auch tierische Inhaltsstoffe wie Ziegen- oder Stutenmilch oder Molke zum Einsatz. All diesen Hautschmeichlern ist gemeinsam, dass sie den entfettenden Eigenschaften der Seife entgegenwirken. Spricht man den Extrastoffen besonders pflegende Eigenschaften zu und ist der Parfumanteil hoch, verwendet man den Begriff Luxusseife. Eine gesetzliche Definition gibt es auch hier nicht.

Weitgehend tabu ist in Bioseifen Synthetisches wie Konservierungsstoffe oder Antioxidantien gegen das Ranzigwerden oder der schwer abbaubare Komplexbildner EDTA gegen Verfärbungen.

Hormonell wirkende Seifen?

Auch Diethylphthalat (DEP) kommt den meisten Ökoproduzenten nicht ins Seifenstück: DEP dient unter anderem dazu, Parfum zu stabilisieren, kann aber von der Haut aufgenommen werden und ihren Schutzmechanismus beeinflussen. Außerdem stehen Phthalate im Verdacht, hormonell zu wirken. Ob diese Stoffe enthalten sind, verrät das Etikett.

Für die Qualität des Produkts spielt auch die Verarbeitung der Rohstoffe eine wichtige Rolle. Wird kalt verseift, also die Seife nicht so stark erhitzt, bleibt das gesamte im Fett enthaltene Glyzerin in der Seife. Dieses bildet eine Schutzschicht auf der Haut und reguliert die Feuchtigkeit. Noch ein Plus der Kaltverseifung: So lässt sich Energie sparen.

Beim Heißsieden sowie in der industriellen Massenproduktion wird Glyzerin in der Regel herausgefiltert, zumal es als Rohstoff extra verkauft werden kann. Kalt verseifte Seifenstücke müssen dafür länger abgelagert und mehrere Wochen lang getrocknet werden, bevor sie in den Verkauf gehen. Solche Seifen sind dann besonders ergiebig und langlebig. Werden sie dagegen zu rasch verpackt und in den Handel gebracht, verlieren sie beim Nachtrocknen im Geschäft neben überschüssigem Wasser auch an Gewicht – ein Grund, weshalb Seife immer nach Frischgewicht verkauft wird.

Dass die Seife die Haut nicht reizt, dafür sorgen dermatologische Tests mit Personen. Tierversuchgegner lehnen Bioseifensieder ab. Tierversuche von Kosmetika sind in Deutschland seit 1998 zwar ohnehin verboten, aber es gibt Lücken im Gesetz. Innerhalb der EU wurde 2004 die Prüfung fertiger kosmetischer Mittel an Tieren verboten. Tierversuche für neue Inhaltsstoffe sind bis 2009 aber weiterhin erlaubt. Auch Kosmetika, die außerhalb der EU in Tierversuchen getestet werden, können hier bis 2009 beziehungsweise 2013 uneingeschränkt verkauft werden.

Flüssigseife im Trend

Ob man lieber flüssige oder Stückseife mag, ist auch eine Mentalitätsfrage. Der Trend zumindest geht zu Flüssig-seifen. Hersteller argumentieren, die Seife aus dem Spender sei hygienischer. Dafür fällt mehr Müll an, als wenn man ein Stück Seife kauft, das lediglich in Papier verpackt ist.

Bioseifen für jeden Zweck

Für jeden Hauttyp und Geschmack sind Luxusseifen auf dem Markt. Besonderes Augenmerk wird auf ihre Hautfreundlichkeit gelegt.

Hersteller wie Sodasan oder Savon du Midi setzen zum Beispiel auf den Zusatz von reichhaltiger Karitébutter. Bei Sanoll sind es Ziegenmilch oder Molke und Stutenmilch, die die Haut in ihren natürlichen Funktionen unterstützen sollen.

Besonders anspruchsvoller Haut will Venus mit seiner Leila-Seife mit türkischer Rose gerecht werden. Für reifere Haut hat Apeiron die Ashwaganda-Seife entwickelt.

Die Düfte in den Seifen wirken neben der Pflege auch auf die Psyche des Verwenders: So wird etwa der Speik-Pflanze in den gleichnamigen Seifen eine harmonisierende Wirkung nachgesagt.

Auch für Problemhaut und Menschen, die stark duftende Seifen nicht mögen, gibt es das passende Produkt. Speziell für leicht entzündliche Haut hat A.Vogel seine Echinacea-Seife entwickelt.

Besonders schonend ist auch die Pur-Seife von Logona: Sie ist duftneutral, ebenso wie die No-Perfume-Soap von Urtekram. Die Cleopatra-Seife von Biokosma ist alkalifrei.

Wenn’s spannt

Eine gute Seife lässt nach dem Waschen nichts als saubere Haut zurück. Spannt die Haut anschließend oder wird sie trocken, schuppig und rissig oder juckt sogar, sollte man das Produkt wechseln. Welche Seife für jeden Einzelnen besonders gut geeignet ist, hängt von persönlichen Vorlieben und der individuellen Beschaffenheit der Haut ab. Ganz wichtig ist es aber, die Haut immer gründlich mit reichlich Wasser abzuspülen. Verbleiben Seifenreste auf der Haut, werden die Hände selbst bei Verwendung der besten Seife trocken. Oft ist auch das Gefühl, dass nach dem Waschen etwas auf der Haut zurückbleibt, darauf zurückzuführen.

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