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Was ihr ├╝ber Monatshygiene wissen solltet

Warum riecht Menstruationsblut? Welche Hygieneprodukte helfen gegen Geruch? Die Antworten auf diese und weitere Fragen lest ihr hier.

20.12.2016 vonAstrid Wahrenberg

Warum riecht Menstruationsblut? Welche Hygieneprodukte helfen gegen Geruch? Die Antworten auf diese und weitere Fragen lest ihr hier.

Die Werbung zeigt es klipp und klar: Die Menstruation soll sauber und diskret ablaufen. Nichts sp├╝ren, nichts sehen ist die Maxime. So, als w├Ąre frau wie an jedem anderen Tag ÔÇô eben ganz normal. Dabei geh├Ârt die Menstruation zu den urweiblichen physiologischen Vorg├Ąngen.

Riecht man wenn Frauen ihre Tage haben?

Ja, man kann die Periode riechen. Die Menstruationsfl├╝ssigkeit besteht nicht nur aus Blut, sondern auch aus Bakterien, Gewebe und vaginalem Schleim. Ob und wie die Fl├╝ssigkeit riecht, h├Ąngt davon ab, wie lange sie sich in der Geb├Ąrmutter befand.

├ťbrigens riecht auch die Frau selber w├Ąhrend der Periode anders als an anderen Tagen des Zyklus. Daf├╝r verantwortlich sind ├ľstrogene, die weiblichen Geschlechtshormone. Rund um die fruchtbaren Tage, also kurz vor dem Eisprung, werden sie st├Ąrker ausgesch├╝ttet. Dieser ver├Ąnderte Hormonspiegel ist nicht nur f├╝r den K├Ârper wichtig, sein Geruch macht die Frau auch attraktiver.

Warum stinkt Blut bei der Periode?

Grunds├Ątzlich ist der Geruch des Menstruationsblutes also nichts Schlimmes. Aber es sollte frisch und nach Eisen riechen. Riecht es unangenehm, deutet das darauf hin, dass mit der Scheidenflora etwas nicht stimmt und ihr euch wom├Âglich eine Infektion zugezogen habt. Dann solltet ihr unbedingt auf Tampons verzichten und euch nach der Blutung von einem Gyn├Ąkologen untersuchen lassen.

Wie kann ich den Geruch bei der Periode verhindern?

Der Geruch der Regel wird oft als l├Ąstig und st├Ârend empfunden. Angst- und Schamgef├╝hle vor den eigenen Ger├╝chen und K├Ârperfl├╝ssigkeiten f├╝hren oft zu einem ├╝bertriebenen Reinlichkeitsverhalten. Manch eine benutzt zum Beispiel Vaginalduschen ÔÇô doch davon solltet ihr unbedingt absehen, denn sie f├╝hren erst Recht zu Infektionen und damit Geruch.

Wen der eigene Geruch wirklich st├Ârt, sollte Baumwollunterw├Ąsche tragen und die Wahl seiner Hygieneprodukte ├╝berdenken. Zwischen 11.000 und 17.000 Tampons, Binden und Slipeinlagen benutzt eine Frau im Laufe ihres Lebens. Grund genug, die Monatshygiene mit Bedacht zu w├Ąhlen.

Herk├Âmmliche Tampons und Binden bestehen haupts├Ąchlich aus Zellulose, die aus Holz gewonnen wird, und aus Plastik. Eine d├╝nne Synthetikschicht soll bei Tampons verhindern, dass sich Fasern l├Âsen. Im Innern konventioneller Binden stecken meist Kunststoffk├╝gelchen, genannt Absorber, die gro├če Mengen Fl├╝ssigkeit aufsaugen k├Ânnen. Ein d├╝nner Kunststoff├╝berzug bewirkt, dass sich die Einlage l├Ąnger trocken anf├╝hlt. Der Nachteil: In dem feuchtwarmen Klima, das dadurch entsteht, vermehren sich leicht Keime. Ganz zu schweigen vom Plastikm├╝ll. Au├čerdem k├Ânnen synthetische Duftstoffe in mancher Binde die empfindliche Haut im Intimbereich reizen. Einige Hersteller verwenden zus├Ątzlich Baumwolle f├╝r ihre Tampons. Auch das ist nicht unbedenklich.

Was ist bei Bio-Binden und -Tampons anders?

Bio-Tampons und -Binden kommen ohne Plastik aus und sind dadurch hautfreundlicher und atmungsaktiv. Erstere bestehen zu 100 Prozent aus ├Âkologischer Baumwolle. Deren Fasern halten auch ohne Kunststoffbeschichtung gut zusammen. Bio-Binden enthalten einen saugf├Ąhigen, bio-zertifizierten Zellulosekern, eine wasserundurchl├Ąssige, pflanzenbasierte Unterseite und einen weichen ├ťberzug aus Bio-Baumwolle, der mit der Haut in Kontakt kommt. All diese Materialien sind biologisch abbaubar. Neben den Einwegbinden gibt es noch waschbare Binden aus Naturstoffen wie Seide und Bio-Baumwolle.

Der Zellstoff f├╝r ├ľko-Binden kommt meist aus nachhaltiger Holzwirtschaft. Bio-Baumwolle w├Ąchst ohne Gentechnik und Chemie heran. Konventionell ist die Baumwollpflanze hingegen h├Ąufig gentechnisch ver├Ąndert und gedeiht in Monokultur, was viel Wasser, massenhaft Pestizide und k├╝nstlichen D├╝nger erfordert. Das gef├Ąhrdet nicht nur die Umwelt und die Arbeiter, die Chemikalien k├Ânnen auch Tampons und Binden belasten: Eine aktuelle argentinische Studie fand das Pestizid Glyphosat in vielen Produkten aus Baumwolle. Die Weltgesundheitsorganisation stuft es als wahrscheinlich krebserregend ein.

Weiterer Pluspunkt f├╝r Naturprodukte: Die Hersteller verzichten auf Duftstoffe und garantieren, dass sie Zellstoff und Baumwolle nicht mit Chlorverbindungen bleichen, wie konventionell teils immer noch ├╝blich. Dabei entstehen halogenorganische Verbindungen, die Allergien hervorrufen k├Ânnen, mitunter sogar als krebsverd├Ąchtig gelten. R├╝ckst├Ąnde in Hygieneprodukten sind nicht auszuschlie├čen. Das ist bedenklich, da gerade die Schleimh├Ąute in der Vagina Schadstoffe leicht aufnehmen k├Ânnen.

Was viele nicht wissen: Tampons und Binden gelten als Bedarfsgegenst├Ąnde und sind daher von der Deklarationspflicht befreit. Nicht auf jeder Packung stehen daher alle Inhaltsstoffe. Bio-Hersteller geben sie freiwillig an. Ihre Produkte sind ├╝brigens auch vegan.

Menstruationstasse: Gut gegen Geruch

Wiederbenutzen statt Wegwerfen ist das Prinzip der Menstruationstasse oder -kappe, die in den letzten Jahren immer bekannter wird. Die Hamburger Frauen├Ąrztin Christine Adler empfiehlt sie Frauen, die das Gef├╝hl haben, dass ihre Scheide w├Ąhrend der Regelblutung trocken und empfindlich ist, oder bei denen nach der Regel h├Ąufiger Infektionen oder Irritationen der Scheide auftreten.

Das kelchartige Gef├Ą├č besteht meist aus weichem, medizinischem Silikon und ist kaum gr├Â├čer als eine Streichholzschachtel. Es wird oben zusammengedr├╝ckt und ├Ąhnlich wie ein Tampon in die Vagina eingef├╝hrt. Dort f├Ąngt die Tasse das Periodenblut auf, das dann einfach in der Toilette entsorgt wird. Nach gr├╝ndlicher Reinigung der Menstruationstasse unter warmem Wasser kann sie gleich wieder eingesetzt werden. Bis zum n├Ąchsten Monat liegt sie ausgekocht in einer weichen, kleinen Tasche.

Ein Artikel aus dem Naturkosmetik-Magazin

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