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Entgiften mit Schüßler

NATURHEILKUNDE Zu viel Lebkuchen, Fondue und Prosecco? Nach den Feiertagen kann eine Detox-Kur mit Schüßler-Salzen helfen.
06.12.2015

NATURHEILKUNDE Zu viel Lebkuchen, Fondue und Prosecco? Nach den Feiertagen kann eine Detox-Kur mit Schüßler-Salzen helfen. // Bettina Levecke

Nach den Feiertagen fühlt man sich oft matt und im wahrsten Sinne des Wortes „übersättigt“. Kein Wunder! Die kulinarischen Sünden, verbunden mit Terminstress und Schlafmangel, sind nämlich echte Strapazen für den Körper und saugen Fest für Fest die Mineralstoffdepots in den Zellen leer. Nebenwirkungen des Energie-Knock-outs: Der Körper übersäuert, der Stoffwechsel fährt runter und schädliche Abfallprodukte lagern sich im Körper an.

Schüßler-Salze sind eine Möglichkeit, dem Organismus aus dieser Einbahnstraße herauszuhelfen. Denn auch wenn sich unser Körper nicht einfach wie ein verschlackter Industrie-Schornstein durchputzen lässt, werden den Mineralsalzen doch einige kraftvolle Eigenschaften nachgesagt.

Krankheit entsteht, wenn der Körper im Ungleichgewicht ist. Als Homöopath wusste der Oldenburger Arzt Dr. Wilhelm Schüßler (1821-1898), dass mit der richtigen Substanz das Wohlergehen wieder hergestellt werden kann. Doch die Welt der Homöopathie mit ihren vielen Hundert Mitteln war ihm viel zu kompliziert und umständlich – er suchte nach einer reduzierten Methode. Sein Ziel: Mit wenigen Substanzen jede Krankheit heilen zu können.

In kleiner Menge wirksam

In den Fokus seiner Forschung rückte die Zelle als kleinste und wichtigste Einheit für alle Stoffwechselvorgänge im Körper. Ihr essenzielles Werkzeug: Mineralsalze, und zwar zwölf verschiedene. Sind sie nicht im richtigen Verhältnis in der Zelle vorhanden, wird Krankheit begünstigt, war Dr. Schüßler überzeugt.

Doch wie kann ein Ungleichgewicht überhaupt entstehen? Immerhin liefert die Nahrung Mineralsalze in ausreichender Menge. Schüßler gab sich mit seiner Theorie selbst die Antwort: Eine Reizstörung in der Zelle blockiert die Aufnahme der Mineralsalze – sie kommen nicht oder nur begrenzt hinein. Schüßler entwickelte deshalb einen Trick: Er potenzierte die Salze nach homöopathischem Prinzip und schickte sie in kleinster Menge in den Körper.

Sabine Wacker, Schüßler-Salz-Expertin und Heilpraktikerin aus Mannheim (www.basenfasten.de) erklärt: „So feinstofflich können die Salze die Zellmembranen durchdringen und ins Innere der Zelle gelangen.“ Dort wirken sie der Reizstörung entgegen und stellen den Stoffwechsel zwischen Zelle und Gewebe wieder her. Schüßler-Salze sind damit kein Nahrungsergänzungsmittel, sondern lediglich ein Türöffner, erklärt die Expertin: „Die Zelle erinnert sich wieder daran, wie ihre Arbeit richtig funktioniert.“

Jedes Salz gezielt einsetzen

Schüßler-Salze haben sehr verschiedene Anwendungsmöglichkeiten. Die Phosphatsalze (Nr. 2,3,5,7 und 9) können zum Beispiel Nerven und Immunsystem stabilisieren, die Chloridsalze (Nr. 4 und 8) Haut und Schleimhäute schützen, die Sulfatsalze (Nr. 6,10 und 12) den Stoffwechsel und die Verdauung unterstützen. Silicea (Nr. 11) wirke – so erklärt die Expertin – wie ein Jungbrunnen von innen für Haut, Haare und Nägel.

Wer nach den Feiertagen ganz allgemein Ballast loswerden möchte und sich nach neuer Energie sehnt, liegt mit einer Kompakt-Detox-Kur aus den Schüßler-Salzen Nr. 6, Nr. 9, Nr. 10 und Nr. 11 richtig, sagt Wacker. Dafür sechs bis acht Wochen lang die vier Salze über den Tag verteilt einnehmen: morgens Nr. 9, mittags Nr. 11, nachmittags Nr. 6 und abends Nr. 10. (Jeweils zwei Tabletten vor den Mahlzeiten auf der Zunge zergehen lassen.)

Alternativ kann man auch nur eines der zwölf Schüßler-Salze verwenden. Wenn die Waage sich einfach nicht nach unten bewegen will, könnte Salz Nr. 6 (Kalium sulfuricum) die richtige Wahl sein. Wer sich nach den Feiertagen leer und ausgelaugt fühlt, kann versuchen, seine inneren Akkus mit Nr. 5 (Kalium phosphoricum) wieder aufzufüllen. Wenn der Darm träge ist oder die Beine angeschwollen sind, ist Nr. 8 (Natrium chloratum) das passende Salz. Nr. 9 (Natrium phosphoricum) soll gegen Blähungen und Sodbrennen wirken.

Und welche Potenz ist die richtige? Für Neueinsteiger ist die Regelpotenz D6 die richtige Wahl, sagt Expertin
Sabine Wacker: „Damit kann man nichts falsch machen.“

Auch wenn den Schüßler-Salzen große Wirkungen nachgesagt werden, zaubern können sie nicht: „Neben der Einnahme der Salze sind auch Ernäh-rung und Bewegung wichtig“, sagt Wacker und empfiehlt viel Obst und Gemüse, wenig tierische Produkte, viel Wasser, Kräutertees und vor allem: eine doppelte Mütze Schlaf! „Mit diesen wichtigen Helfern können die Schüßler-Salze ihre volle Wirkung entfalten.“

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Überblick: Wie Schüßlersalze helfen können

(Foto: fotolia/by-studio)

Nr. 5 (Kalium phosphoricum)
Sie fühlen sich erschöpft und schlafen trotzdem schlecht? Salz Nr. 5 soll helfen, die Nerven zu beruhigen und die Aktivitäten in den Zellen so zu verbessern, dass Abfallprodukte entsorgt werden.
Einnahme-Tipp: mindestens 4–6 Wochen vor 15 Uhr 3–5 Tabletten einnehmen.

Nr. 6 (Kalium sulfuricum)
Zu viel Alkohol genossen? Salz Nr. 6 soll der Leber beim Entgiften helfen, indem es die Sauerstoffversorgung in den Zellen verbessert und die Bauchspeicheldrüse unterstützt.
Einnahme-Tipp: Als „Verstärkung“ der Regeneration zwischen 17 und 22 Uhr 3–5 Tabletten einnehmen.

Nr. 9 (Natrium phosphoricum)
Die Nr. 9 soll helfen, die Stoffwechselvorgänge im ganzen Körper zu aktivieren und belastende Säuren auszuscheiden.
Einnahme-Tipp: 3–5 Tabletten täglich über mehrere Wochen – während der Einnahmezeit weitgehend auf säurebildende Lebensmittel verzichten.

Nr. 10 (Natrium sulfuricum)
Das auch als Glaubersalz bekannte Mineralsalz kann – durch seinen Einfluss auf Leber, Darm und Nieren – dabei helfen, den Wasserhaushalt zu regulieren sowie Gifte auszuleiten. Die Verdauung und auch das Hautbild können sich bei regelmäßiger Einnahme wieder verbessern.
Einnahme-Tipp: 3–5 Tabletten täglich, am besten in der zweiten Tageshälfte, dann wirkt das Mittel besonders gut.

Nr. 11 (Silicea)
Wenn die Feiertage sehr turbulent waren, kann das sichtbare Spuren hinterlassen. Trockene Haut, Knitterfältchen oder brüchige Fingernägel sind dann ein Fall für Silicea. Das Salz gilt als das Schönheitsmittel Nr. 1, denn es soll die Elastizität des Binde gewebes verbessern und die Struktur von Haut, Haaren und Nägeln stärken, zudem durchspült es die Nieren.
Einnahme-Tipp: Täglich vor jeder Mahlzeit zwei Tabletten einnehmen und im Mund zergehen lassen.

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