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Leben

Fit mit Basenfasten

Einfach und gesund, preiswert und alltagstauglich: Mit dieser milden Form des Fastens kommt jeder zurecht. Im Mittelpunkt stehen reifes Obst und Gemüse, ausgewählt nach der Saison. // Doris Burger
31.05.2008
Einfach und gesund, preiswert und alltagstauglich: Mit dieser milden Form des Fastens kommt jeder zurecht. Im Mittelpunkt stehen reifes Obst und Gemüse, ausgewählt nach der Saison. // Doris Burger

Einfach und gesund, preiswert und alltagstauglich: Mit dieser milden Form des Fastens kommt jeder zurecht. Im Mittelpunkt stehen reifes Obst und Gemüse, ausgewählt nach der Saison. // Doris Burger

Im Tagungsraum ist ein opulentes Frühstücksbüfett aufgebaut: Früchtepyramiden und Obstsalat, Walnüsse und Sesam, Rosinen und Leinsamen. Daneben verschiedene Sorten Müsli. Rechts davon die traditionelle Auswahl: Brötchen und Ei, Aufschnittplatten und Marmeladen. Sabine Wacker, Heilpraktikerin aus Mannheim, inspiziert das Angebot. Mit den Brötchen ist sie unzufrieden, konventionelle Ware, die mit Malzextrakt gefärbt und ein paar Sonnenblumenkernen dekoriert wurde. Vollkornattrappen sozusagen. Sie fügt Schälchen mit Nüssen und Samen zum Büfett hinzu und lässt den vorsorglich mitgebrachten Morgentee aufbrühen: Bitte nur einen Teebeutel auf einen Liter!

Thema des Tages ist die Ernährung mit basischen Lebensmitteln, als Kur auch Basenfasten genannt. Sabine Wacker hat die Methode entwickelt und eine Reihe von Büchern dazu geschrieben – vom kompakten Einkaufsführer bis hin zum großen Kochbuch.

Den Stoffwechsel entlasten

Mit Basen sind alle Lebensmittel gemeint, die im Körper basisch reagieren, also einen pH-Wert über 7,0 haben. Sie sollten die Grundlage der Ernährung bilden, während die säurebildenden Lebensmittel drastisch reduziert werden sollten. Denn ein Überangebot an Säuren belastet den Stoffwechsel, macht schlapp, sorgt für Übergewicht und Cellulitis. Lässt man die „Säurebildner“ weg, erholt sich der Mensch. Die Energie kehrt zurück, die Haut wird rosig und straff, man nimmt ab und fühlt sich wieder wohl. Soweit die Theorie. Die Gruppe soll nun tippen, welches die basischen Lebensmittel sind. Obst, natürlich. Gemüse ebenfalls. Wichtig sei es, biologisch angebautes Obst und Gemüse der Saison zu wählen. Nur dann seien sie richtig reif und enthielten alle Vitalstoffe. Dazu kommen Kräuter und Keimlinge, kalt gepresste Öle, Mandeln und Samen.

Beim Fasten üppig schlemmen

Beim Basenfasten hat selbst das gesunde Müsli keinen Platz: Denn Getreide und Brot sind Säurebildner. Genau wie Joghurt, Milch und Käse. Und dass Kaffee tabu ist, genau wie Schwarztee, sei ja sowieso klar, oder? Nun, wir sollen auch nicht direkt mit dem Fasten beginnen. Heute kann noch jeder essen, was er will. Das Basenfasten wirkt am besten als Kur: Man sucht sich eine passende Woche aus, konzentriert sich auf die ganze Palette des Gemüsegartens und entdeckt eine erstaunliche Vielfalt. Viel genauer werden nun die Auslagen im Bioladen geprüft, Rezepte ausprobiert und variiert. Nach zwei, drei Tagen hat sich der Appetit umgestellt, das Fasten wird kinderleicht. Einzige Nebenwirkung an den beiden ersten Tagen: leichte Kopfschmerzen und etwas Magenknurren.

Wer bereits Erfahrung mit dem tradi-tionellen Heilfasten nach Buchinger hat, wird diese Fastenform als üppige Schlemmerei empfinden. Die Menge der Lebensmittel ist nicht beschränkt, man isst so viel, wie man mag. Wer zu Mittag einen Berg bunten Salat mit geriebenen Karotten und Sprossen genießt, wird sich satt und zufrieden fühlen. Ebenso wäre gedünstetes Gemüse mit Kräutern passend, das speziell am Abend bekömmlich ist.

Um sich wohlzufühlen, sollten die Speisen nicht nur klug ausgewählt, sondern auch sinnvoll über den Tag verteilt werden. Eine der zehn goldenen Regeln: Obst und rohes Gemüse nur bis 14 Uhr. Generell gilt es, mit Rohkost vorsichtig zu sein und sie niemals nach, sondern nur vor gekochten Speisen zu essen. Abends sind Suppen oder Gemüsegerichte goldrichtig. Wer das Basenfasten ausprobiert, wird bald feststellen, was bekömmlich ist und schmeckt.

Alltags- und familientauglich

Mit minimalen Kochkünsten lassen sich bereits leckere Gerichte für eine Woche zubereiten. Die einfachen Grundrezepte kann man ohne großen Aufwand variieren. So kann die ganze Familie mitessen. Kocht man größere Mengen, werden alle satt. Wer nicht fastet, kann die basische Kost ergänzen: Mit einem Joghurt als Dessert werden auch Kinder glücklich. Und wenn „er“ sich eben noch zwei Eier in die Pfanne schlagen möchte, kein Problem. Selbst die Kantine muss das Fasten nicht behindern: Ein Salatbüfett gibt es überall. Frische Blattsalate mit Öl und etwas Zitrone (statt Essig) anmachen, reichlich Kräuter und Sprossen darüberstreuen. Und beim Geschäftsessen? Vom meist viel zu üppigen Menü beispielsweise die Suppe auswählen, die Gemüsebeilagen des Hauptgangs und vom Dessert das Kompott (wenn auch gesüßt). Denn das Beste am Basenfasten: Es funktioniert trotz kleiner Sünden.

Nach den ersten Fastenwochen streng nach Plan hat man genügend Erfahrung und kann locker jonglieren. Der Effekt ist dennoch überzeugend. Ideal ist das Basenfasten immer dann, wenn man einigen Ballast angehäuft hat und sich unwohl fühlt: Nach Feiertagen oder besonders stressigen Arbeitswochen. Ballast abwerfen im wahren Sinne des Wortes. Nach der Kur fühlt man sich nicht nur leichter und energiegeladener, sondern ist es auch: Eine Woche bringen zwei bis drei Kilo weniger, je nach Ausgangsgewicht.

Und nach dem Fasten? Langsam wieder umstellen, ein wenig Vollkornbrot und etwas Joghurt dazu essen. Insgesamt sollten aber nicht mehr als 20 Prozent unserer Ernährung aus Säurebildnern bestehen. Dann fühlt man sich auch auf Dauer wohl.

Wasser ist ideal

Wer „basenfasten“ möchte, sollte auf die richtige Auswahl der Getränke achten. Stilles Wasser ist ideal, genau wie milder Kräutertee – am besten nur einen Teebeutel pro Liter Wasser. Insgesamt sollten 2,5 bis 3 Liter am Tag getrunken werden.

Der Plan für den Tag

Morgens

Basenmüsli: Obst der Saison klein schneiden oder reiben, dazu zwei Teelöffel Erdmandelflocken oder Sonnenblumenkerne, den Saft einer halben Zitrone oder Orange und ein Esslöffel Mandelblättchen. Alles mischen und kurz durchziehen lassen.

Mittags

Bunter Salatteller: Blattsalate der Saison mit einer Handvoll frischen Sprossen (z. B. Kresse, Mungobohnen, Linsen) mischen. Salatsoße aus zwei Esslöffeln Olivenöl, etwas Zitronensaft, Pfeffer, Salz, Kräutern und einer halben gehackten Zwiebel rühren und darübergeben.

Abends

Gegartes Gemüse: Gemüse der Saison im Dampfgarer zubereiten. Eine halbe Zwiebel fein würfeln und in Olivenöl andünsten. Gemüse darin wenden. Gehackte glatte Petersilie untermischen, mit weißem Pfeffer und Kräutersalz abschmecken.

Snacks für zwischendurch

Oft genügt Tee oder ein Glas Wasser, um den kleinen Hunger zu vertreiben. Wenn nicht: Vormittags etwas Obst oder rotes Gemüse essen. Oder einen frisch gepressten Saft trinken. Nachmittags: Trockenobst, Mandeln, Kürbis- oder Sonnenblumenkerne.

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