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Männerkosmetik -Interview

Dr. Harald Bresser ist Facharzt für Dermatologie, Allergologie, Naturheilverfahren und Umweltmedizin. Er hat den Ratgeber „Leberfleck und Pfirsichhaut“ (siehe unten) veröffentlicht
31.10.2005

"Männer und Frauen können gleiche Hautcremes verwenden"

Dr. Harald Bresser ist Facharzt für Dermatologie, Allergologie, Naturheilverfahren und Umweltmedizin. Er hat den Ratgeber „Leberfleck und Pfirsichhaut“ (siehe unten) veröffentlicht.

? Frauenhaut, so heißt es, wird früher faltig und schlaff als die der Männer. Spielt uns da vielleicht die Wahrnehmung einen Streich? Messen wir mit zweierlei Maß?

! Frauenhaut altert anders als Männerhaut, da die Hormonschwankungen bei Frauen größer sind. Insbesondere der Östrogenwechsel beeinflusst die Elastizität der Haut, natürlich besonders in den Wechseljahren. Andererseits schädigen Männer ihre Haut selbst oft mehr, als Frauen dies tun. Zum Beispiel durch Rauchen, Alkohol und Verzicht auf Sonnenschutz.

? Die moderne Kosmetik-Industrie behauptet, Männerhaut sei anders beschaffen als Frauenhaut. Stimmt das denn?

! Tatsächlich existieren Unterschiede. Die Männerhaut ist im Allgemeinen dicker, grobporiger und enthält weniger Fett. Allerdings sind auch unter Männern die Unterschiede sehr groß, so dass man sagen kann: Die Unterschiede gelten eher im Durchschnitt als in jedem Einzelfall.

? Bedeutet das nun, Männer können im Prinzip die gleichen Cremes und Lotionen benutzen wie Frauen?

! Männer können ihre Haut grundsätzlich mit den gleichen Produkten pflegen wie die Frauen. Die meisten wünschen sich aber vermutlich Produkte, die nicht zu feminin riechen. Wichtig ist es, auf den Hauttyp zu achten. Wer zu trockener Haut neigt, ist mit einer fettarmen Bodylotion des Partners schlecht bedient. Das Gleiche gilt, wenn stark fetthaltige Produkte bei öliger Haut mitverwendet werden.

? Und wie sieht es mit hormonell wirkenden Stoffen in manchen Cremes aus, zum Beispiel Phyto-Östrogenen in Antifalten-Cremes?

! Die Cremes funktionieren unabhängig vom Geschlecht - oder aber sie haben gar keinen Effekt. Die Wirkung von Phytohormonen, Vitaminen und ähnlichen Zusätzen ist nie so stark, dass ein Mann deswegen eine negative Wirkung zu befürchten hat. Eventuelle Unverträglichkeiten durch einzelne Inhaltstoffe sind nicht geschlechtsspezifisch, sondern individuell.

Zum Weiterlesen

Bücher

Bresser, Harald: Leberfleck und Pfirsichhaut.
C.H. Beck Verlag, 1999, ISBN 3406392539
(Zurzeit vergriffen, kann aber antiquarisch im unter www.zvab.de bestellt werden.)

Pope, Harrison G. u. a.: Der Adonis-Komplex - Schönheitswahn und Körperkult bei Männern.
Deutscher Taschenbuch Verlag, 2001, 15,50 Euro,ISBN 3-423-24249-3

von Randow, Gero: Wie viel Körper braucht der Mensch?
Edition Körber Stiftung, 2001, 12 Euro,ISBN 3-89684-120-3

Internet

www.marksimpson.com
Homepage des Journalisten Mark Simpson, dem Erfinder des Begriffs „metrosexual“ mit mehreren Beiträgen zum Thema (in Englisch).

www.kontrollierte-naturkosmetik.de
Der Bundesverband Deutscher Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und Körperpflegemittel (BDIH) informiert zum Siegel „Kontrollierte Naturkosmetik“.

Weitere Informationen bieten die Schrot&Korn-Beiträge „Tierversuche in der Kosmetik“ (9/2002) sowie „Sonderteil Kosmetik“ (11/2002).

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